Fünf Generationen am Reppischtallauf

Viel Publikum am Stalliker Sportanlass für alle

Start des Hauptlaufs: Die Topläufer liegen von Beginn weg vorne. Der Sieger, Vitaliy Shafar (1034) führt das Feld an, zwei Reihen weiter hinten links läuft der schnellste Ämtler, Adrian Brennwald (1039).

Start des Hauptlaufs: Die Topläufer liegen von Beginn weg vorne. Der Sieger, Vitaliy Shafar (1034) führt das Feld an, zwei Reihen weiter hinten links läuft der schnellste Ämtler, Adrian Brennwald (1039).

Aeugster Adrian Brennwald war der schnellste Ämtler am Reppischtallauf. (Bild zvg)

Aeugster Adrian Brennwald war der schnellste Ämtler am Reppischtallauf. (Bild zvg)

Auch bei den Jüngsten ist von Beginn weg klar, wer vorne mit dabei sein will. Beim Start-Ziel-Sieg von Malea Fontanive (429) wird Gianna Cacciapaglia aus Ottenbach (430) Dritte. Der Laufstil der beiden 7-Jährigen ist vielversprechend. (Bilder zvg)

Auch bei den Jüngsten ist von Beginn weg klar, wer vorne mit dabei sein will. Beim Start-Ziel-Sieg von Malea Fontanive (429) wird Gianna Cacciapaglia aus Ottenbach (430) Dritte. Der Laufstil der beiden 7-Jährigen ist vielversprechend. (Bilder zvg)

Zwei Mettmenstetter gleichauf beim ersten Zieldurchlauf nach zwei Kilometern: Moritz Schmid vom RRC Amt (180) und Manuel Schönbächler vom Team Koach (130).

Zwei Mettmenstetter gleichauf beim ersten Zieldurchlauf nach zwei Kilometern: Moritz Schmid vom RRC Amt (180) und Manuel Schönbächler vom Team Koach (130).

Viel Publikum auch bei den Rangverkündigungen, wie hier bei der Ehrung der Schulklassen mit den meisten Finisherinnen und Finishern.

Viel Publikum auch bei den Rangverkündigungen, wie hier bei der Ehrung der Schulklassen mit den meisten Finisherinnen und Finishern.

Der Reppischtallauf vom vergangenen Sonntag fand bei viel besseren Bedingungen statt, als es der Wetterbericht im Voraus hatte vermuten lassen. Der ganze Anlass blieb niederschlagsfrei, teilweise schaute gar die Sonne zwischen den Wolken hindurch. Für diese 36. Ausgabe des Laufs hatte Kurt Müller mit seinem Team Koach das OK neu von der Familie Kälin übernommen, ansonsten blieben sowohl die Laufstrecken als auch das Rahmenprogramm im gewohnten Rahmen.

Attraktive Strecke

Die attraktive Strecke begann beim Schulhaus Loomatt in Sellenbüren, führte zur Büelstrasse am Ofengüpf vorbei, wo vor 900 Jahren die Burg Sellenbüren hoch über dem Dorf thronte. Auf den steilen Anstieg folgte ein knackiger Downhill-Abschnitt zur Rainstrasse. Bis nach Stallikon ging die Strecke nun auf weitgehend geteerten Strassen durch den Start-Ziel-Bereich und anschliessend auf dem Radweg nach Stallikon. Bereits um die Kirche herum wurde es steiler. Auf den folgenden Passagen auf Kieswegen zum Waldrand hoch war vor dem Start ausgezeichnete Arbeit geleistet worden: Der vom Schnee durchnässte Boden war zwar tief, doch die eisigen Abschnitte waren gekiest und so aufgebrochen, dass die Gefahr, auszurutschen, weitgehend gebannt war. Nach der Passage der Loomatt-Anlage folgte zum Abschluss nochmals die Startrunde am Ofengüpf vorbei, bevor im Ziel ein warmer Tee auf alle wartete. Für viele war es ein Dorffest, denn nicht weniger als 93 der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammten aus Stallikon. Dies erklärt wohl den überraschend grossen Publikumsaufmarsch zumindest teilweise. Vom ersten Start um 10 Uhr bis zum Ende der Rangverkündigung und der Verlosung der Tombola-Preise um 15.30 Uhr war der Gemeindesaal stets vollbesetzt, wozu auch die Festwirtschaft mit warmen und kalten, salzigen und süssen Speisen einen grossen Beitrag leistete.

Cracks an der Spitze

Gleichzeitig waren am Reppischtallauf auch einige Topleute zu sehen, namentlich der Overall-Sieger, Vitaliy Shafar aus Kiew, der die acht Kilometer mit 135 Höhenmetern in beachtlichen 25 Minuten zurücklegte und überlegen siegte. Er vertrat die Ukraine 2012 an den Olympischen Spielen in London, wo er das Ziel des Marathons knapp vier Minuten hinter dem Schweizer Viktor Röthlin erreichte. Bis heute zählt der 44-Jährige vor allem auf kürzeren Läufen wie dem Reppischtallauf zur erweiterten Weltspitze – bei der Course de l’Escalade vom vergangenen Dezember in Genf war keiner der vor ihm Klassierten weniger als elf Jahre jünger als er.

Keine Unbekannte im Laufsport ist auch die Siegerin bei den Damen, Samira Schnüriger aus Einsiedeln, die Schweizer Marathonmeisterin von 2023. Aus der näheren Umgebung stammt die drittklassierte Frau, die 19-jährige Maturandin Mila Messer aus Urdorf. Sie gehört dem Team Koach des OK-Präsidenten des Reppischtallaufs, Kurt Müller, an, das nicht weniger als 27 Finisherinnen und Finisher stellte.

Von Jahrgang 1937 bis 2024

Eine Besonderheit des Reppischtallaufs ist die Altersdurchmischung. Der jüngste Finisher, John Moser aus Horgen, ist 2024 geboren worden. Die Kleinsten durften sich auf der 500 Meter langen Strecke von ihren Eltern begleiten lassen. Ganz anders die Spitze bei Piccolo 1 mit Jahrgang 2018 oder 2019. Die klare Siegerin, die auch deutlich vor dem ersten Jungen das Ziel erreichte, war Malea Fontanive aus Meilen. Sie ist beim Zeitmesser Datasport bereits 21-mal als Finisherin aufgeführt, gewann unter anderem ihre Kategorie letztes Jahr beim Zytturm-Triathlon in Zug und gratulierte der Zweit- und Drittklassierten bei der Siegerehrung ebenso souverän, wie man es von Profiathleten gewohnt ist. Vom Alter her der Urgrossvater des jüngsten Finishers könnte der Zweitplatzierte der neuen Kategorie 80+ sein, Gregorio Sablone aus Zürich, Jahrgang 1937, der die acht Kilometer des Hauptlaufs in 54 Minuten bewältigte. Insgesamt finishten vier Männer und eine Frau über 80 den Reppischtallauf. Der Sieger dieser Kategorie, Armin Schibli, war eigens aus Steg VS angereist. Der längste Wettkampf des 80-Jährigen im letzten Jahr: 28 Kilometer beim Gondo-Marathon Berglauf.

Bemerkenswert auch der schnellste Ämtler, der einmal mehr zeigte, dass sich auch mit einigen Jahrringen und gesundheitlichen Rückschlägen noch einiges erreichen lässt:

Der Aeugster Adrian Brennwald, der im letzten Jahr den 50. Geburtstag gefeiert hat, erlitt 2022 einen schweren Unfall. Der Weltmeister im Dreifach-Ironman von 2010 kämpfte sich zurück. Mit der angesichts des stark coupierten Parcours mit schweren Böden umso beachtlicheren durchschnittlichen Kilometerzeit von 3:36 Minuten gewann er seine Altersklasse standesgemäss mit grossem Vorsprung.

Das Fazit von OK-Präsident Kurt Müller fällt sehr positiv aus: «Wir wurden von der Gemeinde Stallikon und vom bisherigen OK von Anfang an unterstützt. Die Feedbacks, die wir von den Läuferinnen und Läufern erhalten haben, sind durchwegs positiv, und wir werden den Anlass nächstes Jahr im selben Stil weiterführen. Erfreulich wäre es, wenn sich noch mehr Klassen beteiligen würden, idealerweise zusammen mit ihrer Lehrerin oder ihrem Lehrer.»

Ausgewählte Ämtler Resultate

Den Klassenwettkampf gewann die 3. Klasse der Primarschule Stallikon von Patrick Rogg. Sie stellte am meisten Finisherinnen und Finisher, gemessen an der Klassengrösse. In der Kategorie Piccolo 1 Knaben siegte Magnus Nitzsche aus Stallikon, bei Piccolo 2 stand Seán Kerins, Mettmenstetten, zuoberst auf dem Podest. Einen Kategoriensieg erreichte sodann Mei Blättler, Stallikon, bei Jogging Damen. Kurt Müller konnte mehrere von ihm gecoachte Rennradfahrerinnen und -fahrer zum Start am Reppischtallauf motivieren.

Am erfolgreichsten unter ihnen war Aline Graf aus Ottenbach als Zweite der Kategorie U18, die für den Säuliämtler Sportsaward in der Kategorie Newcomer Frauen nominiert ist. Den zweiten Rang erreichte auch Léon Huggler aus Stallikon bei Piccolo 1. Dritte Ränge erzielten Leonie Bollier, Hedingen, Hauptlauf F20, Sven Weyermann, Stallikon, Jogging Herren, Til Bezgovsek, Stallikon, Schüler, Gianna Cacciapaglia, Ottenbach, Piccolo 1, und Sven Michel, Affoltern, Piccolo 2.

Wie sehr der Reppischtallauf auch ein Familienanlass ist, zeigte sich daran, dass teilweise sowohl Eltern als auch Kinder starteten. Drei Familien erscheinen gleich viermal in der Rangliste, nämlich Daniel, Maël, Sibylle und Yven Joller sowie Andrei, Blagoja, Joanna und Milena Stojanovski aus Stallikon und Andrin, Leonie, Manuel und Milena Schönbächler aus Mettmenstetten.

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