Unterhaltsame und festliche Verleihung
Bereits zum 18. Mal wurden die Säuliämtler Sports Awards verliehen:
Para-Radrennfahrerin Flurina Rigling gewinnt nach 2023 und 2024 erneut
Eher keine Überraschung ist der diesjährige Preis in der Kategorie Frauen für die Para-Radrennfahrerin und Seriensiegerin Flurina Rigling aus Hedingen. 2025 holte sie nicht weniger als fünf Weltmeistertitel – auf der Strasse (Titelverteidigung), im Zeitfahren (Titelverteidigung), im Scratch (Bahn), in der Elimination (Bahn) und im Sprintformat (Bahn). Für Rigling ist es der dritte Award in Folge, nach 2023 und 2024.
Überraschend war eher, dass die 29-Jährige persönlich in Affoltern anwesend war. Sie hatte für den Anlass in ihrer Heimat extra ihr Trainingslager auf Mallorca unterbrochen. Gefragt, welche Ziele sie überhaupt noch habe, erklärte Rigling: «Wenn ich auf einem Gipfel bin, frage ich: Welche Gipfel gibt es sonst noch?» Es gebe immer etwas zu verbessern, etwa neues Material zu testen oder, wie kürzlich, an Aerodynamik zu arbeiten – auch im Hinblick auf die Paralympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles.
Mit Flurina Rigling nominiert waren die Springreiterin Eva Gautschi aus Aeugst (2025 u. a. Schweizer Meisterin bei der Elite) und die Wettswiler Tennisspielerin Jenny Dürst (Top Ten in der Schweiz, Award-Gewinnerin 2022).
Drittes Säuli auch für Freestyle-Skier Noé Roth
Bei den Männern erhielt Freestyle-Skier Noé Roth das begehrte Säuli. Auch er hat jetzt ein Trio beisammen, nach 2023 und 2018 (Newcomer-Award). Für ihn nahm seine Mutter Colette den Preis entgegen, da Roth noch mitten in der Wettkampfsaison steckt. Der Baarer, der Mitglied des FC Jumpin Mettmenstetten ist, wurde 2025 Weltmeister (in St. Moritz) und Zweiter im Gesamtweltcup. Sein nächstes grosses Ziel: Gold an den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina, wie er kürzlich in einem Interview erklärte. Dieses Ziel geht er offenbar relativ entspannt an, «jedenfalls entspannter als ich», verriet seine Mutter am Sonntag im Gespräch mit Moderator Bandi.
Neben Roth waren der Ottenbacher Ringer Nino Leutert nominiert (2025 3. Platz Militär-Weltmeisterschaften, Schweizer Meister) und der Judoka und Judolehrer René Täuscher, der für den Judoclub Wettswil antritt. Mit Jahrgang 1976 dürfte der gebürtige Deutsche einer der ältesten Nominierten in der Geschichte des Säuliämtler Sports Awards sein. 2025 wurde er in der Wettkampfkategorie Veterans/Masterclass +100kg Schwergewicht unter anderem Deutscher Meister im Einzel (zum 7. Mal!). Auch den Schweizer Meistertitel hat er schon vier Mal gewonnen. Das hat allerdings seinen Preis, wie der hauptberuflich als Bäcker arbeitende Sportler freimütig erzählte. Er leide unter Arthrose im Sprunggelenk, müsse immer wieder mal Tabletten schlucken und noch dieses Jahr operiert werden.
Vierter Award für Tanzpaar Kucharczyk/Corrodi
Auch in der Kategorie Team haben die diesjährigen Gewinner bereits einen Säuliämtler Award zu Hause stehen, beziehungsweise sogar deren drei. Es ist das Tanzpaar Maja Kucharczyk und Davide Corrodi aus Hausen, die bereits 2018, 2021 und 2023 gewählt wurden. Ihr Palmares im letzten Jahr: 4. Platz Europameisterschaft 10-Tanz, 7. Platz Weltmeisterschaft 10-Tanz, Schweizer Meister Standard, Latein und 10-Tanz. Den Preis nahm Davide Corrodi alleine entgegen, da seine Tanzpartnerin im Rahmen ihres Studiums gerade in Rumänien weilt.
In derselben Kategorie nominiert waren der Reitverein Birkenhof Affoltern (2025 Schweizer Meister in der Kategorie Vierkampf, Sieg in allen Qualifikationsturnieren) und der Radsportclub RRC Amt (div. Spitzenplatzierungen von Einzelsportlern und als Club).
Newcomer aus den Sportarten Rhönrad und Rudern
Bei den Newcomerinnen machte die Bonstetter Rhönradsportlerin Elea Peter das Rennen (2025 holte sie u. a. Gold an den Team-U19-Weltmeisterschaften mit dem Schweizer Junioren-Nationalteam). Mit ihr nominiert waren die Radrennfahrerin Aline Graf aus Ottenbach und Sportklettererin Meike van der Aar aus Bonstetten.
Bei den Newcomern durfte der Mettmenstetter Ruderer Dario Schuler ein Säuli entgegennehmen (2025 3. Platz U19-Schweizer-Meisterschaften Freiluft/Doppelzweier, 3. Platz U19-Schweizer-Meisterschaften Freiluft/Doppelvierer, 1. und 3. Platz Internationale Juniorenregatta München Freiluft/1er Skiff). Mit ihm zur Auswahl standen der Bonstetter Rhönradsportler Timon Peter (Bruder von Elea Peter) und der Ottenbacher Kartfahrer Tino Sidler; da er sich in Italien im Training befindet, wurde er von seinem Manager Christian Häusler vertreten.
Tipp an den Nachwuchs: «Train hard, win easy»
Speziell geehrt wurde der Mountainbiker Urs Huber. Er beendete 2025 seine Profikarriere nach 19 Jahren und Siegen bei den härtesten Langdistanz-Mountainbike-Rennen der Welt. Im Gespräch mit Sports-Awards-OK-Mitglied Moreno Gava räumte er ein, dass er ein paar Tränen verdrückt habe, als unmittelbar vor der Ehrung ein kurzes Video von einem seiner Rennen gezeigt wurde. Dennoch sei er froh, dass sein Leben nun «vielleicht etwas normaler» werde; Huber hat vor vier Jahren den elterlichen Hof im Freiamt übernommen. Sein Tipp an den Nachwuchs: «Train hard, win easy» – trainiere hart, dann hast du im Wettkampf leichtes Spiel.
Trotz «brutaler Desillusionen» den Traum nicht aufgeben
Alle, sowohl die Award-Gewinner als auch die Nominierten, kennen das Gefühl des Erfolgs, des Siegs. Doch wie geht man mit Niederlagen um, wie mit brutalen Desillusionen? Wichtig sei, dass man seine Träume nicht aufgebe, riet Fussballmanager Fredy Bickel in einer lockeren Gesprächsrunde mit Moderator Bandi. Und dass man realisiere, dass der Sport ganz viele Facetten habe.
Bickel, der unter anderem für GC, YB und den FC Zürich tätig war, sprach aus eigener Erfahrung. Der gebürtige Mettmenstetter und Präsident des FC Affoltern stiess als fussballbegeisterter 16-Jähriger zum SC Zug und wurde dort vom damaligen Trainer Otto Luttrop für die 1. Mannschaft aufgeboten. Gleichzeitig gab Luttrop (Spitzname: «Atom-Otto») Bickel den Rat, sich in erster Linie um eine gute Berufsausbildung zu bemühen: Arbeit vor Fussball. Für Bickel («Ich wollte schon als kleiner Bub Profi werden») platzte damals ein Traum. Und zwar so nachhaltig, dass er das Fussballspielen sofort aufgab und zwei Jahre lang keinen Ball mehr anrührte, wie er in Affoltern erzählte. Es sei der legendäre SRF-Sportreporter Hans Jucker aus Affoltern gewesen, der ihn wieder für den Sport begeisterte – als Reporter. 1992 sei er, Bickel, schliesslich als Pressechef und Buchhalter zum Fussballclub GC gestossen (später war er Assistent des Sportchefs). Von dort zog er als Manager zu YB (2 x), zum FC Zürich, Rapid Wien und wieder GC. Als Fussballer holte er selber keine Titel, aber als Manager war er beteiligt an sechs Schweizer-Meister-Titeln und zwei Cupsiegen.


















