«Ich möchte einfach weiterkommen»
Handballer Iso Sluijters stürmt für den HC Emmen – zu Hause ist er mit seiner Familie in Affoltern
Iso Sluijters ist froh, seinem Beruf nachgehen zu können. Er spielt für den Tabellenführer in der Nationalliga B, den HC Emmen. Der 35-jährige ehemalige Nationalspieler Hollands hat nur lobende Worte für sein Team. «Mir gefällt es sehr gut, es ist eine mega junge Mannschaft. Ich bin neben einem 32-Jährigen der Älteste. Es ist ein sehr junges, talentiertes Team, wir arbeiten hart», erzählt er im Gespräch mit dem «Affolter Anzeiger».
Angesprochen auf die schwierige Zeit bei seinem letzten Arbeitgeber GC Amicitia Zürich in der Nationalliga A, sagt er: «Die letzten zwei Jahre waren mental sehr anstrengend. Der Lohn kam verspätet, es gab viele andere Probleme im Verein.» Nach dem Ausscheiden des Hauptsponsors musste der Trägerverein GAZ Konkurs anmelden. Iso Sluijters hatte einen Vertrag bis Sommer 2026, welcher daraufhin seine Gültigkeit verlor, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt.
Iso Sluijters musste sich einen neuen Verein suchen. Über Paul Bar, seinen Ex-Kollegen aus Zürich, kam schliesslich der Kontakt in die Innerschweiz zustande. Paul Bar trainiert in Emmen die Goalies. Beim HC Emmen hat Sluijters einen Vertrag bis Ende 2027 unterschrieben. Er ersetzt Luca Mastrocola, der wegen einer Schulteroperation ausfällt. «Ich möchte einfach weiterkommen», sagt der Vater eines fünfjährigen Jungen. Er gesteht, dass er sich noch zu fit fühle, um aufzuhören. Ein Traum, der sich wohl aber nicht mehr erfüllen werde, sei ein Engagement bei Barcelona.
Ohnehin zählen mittlerweile auch andere Dinge. Ihm, seiner Partnerin und seinem Sohn gefalle es sehr in Affoltern. «Es hat viele Familien hier, Schulen und alles sind hier. Wir haben schon immer in Affoltern gelebt, uns gefällt es sehr, es ist ruhig. Zudem ist es nicht weit weg von Zürich und Zug.» Und der Sohn sei happy im Kindergarten, ergänzt er. «In meiner Familie haben beide Eltern Handball gespielt. Mein Vater spielte auch Rugby. Erst wollte ich Rugbyspieler werden, doch in meiner Heimat gab es keine Mannschaften für mich. Das heisst, erst ab 16 Jahren, und ich war damals 8 oder 9. Dann probierte ich Handball aus, es hat mir gut gefallen, machte mir Spass. Es ist ein vielschichtiger Sport: Es ist schnell, hart. Das sind Dinge, die ich beim Sport mag.»
Der Sohn spielt Handball beim HSV Säuliamt. «Er ist erst fünf Jahre alt. Es gefällt ihm sehr. Doch ich würde ihm auch andere Sportarten anbieten. Von mir aus muss er nicht Handballer werden, er muss einfach Spass haben», sagt er. Sluijters hilft dort auch mit bei den U7-Trainings des HSV Säuliamt. «Bald werde ich auch bei den U9 mithelfen», sagt er.
Dann ist wohl eine Trainerkarriere die nächste Station nach dem aktiven Sport? «Ich will ein Trainerdiplom machen und möchte schon im Handballbereich bleiben als Junioren- oder Assistenztrainer, aber nicht profimässig.
Der 35-Jährige möchte Elektriker werden. Er habe ein paar Mal versucht, während der Profizeit ein Heimstudium zu absolvieren, doch das habe nicht geklappt. Iso Sluijters betont, dass er durch den Sport alle zwei Jahre das Land wechselte. So spielte er in Spanien, Norwegen, Deutschland, Polen, in der Schweiz – etwas anzufangen irgendwo, war deshalb schwierig. «Die Elektrizität finde ich mega interessant. Ausserdem arbeite ich gerne mit meinen Händen. Es ist nicht zu einfach, du musst nachdenken und trotzdem mit den Händen arbeiten, das interessiert mich einfach.»
Zu seinen Hobbys und Aktivitäten mit der Familie zählt er das Ski- und Snowboardfahren. «Das war während der Profikarriere nicht erlaubt. Vor allem hier in der Schweiz ist es wunderschön, mit der Aussicht und den schönen Bergen und dem Schnee. Ansonsten wandern wir bei schönem Wetter. Meistens sind es sportliche Dinge, das macht mir am meisten Spass.»






