«Im Team sind wir mega eng»
Die 16-jährige Ladina Ramstein aus Stallikon ist talentierte und begeisterte Curlerin
Ladina Ramstein schlägt als Treffpunkt für das Interview die Halle des Curling-Clubs Limmattal in Urdorf vor, wo sie trainiert. Im Café treffen sich alteingesessene Curler, die nach dem Spiel auf dem Eis zusammensitzen. Schliesslich steht einer nach dem anderen auf und verabschiedet sich. Auf dem Eis in der Halle sind derweil Anfängerinnen und Anfänger dabei, die ersten vorsichtigen Schritte und Slides zu üben.
Ein Team seit sieben Jahren
Seit sieben Jahren spielt Ladina Ramstein im Team Limmattal-Wetzikon mit ihren Kolleginnen Jana Soltermann, Zoe Schwaller (Skip) und Aniko Szekely – und dies äusserst erfolgreich. Ende 2025 gewann das Team in Thun die European Junior Curling Tour (EJCT). Dabei trafen sie auf Teams aus Deutschland, Tschechien, Italien und Korea. Sie hatten jedoch allesamt einen schweren Stand gegen die starken Teams aus der Schweiz. Mit dem Sieg setzten die Juniorinnen des CC Limmattal-Wetzikon ein starkes Zeichen für den Nachwuchs im schweizerischen Curling und zeigen eindrucksvoll, dass die Zukunft des Sports gesichert ist. Die Zürcherinnen waren schon mal im Final, was also lief diesmal anders? «Wir hatten zwei Wochen zuvor ein EJCT gespielt, da waren die Gegner eigentlich schlechter. Doch dadurch, dass wir schon mal im Final dabei waren, wussten wir, wie es abläuft. Das hat sicher geholfen.»
Auch im U21-Nationalkader dabei
Die jungen Curlerinnen spielen während des ganzen Jahres Turniere – auch ausserhalb der Schweiz. Als Team sind sie auch im U21-Nationalkader. «Der Schweizer Meister und ein anderes Team sind jeweils im Nationalkader, wir sind das andere Team», sagt sie und lacht. Das Curling-Gen hat Ladina Ramstein wohl in die Wiege gelegt bekommen. Vater Marco und Mutter Claudia spielten Curling. Marco Ramstein tat dies äusserst erfolgreich: Er gewann an den Weltmeisterschaften in Lausanne 2001 die Silbermedaille, Bronzemedaille anden Olympischen Winterspielen 2002 und belegte Rang 3 an den Europameisterschaften 2010. Klein-Ladina war an Weltmeisterschaften dabei, wie sie erzählt.
Faszination Teamsport
Für Ladina Ramstein ist es der Zusammenhalt, der Teamspirit, der ausschlaggebend ist für ihre bisherige Curlingkarriere. «Im Team sind wir mega eng, sind oft unterwegs. Den Zusammenhalt, den wir haben, das finde ich sehr schön.» Neben dem Sport absolviert sie eine Sportlehre im kaufmännischen Bereich. Das heisst für sie, zwei Jahre Schule und zwei Jahre Praktikum.
Was auf den ersten Blick eher kurios aussieht, wie der Skip den Stein loslässt und die anderen dann mit ihren Besen vor dem Stein hin und her wischen, ist Einschätzung, Wissen und ganz viel Training. Beim Curling versuchen zwei Teams mit je vier Spielern, die schweren Granitsteine möglichst nah an den Zielkreis, das Haus genannt, zu platzieren. Die Steine der Gegner werden dabei weggestossen oder blockiert.
Und wie sehen Ladina Ramsteins nächste Ziele aus? «Irgendwann möchte ich sicher mal an den Olympischen Spielen mit dabei sein», sagt sie. Ladina Ramstein nimmt es Schritt für Schritt. «Momentan sind es die Junioren-Weltmeisterschaften, doch dafür müssen wir im März 2026 Schweizer Meister werden. Wer gewinnt, der kann an die Junioren-Weltmeisterschaften im Jahr 2027.» Ihr Vorbild ist Alina Pätz. Die 35-Jährige ist im selben Club wie Ladina Ramstein und sie gehört zum Team um Skip Silvana Tirinzoni, das im Februar an den Olympischen Spielen in Turin für die Schweiz antritt. «Mir gefällt, wie sie spielt. Sie ist sehr konzentriert, hat mega Nerven. Sie bringt ihre Steine immer an den gewünschten Ort.»










