Urs Huber setzt Ausrufezeichen im Hinblick auf den GP Osterhas

Der RRC-Amt-Leistungsträger gewinnt die Schlussetappe des MTB-Etappenrennens Cape Epic

Simon Schneller, links, und Urs Huber erreichen die Cape-Epic-Schlussetappe in Stellenbosch als Sieger. (Bild Nick Muzik/Cape Epic)

Das Cape Epic geniesst den Ruf, die Tour de France der Mountainbiker zu sein. Entsprechend stark ist die Konkurrenz. Entsprechend hart wird gekämpft. Das weiss nicht nur der zehnfache Crosscountry-Weltmeister und Olympiasieger Nino Schurter, der das südafrikanische Etappenrennen 2017 und 2019 für sich entscheiden konnte. Das weiss auch Urs Huber, der Gesamtsieger von 2016.

Der Mettmenstetter startete jedoch ohne Cape-Epic-Aufgebot in die Saisonvorbereitung. Er liess die Trainingslager in wärmeren Gefilden aus und bereitete sich von zu Hause aus auf einen etwas späteren Saisoneinstieg vor. Ein krankheitsbedingter Ausfall in Hubers Bulls-Team bescherte dem 38-Jährigen überraschend dann doch das Rennaufgebot. Im Wissen, dass er nicht optimal vorbereitet war, ging er an den Start – und litt zunächst fürchterlich.

Was nicht weiter erstaunte. Mit einer Distanz von 605 km und 16050 Höhenmetern verteilt auf Prolog und sieben Teilstücke war das Cape Epic auch diesmal kein Pappenstiel. Zumal in diesem Jahr wieder um die Olympia-Qualifikation gekämpft wird und etliche Spitzenfahrer den Wettkampf als Formtest oder zum Formaufbau nutzten. So auch Nino Schurter, der diesmal mit dem dänischen Meister Sebastian Fini startete, denn das Cape Epic wird in Zweierteams gefahren. Gegen die starken und erfahrenen Dominatoren dieser Austragung, Matthew Beers und Howard Grotts kam jedoch kein Team an. Die Zweitplatzierten Schurter/Fini büssten über elf Minuten auf das südafrikanisch-amerikanische Duo ein. Noch weiter zurück lagen alsbald Huber und sein deutscher Teampartner Simon Schneller, die sich eine andere Taktik zurechtlegten. Wie an der echten Tour de France konzentrierten sich die beiden ab dem dritten Teilstück auf einen Etappensieg, weil sie merkten, dass sie keine Chance auf eine Top-Platzierung im Gesamtklassement haben werden. Sie gingen die vierte Etappe etwas ruhiger an, um Kräfte für das fünfte Teilstück zu sammeln. Mit Rang vier landeten sie jedoch neben dem Podium, erhielten aber die Gewissheit, dass ihre Strategie aufgehen könnte. Also nochmals einen Tag ruhig angehen und tatsächlich: Auf der Schlussetappe folgte der Exploit: Huber/Schneller erreichten als Etappensieger das Ziel!

Mit geänderter Taktik zum Triumph

«Ich freue mich riesig, dass die Woche so geendet hat. Noch nie konnte ich eine Schlussetappe am Cape Epic gewinnen. Das gibt Motivation für die Saison», freute sich Urs Huber im Ziel in Stellenbosch. Im Hinblick auf den GP Osterhas am Ostersamstag in Affoltern wollte er sich aber nicht auf die Äste hinauswagen. «Ich muss jetzt zuerst heimfliegen und dann schauen, wie sich die Beine anfühlen. Mit ein paar lockeren Ausfahrten werde ich mich erholen und schauen, was sich am GP Osterhas ergibt.»

Auch die Topfahrerinnen im Feld der Frauen, Alessandra Keller und Linda Indergand, machten bereits mit guten Resultaten auf sich aufmerksam. GP-Osterhas-Vorjahressiegerin Keller gewann vor zwei Wochen den Swiss Bike Cup-Auftakt in Gränichen, Indergand wurde Vierte. Am letzten Sonntag beim zweiten Lauf in Rivera erreichte Keller das Ziel als Dritte und Indergand wurde Achte. Der Lauf im Tessin war im Hinblick auf die Mitte April in Brasilien beginnende Mountainbike World Series international stark besetzt. In den Nachwuchskategorien machten auch RRC-Amt-Fahrerinnen mit Spitzenklassierungen von sich reden. Europameisterin Shana Huber, die inzwischen für das Specialized Junior-Team fährt, gewann bei den U17; ihre Schwester Lina wurde Zweite bei den U15. Derweil sich die heimischen Strassenfahrer in der Deutschschweiz am Wochenende mit Rennabsagen konfrontiert sahen – wegen schneebedeckten Strassen! Bleibt zu hoffen, dass am GP Osterhas am kommenden Samstag der Schneepflug in der Garage bleiben kann.

Weitere Informationen: rrc-amt.ch/gp_osterhas

Das Rennprogramm am GP Osterhas

8.30 Uhr: U17, 40 Runden.

9.45 Uhr: U19/Amateure/Master,

60 Runden.

11.30 Uhr: U11/U13, 15 Runden.

12.15 Uhr: Piccolos,

0.5 bis 1.75 Runden.

12.45 Uhr: U15, 20 Runden.

13.30 Uhr: Frauen Elite/FB,

50 Runden.

15 Uhr: Männer Elite,

100 Runden.

Hinweis: 1 Runde misst 885 Meter

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