Urs Hubers Revanche am Grand Raid BCVS
Rücktritt vom Rücktritt: Platz 2 am Bike-Klassiker im Wallis

Eigentlich ist Urs Huber letztes Jahr als Berufsradsportler zurückgetreten. Die Art seines Rücktritts passte dem Mettmenstetter jedoch überhaupt nicht. Er wollte sich mit guten Ergebnissen von der Bühne seiner liebsten Mountainbike-Marathons verabschieden, die er alle mindestens sechs Mal gewonnen hatte. Eine Sturzverletzung im dümmsten Moment zwang ihn jedoch als Zuschauer auf seine Abschiedstour. Also trainierte er heimlich weiter und sann auf Revanche. «Um die Weihnachtszeit 2025 löste ich nochmals eine Rennlizenz, damit ich keine Ausreden mehr hatte», vertraute er dem «Anzeiger» nach seinem Coup am letzten Samstag in Grimentz an.
Morgens um halb sieben war er in Verbier nochmals mit dem Mountainbike zu seinem Lieblingsrennen, dem Grand Raid BCVS, gestartet. Und das nicht ganz ambitionslos, wie der sechste Platz zwei Wochen vorher an der Eiger Bike Challenge gezeigt hatte. Der 41-jährige Obstbauer erwischte auf der 125-km-Monsterstrecke mit 5025 Höhenmeter einmal mehr einen perfekten Tag und schaffte es drei Minuten hinter Sieger Martin Fanger als Zweiter ins Ziel. «Das ist der Abschied, den ich mir gewünscht hatte. Heute passte einfach alles zusammen, was mich sehr glücklich macht», zeigte sich Huber emotional wie selten zuvor. Am Samstag steht nun noch der Nationalpark Bike-Marathon in seinem Rennkalender. Wie an Eiger und Grand Raid startet er auch da ein letztes Mal als Rekordsieger. «Aber dann ist wirklich Schluss. Die Obsternte steht an. Da habe ich keine Zeit mehr zum Trainieren», so Huber.


