100 Jahre her: Der 1. Weltkrieg prägte auch das Säuliamt
Drei unbescheidene Wünsche des Präsidenten und ebenso spannende wie lebendige Ausführungen zur Rolle des Knonauer Amts im 1. Weltkrieg – der Neujahrsapéro der Gemeinnützigen Gesellschaft lockte am Berchtoldstag, 2. Januar, einmal mehr zahlreiche Besucher an.

«Soldaten! Die Lage ist weiterhin ernst.» In historischer Uniform führte Paul Leuthold, Vorstandsmitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirks Affoltern (GGA) die Apéro-Besucher in die Thematik des diesjährigen Neujahrsblatts ein. Dabei orientierte er nicht nur über die Lage im Grabenkrieg von Verdun, sondern appellierte auch an die Ernsthaftigkeit seiner Truppe: «Ich erwarte absolute Disziplin und absolute Wachsamkeit.»
«Das Knonauer Amt im 1. Weltkrieg» lautet der Titel des diesjährigen Neujahrsblatts. «Es gibt unter uns keine Zeitzeugen mehr», machte Marianne Voss, Präsidentin der Arbeitsgruppe Neujahrsblatt, gleich zu Beginn ihrer Ausführungen klar. Eine besondere Herausforderung, wenn man die damaligen Ereignisse und deren ganz konkrete Auswirkungen auf das Leben und Fühlen der Menschen rekonstruieren will. Mit Artikeln und Inseraten aus dem «Anzeiger», viel Hintergrundrecherche und eindrücklichen Berichten von Nachkommen, ist dies dem Redaktionsteam des Neujahrsblatts trotzdem gelungen.
Zivilgesellschaftliche Initiative gefragt
GGA-Präsident Georges Köpfli hatte sich zuvor in seiner Begrüssungsansprache aus einem Märchen der Brüder Grimm bedient. In der Geschichte gewährt eine Fee einem Holzfäller drei Wünsche, sofern dieser ihren Baum verschont. Die drei Wünsche des GGA-Präsidenten orientieren sich an den Zielsetzungen der GGA: Gemeinnutz stärken, Zugehörigkeit ermöglichen sowie Fairness und Respekt in der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung. «Was braucht es, damit Dorfgemeinschaften, ein Quartier, ‹Eingeborene› und Zugewanderte, Junge und Alte, Wohlhabende und Bedürftige gut und friedlich zusammenleben können?», so eine der Leitfragen von Georges Köpfli.
Als «beispielhaft für zivilgesellschaftliche Initiative» nennt der GGA-Präsident die diversen Projekte zur Begleitung von Asylsuchenden in den Ämtler Gemeinden: «Ich bin überzeugt, dass diese Freiwilligenarbeit ein wesentlicher Faktor ist für gelingende Integration und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.»


