Müller‑Mehrheit – und die Säuliamt‑Spezialitäten
Offizielle Namensdaten: Im Bezirk Affoltern dominieren die grossen Schweizer Klassiker

Wer durch den Bezirk Affoltern fährt, bewegt sich statistisch gesehen im Revier von Müller und Meier – in allen 14 Gemeinden gehören sie zur Spitzengruppe, oft klar auf Rang eins oder zwei. Dies zeigt eine Auswertung von Zahlen aus opendata.swiss aus dem Jahr 2021. Dazu gesellen sich die grossen Schweizer Klassiker Schmid, Huber, Baumann, Keller, Weber, Steiner oder Fischer, die in fast jedem Dorf zweistellige Werte erreichen und damit den «Nationalcharakter» des Säuliamts spiegeln.
Typisch fürs Säuliamt wird das Bild aber dort, wo regionale Namen die Statistik auffüllen: Schneebeli, Spillmann, Vollenweider, Häberling, Glättli oder Hegetschweiler tauchen gleich in mehreren Gemeinden weit oben auf, ebenso Zuwanderer-Namen wie Shala, Gashi oder Halimi. Sie sorgen dafür, dass der Bezirk nicht nur aussieht wie die Schweiz im Kleinen, sondern zugleich eine starke lokale Färbung hat – vom bäuerlichen Maschwanden bis zum vorstädtischen Wettswil.
Wo die grossen Namen sitzen
Über den ganzen Bezirk betrachtet, ist Müller der unbestrittene Spitzenreiter: In Affoltern, Bonstetten, Hausen, Kappel, Knonau, Mettmenstetten, Obfelden, Ottenbach, Rifferswil, Stallikon und Wettswil steht er entweder zuoberst oder sehr weit vorne, oft mit dreissig und mehr Einträgen. Meier liegt ihm dicht auf den Fersen und dominiert insbesondere Obfelden, Wettswil und mehrere kleinere Gemeinden, während Schmid und Suter über Hedingen und Mettmenstetten zu starken Bezirkskräften werden.
Die eigentlichen Säuliamt‑Spezialitäten verteilen sich wie ein Netz über den Bezirk: Schneebeli ist in Affoltern, Kappel, Obfelden, Ottenbach und Rifferswil jeweils in der Spitzengruppe, Vollenweider steht in Hedingen, Kappel, Rifferswil und Obfelden weit oben, Spillmann prägt Hedingen und Obfelden, Glättli fällt in Bonstetten und Hausen ins Auge. Zuwanderer‑Namen wie Shala oder Gashi erreichen vor allem in Affoltern, Hedingen, Obfelden und Wettswil zweistellige Werte und machen sichtbar, wie stark Migration das moderne Säuliamt mitprägt.
Schneebeli und Krasniqi
Im Bezirkshauptort ist das Bild besonders markant: Schneebeli und Krasniqi führen in Affoltern zusammen mit je 73 Einträgen die Rangliste an und überholen sogar Müller, der mit 70 Personen «nur» auf Rang drei liegt. Meier, Shala, Gashi, Huber, Stutz, Weber und Weiss runden die Top Ten ab – Affoltern vereint damit traditionelle Schweizer Namen mit stark vertretenen Zuwanderer‑Familien und macht die Vielfalt des modernen Säuliamts besonders sichtbar.
Wettswil als Agglomerationsgemeinde bringt ein dichtes Feld: Müller und Meier stehen mit 40 bzw. 37 Personen klar vorne, gefolgt von Keller, Weber, Huber und einem Trio Fischer/Roth/Steiner. Ab Rang neun mischen Kovacevic, Schweizer, Kastrati, Shala und Shekh die Statistik auf – zusammen mit Baumann, Brunner, Schmid, Frei oder Gut entsteht ein Bild, das zwischen Stadtperipherie und Säuliamt‑Tradition pendelt.
In Stallikon führt Müller (33) vor Huber (23) und Widmer (19), danach reihen sich Meyer, Saner, Keller, Fischer und Steiner ein. Eine breite obere Mittelschicht aus Baumgartner, Gerber, Hofmann, Meier, Moser und Ziberi zeigt die Mischung aus klassischer Schweizer und internationaler Namenswelt, während Schweizer, Seiler, Weber oder Bachmann die Säuliamt‑Linie verstärken.
Bonstetten ist ein Musterbeispiel für «Schweiz im Kleinen»: Müller steht mit 52 Personen klar vorne, gefolgt von Meier (47), Fischer (33), Huber (28) und Roth (25). Typische Bezirksnamen wie Frei, Gut, Keller, Baumann, Weber und Schneider sitzen ebenfalls in der Spitze und verbinden Bonstetten statistisch eng mit den übrigen Gemeinden.
In Aeugst teilen sich Bachmann, Gerber, Meier und Weiss mit je zwölf Personen die Spitze, dahinter folgen klassische Schweizer Namen wie Brunner, Frei oder Huber. Aeugst wirkt damit wie ein ländliches «Basisset» des Säuliamts: Die grossen Nationalnamen sind da, regionale Spezialitäten wie Bachmann geben dem kleinen Dorf sein eigenes Profil.
Hedingen wird von Schmid, Keller und Spillmann geprägt: 27 Einträge für Schmid, je 23 für Keller und Spillmann, plus eine starke Präsenz von Müller, Baumann, Huber und Meili. Säuliamt‑typische Namen wie Vollenweider, Shala, Gut, Hasler oder Wildhaber sind deutlich vertreten und machen Hedingen zu einem Ort, an dem sowohl traditionelle Schweizer als auch neuere Familienlinien statistisch Gewicht bekommen.
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