10'000 Franken für die rollende Theaterwerkstatt
Der Kanton Zürich fördert erstmals die kulturelle Teilhabe. Ziel ist es, möglichst viele Menschen dazu anzuregen, sich mit Kultur auseinanderzusetzen und diese mitzugestalten. Unter den drei ausgezeichneten Projekten ist auch die rollende Theaterwerkstatt Fahr.werk.ö!.

Möglichst vielen Menschen – unabhängig von ihrer nationalen oder sozialen Herkunft – den Zugang zur Kultur zu ermöglichen. Das strebt die Fachstelle Kultur an und unterstützt deshalb künftig auch Vorhaben im Bereich der kulturellen Teilhabe finanziell. Dieser Ansatz ist neu und anspruchsvoll. Der Förderschwerpunkt liegt auf dem Entstehungsprozess eines Kunstwerks und nicht mehr in erster Linie auf dem Kunstwerk selbst. Die Herausforderung besteht also darin, das partizipative Erarbeiten von Kunstwerken zu beurteilen und zu fördern.
Mit der Vergabe der Anerkennungsbeiträge sollen Vorhaben gefördert werden, die Menschen den Zugang zum kulturellen Leben ermöglichen, sie am künstlerischen Prozess teilhaben lassen oder sie dazu animieren, selbst kreativ tätig zu sein. Das dreijährige Pilotprojekt wird das Spektrum künstlerischer Teilhabeprojekte ausloten und die Förderkriterien schärfen. Eine fünfköpfige Jury, der neben zwei Mitarbeiterinnen der Fachstelle drei externe Experten angehörten, hat die diesjährigen Anerkennungsbeiträge vergeben.
Gemeinsam ein Stück erarbeiten
Hinter der rollenden Theaterwerkstatt Fahr.werk.ö! stehen die Ämtler Theaterfrau Conni Stüssi und ihr Team. Seit 1997 tingeln sie – Fachleute der Theater-, Tanz-, Musik- und Technikerszene – mit drei Traktoren und sechs Zirkuswagen durch den Kanton. Wo sich die Theaterleute mit ihrer Entourage niederlassen, wird während einer Woche gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ein Theaterstück erarbeitet. «Es hat mich sehr gefreut, nach 20 Jahren unaufgefordert diese Anerkennung zu bekommen», so Conni Stüssi. Die Auszeichnung an sich schätzt sie als mindestens ebenso wertvoll ein wie den Geldbetrag. Die 10000 Franken werden in den Betrieb fliessen – und damit auch der hiesigen Jugend zugutekommen: «Nächstes Jahr sind wir wieder zweimal im Säuliamt», verspricht Conni Stüssi.
Neben dem «Fahr.werk.ö!» werden das im Säuliamt ebenfalls bekannte Maxim Theater sowie das Künstler-Kollektiv «ox&öl» ausgezeichnet. Bei den ausgewählten Projekten überzeugt, dass die Initianten aus einer künstlerischen Haltung heraus gestalten, mit kulturfernen Gruppen arbeiten und dass sie die Teilnehmenden auf lustvolle Art und Weise befähigen, selbst kreativ tätig zu sein. (tst.)


