200 «Weihnachtspäckli» mehr

Viele Menschen in Osteuropa leben am Existenzminimum, Covid-19 droht ihnen vollends den Boden unter den Füssen wegzuziehen. Umso wertvoller ist die Aktion Weihnachtspäckli als Lichtblick. Das Knonauer Amt zeigte sich dieses Jahr besonders spendierfreudig.

«Päckliberg» in der Chrischona Affoltern: Über 526 Pakete für Kinder und Erwachsene kamen hier zusammen – und 350 Franken an Spenden für Transportkosten. (Bild zvg.)
«Päckliberg» in der Chrischona Affoltern: Über 526 Pakete für Kinder und Erwachsene kamen hier zusammen – und 350 Franken an Spenden für Transportkosten. (Bild zvg.)

Würde die Aktion Weihnachtspäckli auch im Coronajahr laufen? Und wie: Trotz der schwierigeren Umstände waren die Helfer motiviert beim Sammeln und Weiterleiten der vielen Pakete für Osteuropa. 686 Weihnachtspäckli ­kamen diesmal im Bezirk Affoltern ­zusammen. Das sind über 200 mehr als im Vorjahr. Immerhin 52 Pakete steuerte die neue Sammelstelle der Mission am Nil in Knonau bei. «Ein schönes Ergebnis für das erste Jahr», bilanziert Mathias Rellstab, Kommunikationsverantwortlicher bei der christlichen Hilfsorganisation, die sonst eigentlich in Afrika tätig ist, «aber es gibt sicher noch Wachstumspotenzial...». Etwa gleich viele Pakete wie in den letzten Jahren – nämlich 108 – vermeldete die Sammelstelle der reformierten Kirche in ­Maschwanden. Wegen Corona wurde hier auf die traditionelle Kaffee- und Kuchenausgabe verzichtet.

In dieser Zeit besonders motiviert

Ein sattes Plus von 140 Paketen ­gegenüber dem Vorjahr durfte Richard Roth registrieren, der nicht nur für die Sammelstelle der Chrischona in Affoltern verantwortlich ist, sondern einmal mehr auch an seinem Wohnsitz in ­Rifferswil Pakete entgegengenommen hat. Er berichtet von einem Turnverein, der coronabedingt nicht mehr in die Halle durfte und dessen Mitglieder die Zeit stattdessen nutzten, über 20 Pakete zusammenzustellen und zu verpacken. Und auch andere seien in dieser Zeit besonders motiviert, Solidarität zu zeigen und Freude zu schenken, so Roth. Eine Bauernfrau aus Zwillikon etwa habe sich nicht nur selber engagiert, sondern auch in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis fleissig Werbung gemacht. 34 Päckchen kamen so zusammen.

Über 30 Sattelschlepper transportieren die Päckli jeweils in die Ukraine, nach Moldawien, Rumänien, Weissrussland, Albanien, Bulgarien und Serbien. Lokale Mitarbeitende verteilen sie dort an Kinder in Schulen und Heimen, ­bedürftige Familien, Alleinerziehende, verarmte Rentnerinnen und Rentner sowie an Menschen mit einer Behinderung oder Krankheit.

Im vergangenen Jahr wurden 110100 bedürftige Kinder und Erwachsene mit einem Weihnachtspäckli aus der Schweiz überrascht.

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