Wasserverbrauch schon fast wieder auf Rekordniveau

Jenseits der Reuss im Freiamt haben bereits erste Gemeinden ihre Bevölkerung gebeten, ihre Gärten sparsam oder gar nicht zu bewässern. Ein Problem für die Wasserbeschaffung ist es, wenn alle gleichzeitig den Hahnen aufdrehen.

An heissen Tagen wird in Obfelden in den Abendstunden mehr Wasser verbraucht, als nachfliessen kann. Dann schrillen bei Brunnenmeister Res Bachmann die Alarmglocken. <em>(Bild Thomas Stöckli)</em>
An heissen Tagen wird in Obfelden in den Abendstunden mehr Wasser verbraucht, als nachfliessen kann. Dann schrillen bei Brunnenmeister Res Bachmann die Alarmglocken. <em>(Bild Thomas Stöckli)</em>

Auf über 53000 m stieg der Leitungswasserverbrauch der Gemeinde Obfelden im rekordtrockenen Juli letzten Jahres an, das sind 53 Mio. Liter. Dieser Wert wird heuer nicht überboten. Den bisher maximalen Tageswert dieses Jahres hat Res Bachmann, Leiter des Obfelder Werkdiensts und Brunnenmeister, am Sonntag, 30. Juni, verzeichnet mit 2258 m – das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahresmittel. Dabei flossen in der Spitzenzeit zwischen 21 und 22 Uhr 205000 Liter Wasser aus dem Leitungsnetz. Nachfliessen können maximal 175000 Liter pro Stunde – aus dem eigenen Grundwasserpumpwerk und von der Gruppenwasserversorgung Amt aus Affoltern und Maschwanden. Entsprechend lässt sich ein Absinken des Pegelstands im Reservoir nicht verhindern und bei der Wasserversorgung schrillen die Alarmglocken.

Höchstverbrauch am Abend

Auch wenn grundsätzlich genug Wasser da ist: «In Spitzenzeiten kann es zu Engpässen kommen», so Bachmann. Die Verbrauchskurve zeigt es an: bei den aktuellen heiss-trockenen Bedingungen steigt der Wasserbezug in Obfelden zwischen der Morgendusche um 5.30 und 10.30 Uhr steil und stetig an auf rund 150000 Liter pro Stunde. Es folgt ein Zwischentief bis 17.30 Uhr und dann der noch deutlichere Ausschlag bis um die 200000 Liter pro Stunde um 21, 22 Uhr. Darin enthalten: Der Wasserbedarf für die Waschmaschinen und Geschirrspüler, die in die Zeit des Niedertarif-Stroms programmiert werden, aber auch die Abenddusche und natürlich das Wässern des Gartens. Gerade hier sieht Res Bachmann Sparpotenzial. Insbesondere Rasenflächen ertragen Trockenheit besser als man denkt und können sich meist wieder erholen. Weiter empfiehlt er, statt spätabends doch besser frühmorgens zu wässern, wenn der Gesamtverbrauch erfahrungsgemäss noch viel niedriger ist.

Drastische Einschränkungen im Härtefall

Einen offiziellen Aufruf zum Wassersparen hat Obfelden noch nicht herausgegeben. Doch entsprechende Informationszettel seien bereits vorbereitet. Erste Massnahmen wären im Härtefall eine Einstellung des Badi-Betriebs, Verbote von Gartenbewässerung und Autowäsche sowie drastische Einschränkungen bei den Grossverbrauchern wie auch den Bauern für das Bewässern. «Das mussten wir noch nie machen», so Bachmann, «und ich hoffe, das bleibt auch so.» Die örtlichen Bauern hat er vergangene Woche bereits auf den hohen Tagesverbrauch und die Problematik der Wasserbeschaffung und Verbrauchszeiten der Wasserversorgung Obfelden sensibilisiert. 15 von ihnen sind seiner Gesprächseinladung gefolgt.

Sollte einmal der Zufluss aus Affoltern und Maschwanden wegfallen, bleiben Obfelden mit dem eigenen Grundwasserpumpwerk, das maximal 1000 m im Tag liefert, kaum mehr als zwei bis drei Tage, ehe der Wasserverbrauch drastisch eingeschränkt – im Vergleich zu Tagen des Spitzenverbrauchs mehr als halbiert – werden müsste.

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