Im Gespräch Lösungen finden

Am 7. März wählt das Knonauer Amt zwei Bezirksräte. Die Gelegenheit, die drei Kandidierenden am Online-Podium vom vergangenen Donnerstag kennenzulernen, wurde wenig genutzt.

Online-Podium vor der Bezirksratswahl vom 7. März: Die drei Kandidierenden mit Moderator Bernhard Schneider. (Screenshot)
Online-Podium vor der Bezirksratswahl vom 7. März: Die drei Kandidierenden mit Moderator Bernhard Schneider. (Screenshot)

Der Bezirksrat ist primär ein Aufsichtsorgan, sein politischer Spielraum ist aufgrund der strengen gesetzlichen Vorgaben klein und nebst dem grundlegenden Aktenstudium ist es wichtig, gemeinsam mit den Beteiligten Lösungen zu finden, die alle mittragen können. In diesen zentralen Punkten sind sich die drei Kandidierenden für die beiden Ämtler Bezirksrats-Sitze einig. So war denn am Online-Podium vom vergangenen Donnerstagabend mehr von Zustimmung die Rede als von Widerspruch.

Menschen im Mittelpunkt

Unterschiedlich gewichtet werden natürlich die Kompetenzen, die im Amt gefragt sind. «Behördenkenntnisse sind zwingend», findet Kandidatin Ruth Früh (FDP, Bonstetten, bisher). So kenne sie die Schwierigkeiten und wisse auch, wo wunde Punkte liegen. Es gehe aber im Gegensatz zu einem Gericht nicht darum, zu verurteilen, sondern primär im Gespräch auf Augenhöhe Lösungen zu finden, bei denen niemand das Gesicht verliere. Es brauche Respekt, Empathie und Lebenserfahrung, ist sie überzeugt. Und die Juristen seien mit dem Statthalter und der Schreiberin bereits gut vertreten.

Mit dieser Gegenüberstellung von Aufsichtsgremium und Gericht ist Kandidat Rolf Kuhn (GLP, Mettmenstetten) nicht einverstanden: Auch das Gericht löse 80 Prozent seiner Fälle einvernehmlich, hielt der Jurist fest. Wo das möglich sei, müsse man das unbedingt tun: «Für die Betroffenen ist das, was sie selber mitbestimmen, eine bessere Lösung, als wenn sie etwas aufdiktiert bekommen.» Manchmal seien die Fronten allerdings auch zu verhärtet. Dann brauche es einen Entscheid und davor solle man sich dann auch nicht drücken.

Wichtig sei, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe, unterstreicht SVP-Kandidatin Antoinette Frey (Affoltern, bisher Ersatzmitglied): «Wenn jemand etwas anfechtet, sind wir erste Instanz und wenn wir schon eine Lösung finden durch eine Mediation, durch ein Gespräch, haben wir bereits gewonnen.» Nicht zuletzt lassen sich so Papierkriege und hohe Folgekosten vermeiden. Sie sei im Bezirk verwurzelt und kenne viele Leute, sagt die Bäuerin und ehemalige Polizistin.

Verwurzelung, Alter und Gemeindeautonomie

In der offenen Fragerunde erfahren die gut 30 Zuschauer des Livestreams dann noch, dass Rolf Kuhn seine Möbel selber schreinert und nicht beim Schreiner, sondern bei Hornbach einkauft sowie dass Ruth Früh ein flexibles Rentenalter befürwortet: «Wenn wir in Amerika wären, hätte ich sogar in acht Jahren noch die Chance, gewählt zu werden, sollte sie, die dieses Jahr 70 wird, im späteren Verlauf des Gesprächs noch schmunzelnd ergänzen, in Anlehnung an den neuen US-Präsident.

Schliesslich ging es noch um die Haltung zu Zusammenschlüssen. «Die Gemeindeautonomie ist unglaublich wichtig», so Antoinette Frey. Bürgernähe sei absolut entscheidend. Rolf Kuhn stimmt zu: «Ich möchte nicht eine ­Situation wie im Kanton Glarus, wo es nur noch drei Gemeinden gibt.» Die ­Verwaltung solle einen lokalen Bezug haben. Ab einer gewissen «Kleinheit» stellen sich Fragen, ob es wirklich sinnvoll sei, eine Gemeindeinfrastruktur aufrechtzuerhalten. «Aber hier im ­Bezirk haben wir das nicht», so der Mettmenstetter. «Gemeindeautonomie ist sicher wichtig», findet Ruth Früh, «aber es gibt auch absolut sinnvolle Zusammenarbeit.» Als Beispiele nennt sie die Entsorgung, die im Bezirk ja bereits ­gemeindeübergreifend läuft, aber auch die Bereiche Gesundheit und Soziales.

Und weshalb soll man sie nun in den Bezirksrat wählen?

Antoinette Frey: «In den vier Jahren als Ersatzmitglied habe ich bereits Erfahrung gesammelt.» Weiter bringe sie Erfahrung von der Arbeit bei der Polizei mit und studiere sehr gerne Akten.

Rolf Kuhn: «Die Tätigkeit interessiert mich.» Vom Juristischen her bringe er etwas mit, das er erfolgreich einbringen könne. Weiter interessiere es ihn, Menschen kennenzulernen. Und mit seiner Audit-Erfahrung wolle er zum Funktionieren des Amts beitragen.

Ruth Früh: «Ich habe noch immer viel Spass an dieser Arbeit.» Sie kenne die Abläufe aus eigener Erfahrung und könne nach dem Rücktritt von Hanni Stutz die Kontinuität gewährleisten.

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