«Amerikaner» töteten einheimische Krebse

Jetzt ist die Ursache für das Sterben von Krebsen im Knonauer Wattbach und im Steinhauser Weiher bekannt. Die Krebspest raffte die Tiere dahin. Wie es dazu kommen konnte, wird noch untersucht.

Ein von der Krebspest befallenes Exemplar. (Bild Kapo ZH)
Ein von der Krebspest befallenes Exemplar. (Bild Kapo ZH)

Die Nationale Fischuntersuchungsstelle in Bern hat die im Steinhauser Weiher und im Knonauer Wattbach verendeten Krebstiere (im «Anzeiger» vom 24. Mai) untersucht und festgestellt, dass sie von der Krebspest befallen worden waren. Wie die Krebspest in den Steinhauser Weiher gelangen konnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Es könnten amerikanische Krebse illegal eingesetzt worden sein, die aus einem, bereits mit «Amerikanern» besiedelten Gewässer oder aus Aquarium-Haltung stammen. Auch ausgesetzte Aquarienfische, die zusammen mit amerikanischen Krebsen gehalten wurden oder aus einem Gewässer mit Amerikanern stammen kommen in Frage. Schon ein einziges Tier könnte die Krebspest ausgelöst haben. Aber auch Wasservögel könnten die Erreger aus einem Gewässer mit amerikanischen Krebsen eingeschleppt haben, denn die Erreger überleben den Flug im feuchten Gefieder.

Die Träger der Krankheit sind immun

Die Krebspest ist eine Pilzkrankheit, die mit amerikanischen Krebsen in Europa im vorletzten Jahrhundert eingeschleppt wurde. Die amerikanischen Flusskrebse (Kamber- Signal- und roter Sumpfkrebs) sind Träger der Krankheit, aber selber immun. Kommen einheimische Krebse mit dem Erreger in Kontakt, sterben sie innerhalb einer Woche an der Infektion. Der Pilz durchwächst den ganzen Krebs, bis dieser schliesslich verendet. Erkrankte Tiere lassen die Scheren hängen, wenn man sie aus dem Wasser nimmt. Es kommt zu Zerfallserscheinungen, dunkle Flecken übersähen den Panzer und häufig fehlen ganze Gliedmassen oder Teile davon. Bei einheimischen Krebsen sterben meistens alle der erkrankten Tiere. Der Pilz setzt Unmengen von Sporen ins Wasser ab, welche bis zu fünf Tage überleben können und dann wiederum Krebse befallen.

Das Aus für einheimische Krebsarten

Die Krebspest lässt sich nicht bekämpfen und irgendwann könnten durch sie alle einheimischen Krebsarten ausgerottet werden, befürchtet Fischereiaufseher Robert Geuggis. Der Mensch kann einen kleinen Teil zur Eindämmung der Krebspest und anderer Krankheiten leisten. Es ist nämlich nicht nur verboten, Tiere auszusetzen, sondern auch, welche aus Gewässern zu entfernen. Robert Geuggis macht darauf aufmerksam, dass im Wasser lebende Tiere – und dazu zählen auch Fische, Frösche und Molche – nicht zwischen Gewässern hin und her transportiert werden dürfen.

Auch Wassersportler können – ohne Wissen oder Absicht – Krankheiten transportieren. Deshalb sollte man Wassersport- und Badegeräte sowie Badeschuhe mehrere Tage an der Sonne trocknen lassen, bevor man sie in einem anderen Gewässer wieder benutzt. Durch das UV-Licht lassen sich Keime und Bakterien abtöten. Durch gut gemeintes Abwaschen jedoch, könnten sich solche noch verbreiten und beispielsweise durch Meteorleitungen in andere Gewässer gelangen, erklärt Robert Geuggis.

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