Die Schulklasse als Orchester

In der Stadt Zürich ist das ­Musikschul-Angebot für die Primarschule bereits etabliert. Eine hiesige Projektgruppe lanciert das «Klassenmusizieren» nun auch im Knonauer Amt. Die Pilotklasse stellt Maschwanden.

Eine hiesige Projektgruppe bringt das «Klassenmusizieren» ins Knonauer Amt. Von links: Thomas Mosimann (Musiklehrer), Rolf Fahrni (MV Maschwanden), Daniel Berger (Musikschule Knonauer Amt) und Felix Fürer (Schulleiter). (Bild Thomas Stöckli)
Eine hiesige Projektgruppe bringt das «Klassenmusizieren» ins Knonauer Amt. Von links: Thomas Mosimann (Musiklehrer), Rolf Fahrni (MV Maschwanden), Daniel Berger (Musikschule Knonauer Amt) und Felix Fürer (Schulleiter). (Bild Thomas Stöckli)

Den Wert der Musikalischen Grundausbildung haben die meisten Primarschulen im Bezirk bereits erkannt. Im Klassenverband singen und musizieren die Erst- und Zweitklässler, sie experimentieren mit Instrumenten und lernen Strukturen der Musik kennen. Eine Stufe höher knüpft das Klassenmusizieren an. Es richtet sich an Kinder ab der ­dritten oder vierten Klasse. Während ein oder zwei Jahren lernen sie gemeinsam, ein Instrument zu spielen und im ­Klassenverbund als Orchester zu ­musizieren.

In der Stadt Zürich ist dieses Angebot bereits etabliert. Seit Sommer 2020 ist nun eine Projektgruppe daran, es auch ins Knonauer Amt zu bringen. An den Primarschulen im Bezirk sei man bereits vorstellig geworden, verrät ­Projektleiter Felix Fürer. Und das Interesse sei durchaus vorhanden. «Ab Schuljahr 2022/23 sind wir offen für weitere interessierte Schulen», sagt der Affoltemer, der als ehemaliger Musiker vom ­Angebot begeistert und als Schulleiter in Zürich bereits damit in Kontakt gekommen ist. Noch besser kennt Thomas Mosimann das Klassenmusizieren, wirkt er doch als Musiklehrer schon seit 15 Jahren aktiv mit. Weiter sind in der Projektgruppe Daniel Berger, Leiter der Musikschule Knonauer Amt, und Rolf Fahrni vom Musikverein Maschwanden.

Die Zusammensetzung der Projektgruppe repräsentiert einerseits alle ­Beteiligten und bürgt andererseits für Kontinuität, vom ersten Kontakt mit dem Instrument bis hin zum Fernziel, dem Musizieren im Verein. Dabei muss es nicht beim Erstinstrument bleiben: «Wir wollen die Musik als Ganzes ­zugänglich machen», sagt Thomas ­Mosimann, später dürfe es dann gerne auch eine Geige sein. «Für uns ist es schwierig, Junge an Instrumente heranzuführen», sagt Rolf Fahrni. So erhoffe er sich für die Ämtler Musikvereine schon einen positiven Effekt, «aber das wird sich erst in ein paar Jahren zeigen.» Was zeigt die Erfahrung aus der Stadt Zürich? «Es kommen nicht die riesigen Massen», so Mosimann, «aber ein Effekt ist sichtbar.» So verfüge die Stadt mittlerweile über zwei gut besetzte Jugendblasorchester.

Pilotklasse als Brassformation

In Maschwanden soll vorerst eine reine Blechbläser-Klasse mit Cornet, Bariton, Waldhorn, Posaune und Tuba entstehen. «Das ist schlanker zu führen», begründet Mosimann. Die Instrumente stellt die Musikschule zur Verfügung. Der entsprechende Initialkredit von 25000 Franken sei bereits bewilligt, sagt ­Daniel Berger. Die Musikschule hofft nun, durch Unterstützung von Sponsoren die eigenen Kosten noch etwas reduzieren zu können. Die Primarschule kommt ihrerseits für die Lohnkosten, Notenständer und Noten auf, das seien rund 10000 Franken bei einer Brass-Formation. Ziel sei im Folgejahr eine gemischte Besetzung mit Holzbläsern. Mit einem zusätzlichen Registerleiter wäre man dann bei Kosten von rund 17000 Franken pro Schuljahr.

Vorerst läuft allerdings noch die Suche nach einem Leiter der Bläserklasse. «Erste Bewerbungen sind bereits eingetroffen», verrät Felix Fürer. Wichtig sei jemand, der nicht nur die musikalischen Fähigkeiten mitbringt, sondern auch pädagogisch geeignet sei, betont er. Der Ansatz sei schliesslich eher ­ungewohnt, führt Daniel Berger aus. Während in einem normalen Orchester Leute zusammenkommen, die ihr Instrument schon spielen können, fangen beim Klassenmusizieren alle bei null an.

Weitere Infos unter www.mska.ch, Telefon 044 761 04 50.

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