Mit einem Neubau die Effizienz steigern

Unter dem Titel «Fit für die Zukunft» hat die Hedinger Chemiefirma Kolb am Dienstag ihr Neubauprojekt an der Arnistrasse vorgestellt. Es soll die Produktion ab Oktober 2020 auf eine Seite der Maienbrunnenstrasse konzentrieren.

Ein neues Produktionsgebäude für Kolb in Hedingen. Blick mit Rob Hilgers, General Manager Operations, vom Dach des Hauptgebäudes aufs Baugespann an der Arnistrasse. <em>(Bild Thomas Stöckli)</em>
Ein neues Produktionsgebäude für Kolb in Hedingen. Blick mit Rob Hilgers, General Manager Operations, vom Dach des Hauptgebäudes aufs Baugespann an der Arnistrasse. <em>(Bild Thomas Stöckli)</em>

Hochwertige Produkte und Flexibilität – darauf richtet Kolb die Abläufe aus. Und natürlich auf Effizienz. Genau da harzte es mit der Produktion P2. Durch die Lage jenseits der Maienbrunnenstrasse entstanden unnötig längere Arbeitswege und Transporte. Das will die Chemiefirma nun ändern mit dem neuen Produktionsgebäude. Seit einer Woche visualisiert ein Baugespann die geplanten Ausmasse: Der Bau soll entlang der Arnistrasse, wo jetzt leere Gebinde gelagert sind, rund 34 Meter lang, 10 Meter breit und 10 bis 13 Meter hoch werden.

Der Baustart ist im März 2020 vorgesehen, sieben Monate später, im Oktober, soll im Neubau dann bereits produziert werden. «Das ist sportlich, aber machbar», sagt Rob Hilgers, der bei Kolb für die operativen Abläufe verantwortlich ist. Zwischen vier und zehn Millionen – genauer wollte es Hilgers nicht beziffern – kostet der Neubau. Eine Investition, die in Hedingen Arbeitsplätze sichern soll. 160 Mitarbeitende beschäftigt die Firma in Hedingen. Im Rahmen der Effizienzsteigerung fallen allerdings auch etwas mehr als 20 Stellen weg. Fast die Hälfte davon durch Frühpensionierungen. Die weiteren betroffenen Mitarbeitenden seien bereits informiert, so Hilgers. Sie erhalten wahlweise Unterstützung oder eine finanzielle Abfindung und dürfen auch vorzeitig gehen, wenn sie eine neue Stelle haben.

Interessierte Nachbarschaft

90 Haushalte der unmittelbaren Nachbarschaft hatte Kolb zur Infoveranstaltung übers Bauvorhaben eingeladen. «Ich rechnete mit 15 bis 20 Anmeldungen», so Hilgers. Diese Erwartung wurde innert dreier Tagen bereits übertroffen. Schliesslich waren es rund 40, die sich am Dienstag aus erster Hand orientieren lassen wollten. Ihnen versprach der operative Geschäftsführer von Kolb eine starke Reduktion der Lärm- und Geruchsbelastung. Dies unter anderem, weil sich die Fenster im neuen Produktionsgebäude gar nicht mehr öffnen lassen. Nachtarbeit ist wie schon in der bestehenden Produktion P2 nicht vorgesehen.

«Wir nehmen die Anliegen der Nachbarschaft ernst», versicherte Hilgers – und erhielt sogleich Gelegenheit, das zu beweisen. So wünschte an der Infoveranstaltung eine Nachbarin eine Rückmeldung zu ihren Reklamationen und ein Nachbar schlug vor, die leer angelieferten Fässer künftig auf einer Gummimatte zu entladen. Das würde nicht nur den Lärm eindämmen, sondern auch die Lebensdauer der Fässer erhöhen.

Kolb ist auf die Herstellung und den Vertrieb von nichtionischen Tensiden und Papierprozesschemikalien spezialisiert. Künftig will die Firma auch vermehrt Zuliefererin sein für die Pharma-Industrie. Das überflüssig werdende Produktionsgebäude P2 wird vorerst nicht abgerissen. Wie es künftig genutzt oder allenfalls vermietet wird, das steht noch nicht fest.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Bezirk Affoltern11.06.2026

«Ein einzelnes Bier im Ziel ist kaum ein Problem»

Fortsetzung des Interviews zu Ernährungsfragen von Sportlerinnen und Sportlern von Seite 1
Zu wenig Platz, schlechte Akustik, ungenügende Isolation: Das Kirchgemeindehaus und die nebenstehende Liegenschaft sollen einem Neubau weichen. Noch ist nicht klar, wann die Stimmberechtigten über einen Projektierungskredit befinden können. (Bild
Bezirk Affoltern11.06.2026

Ein Neubau – auch gegen den Mitgliederschwund

Machbarkeitsstudie für ein neues Kirchgemeindehaus in Obfelden
Die künftigen Windenergieanlagen im Kanton Zürich werden wesentlich grösser sein als dieses Exemplar, das in Charrat bei Martigny im Kanton Wallis anzutreffen ist. (Archivbilder Marcus Weiss)
Bezirk Affoltern11.06.2026

Wie hoch würden die Windenergieanlagen tatsächlich werden?

Letzte Woche ging es an dieser Stelle um die Windmessungen im Vorfeld von Windenergieprojekten. Ein oft diskutierter Punkt ist aber auch die Höhe der zu…