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23.07.2020

Nur Mettmenstetten feiert 1. August

In Mettmenstetten wird auch im Corona-Jahr 2020 das Höhenfeuer in Szene gesetzt. (Archivbild Thomas Stöckli)

In Mettmenstetten wird auch im Corona-Jahr 2020 das Höhenfeuer in Szene gesetzt. (Archivbild Thomas Stöckli)

13 von 14 Ämtler Gemeinden verzichten dieses Jahr wegen Corona darauf, eine öffentlicheBundesfeier durchzuführen. Nur ­Mettmenstetten hält an dem traditionellen Anlass fest.

Von: von stefan schneiter

Wenn am 1. August die Schweiz ihren 729. Geburtstag feiert, so tut sie dies heuer an vielen Orten ohne Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Im Bezirk Affoltern wurden die offiziellen Bundesfeiern in 13 von 14 Gemeinden abgesagt. Schon im Juni liess der Stadtrat von Affoltern vernehmen, angesichts der besonderen Ausgangslage in der Corona-Zeit erachte er die Durchführung der beiden traditionellen 1.-August-Feiern in Affoltern und Zwillikon als nicht vertretbar. «Wir haben abgesagt, weil die Organisation nach den geltenden Vorsichtsmassnahmen zu aufwendig ist», sagt Gemeindeschreiber Stefan Trottmann. Das Erlebnis, das eine solche ­Feier allen Beteiligten normalerweise vermittle, sei bei einer Einhaltung der Abstandsregeln und der Sitzbeschränkungen schlicht nicht mehr möglich.

Die Begründungen anderer Gemeinden tönen ähnlich. Aeugst erklärte, der Aufwand und die Einhaltung der Schutzmassnahmen seien zu gross, um eine stimmige 1.-August-Feier durchführen zu können. Mit der Umsetzung der Vorgaben sei ein stimmungsvolles Miteinander und der ungezwungene Austausch untereinander nicht möglich. Lange hat Hedingen gezögert, die Feier abzublasen. «Auch wenn die Gemeinde sehr gerne etwas zu der allseits gewünschten Rückkehr zu einer neuen Normalität betragen würde, ist es kaum zu verantworten, diesen Anlass durchzuführen», begründet Gemeindeschreiber Reto Rudolf den diesjährigen Verzicht auf die traditionelle Bundesfeier. Die Risiken seien einfach zu hoch.

Tradition nicht aufgeben

Eine Gemeinde aber tanzt aus der Reihe: Mettmenstetten. Am 1. August wird auf dem Festplatz Paradies traditionsgemäss die Bundesfeier durchgeführt. Im normalen Rahmen mit den Programmpunkten Glockengeläut, einer Ansprache von Pfarrer Roy Gerber und dem Höhenfeuer. Organisiert wird der Anlass vom Verschönerungsverein, die Festwirtschaft wird vom Turnverein Mettmenstetten geführt. Ausfallen lassen wollte Peter Junker, Präsident des Verschönerungsvereins, die Bundesfeier nicht. «Das Einfachste und Bequemste wäre gewesen, alles abzusagen. Doch das wollten wir nicht. Die Tradition mit dem Höhenfeuer ist wunderschön und es herrscht jedes Jahr eine tolle Stimmung.»

Die Gemeinde Mettmenstetten hat Junker gebeten, ein Schutzkonzept vorzulegen. Dies werde er tun, wenn er dazu komme, erklärt Peter Junker. Als Bauer habe er eine Menge Arbeit, sodass es damit nicht eile. Die Feier finde ja draussen statt, Platz genug habe es auf dem Festgelände, um Tische und Festbänke problemlos in genügendem Abstand aufzustellen. «Es liegt letztlich in der Selbstverantwortung der Menschen, auf genügend Abstand zu achten», meint Junker.

Auswärtige dieses Jahr unerwünscht

Jedes Jahr nehmen rund 150 Menschen an der Feier teil. Die Organisatoren rechnen auch heuer in etwa mit der gleichen Anzahl. Mehr sind auch gar nicht erwünscht. «Ab 200 Personen werden wir das Festgelände schliessen, wer dann noch kommt, muss wieder nach Hause gehen», stellt Nik Junker klar, Sohn von Peter Junker und als Präsident des TV Mettmenstetten Mitorganisator der Feier. Wichtig ist ihm, ebenso wie seinem Vater, dass in diesem Jahr, wo in allen andern Gemeinden im Bezirk die Bundesfeier ausfällt, nicht Auswärtige nach Mettmenstetten kommen: «Was wir gar nicht brauchen können, sind zusätzlich Extra-Leute an unserer Feier.»

Alle Festteilnehmenden werden zudem ihre Personalien angeben müssen. Zu- und Weggang zu Wurststand und Getränken werden voneinander getrennt. Und bei den zwei Zufahrtsstrassen gibts Zugangskontrollen. Für schlechtes Wetter steht in diesem Jahr kein Festzelt, in dem die Leute enger zusammenrücken müssten, bereit. Entgegen der Ankündigung auf den Einladungsflyern, der ­Anlass finde bei jeder Witterung statt, haben die Organisatoren zudem kurzfristig entschieden, bei ganz schlechtem Wetter die Feier abzusagen. Auf der Homepage der Gemeinde wird darüber informiert werden.