Bezirk Affoltern
16.11.2020

Anschluss oder Alleingang?

Tiefbauvorstand Christoph Tandler und Finanzvorsteherin Beatrice Sommerauer informierten im Gemeindesaal Weid zur ARA-Abstimmung. (Bild Nepita Santiago)

Tiefbauvorstand Christoph Tandler und Finanzvorsteherin Beatrice Sommerauer informierten im Gemeindesaal Weid zur ARA-Abstimmung. (Bild Nepita Santiago)

Soll sich Hausen dem Gewässerschutzverband der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee (Gvrz) anschliessen? Diese Vorlage gelangt am 29. November zur Abstimmung. Am Mittwoch fand im Gemeindesaal Weid die Infoveranstaltung dazu statt.

Von: Nepita Santiago

Damit Hausen auch bei einem allfälligen Coronafall nach dem Besuch im Gemeindesaal regierungsfähig bleibe, sei der Gemeindepräsident entschuldigt, sagte der ressortverantwortliche Gemeinderat Christoph Tandler in der Begrüssung. Im übrigen sei das Schutzkonzept zu lesen und einzuhalten. Der letzte Punkt, das gestaffelte Verlassen des Saales nach der Veranstaltung, erübrige sich zwar bei den zehn Anwesenden.

Dann ging es zügig zur Frage, über welche die Hausemer Stimmberechtigten am 29. November an der Urne zu befinden haben: «Stimmen Sie dem Beitritt der Gemeinde Hausen am Albis zum Gewässerschutzverband der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee (Gvrz) zu?» Dabei gilt es, finanzielle, rechtliche, technische Fragen zu berücksichtigen. Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Hausen sei sanierungsbedürftig und ein Weiterbetrieb wäre aufgrund der steigenden Anforderungen, sowohl was die Abwasserkapazität anbelange als auch bei den gesetzlichen Auflagen, mit hohen Sanierungs- und Betriebskosten verbunden. So wurden in den letzten Jahren mehrere Lösungen geprüft und dabei habe sich ein Anschluss an das Abwassernetz des Gvrz als wirtschaftlich und ökologisch beste Lösung gezeigt, erläuterte Christoph Tandler.

Gemeinsam mit Knonau, Mettmenstetten und Kappel

An der Gemeindeversammlung vom 11. März wurde bereits ein Kredit von 261000 Franken (inkl. MwSt.) für die Erlangung des Bauprojektes des Anschlusses der ARA Hausen an das Netz der Gvrz genehmigt. Dieser Kredit ist in der nun zur Abstimmung gelangenden Kreditsumme von 9853500 Franken (inkl. MwSt.) bereits enthalten.

Der Kredit wird für den Bau einer eigenen Leitung von Hausen bis Rossau, für den Rück- bzw. Umbau der heutigen Kläranlage, sowie für den nach Einwohnerzahl bemessenen Anteil von 31% an die Strecke Knonau bis zur Kläranlage Schönau in Cham des Gvrz eingesetzt. Der Abwasserverband Knonau (Awvk) plant, diesen Abschnitt zusammen mit Hausen zu realisieren. Mit der Variante Eigenständigkeit und der damit einhergehenden notwendigen Sanierung der ARA Hausen wären die Jahreskosten und damit auch die Gebühren bereits in wenigen Jahren wesentlich höher als mit der Variante Anschluss an die ARA in Cham.

Der Urnenentscheid der Gemeinde Hausen steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass sich die drei Awvk-Gemeinden Knonau, Mettmenstetten und Kappel mit der gleichentags stattfindenden Urnenabstimmung ebenfalls für den Anschluss an den Gvrz aussprechen.

Die zuständige Tiefbaukommission und der Gemeinderat jedenfalls beantragen, das Beitrittsangebot anzunehmen und die erforderlichen finanziellen Mittel sowie die damit einhergehenden Umsetzungsmassnahmen zu genehmigen. Die Gemeinde Hausen wäre dann auch vollwertiges Mitglied der Verbandsgemeinschaft des Gvrz.