Bezirk Affoltern
13.09.2021

«Ich erwarte von allen, dass sie sich für Nachhaltigkeit engagieren»

Kinder lernen, wie früher von Hand gemostet wurde.
Der Vorstand von solarbonstetten freut sich über die Geburtstagstorte, von der Bäckerei Betschart als Solardach gestaltet. Von links: Roger Schuhmacher, Charles Höhn, Doris Stössel, Gregory Sibler, Felix Küng, Peter Halasi. (Bilder Salomon Schneider)

Kinder lernen, wie früher von Hand gemostet wurde.

Kinder lernen, wie früher von Hand gemostet wurde.
Der Vorstand von solarbonstetten freut sich über die Geburtstagstorte, von der Bäckerei Betschart als Solardach gestaltet. Von links: Roger Schuhmacher, Charles Höhn, Doris Stössel, Gregory Sibler, Felix Küng, Peter Halasi. (Bilder Salomon Schneider)

Der Vorstand von solarbonstetten freut sich über die Geburtstagstorte, von der Bäckerei Betschart als Solardach gestaltet. Von links: Roger Schuhmacher, Charles Höhn, Doris Stössel, Gregory Sibler, Felix Küng, Peter Halasi. (Bilder Salomon Schneider)

Vor zehn Jahren haben vier Bonstetterinnen und Bonstetter den Verein solarbonstetten gegründet. Noch konnten nicht so viele Gebäude wie gewünscht mit Solaranlagen ausgestattet werden, die Jubiläumsfeier zeigte jedoch, dass die Motivation gross ist, das Know-how gewachsen und dass einige Projekte vor dem Abschluss stehen.

Von: Salomon Schneider

Das Zehn-Jahre-Jubiläum von solar­bonstetten wurde in der Stiftung Rotenbirben gefeiert. Neben Informationen zur Imkerei, Mostpressen mit einer Handpresse für die Kinder und geselligem Beisammensein stand am vergangenen Sonntag der Festakt im Zentrum.

Die Präsidentin von solarbonstetten, Doris Stössel, begrüsste die zahlreichen Gäste: «Vor zehn Jahren sind wir mit diesen Leitsätzen an die Arbeit gegangen. Die Idee kommt aus der Bevölkerung. Bonstetterinnen und Bonstetter wollen selber Verantwortung übernehmen, für einen nachhaltigen Umgang mit Energie. Bevölkerung, Gemeinde und Profis bauen gemeinsam Solaran­lagen. Zehn Jahre später kann ich sagen, wir haben einige Solaranlagen gebaut, jedoch nie so viele, wie wir uns erhofft hatten.»

Ein Schulprojekt bringt den Stein ins Rollen

In Bonstetten gab es 2011 die Konstellation, dass auf allen Schulstufen ein ­Klimajahr durchgeführt wurde. Da Nachhaltigkeit ein Thema für alle Generationen sei, sind Doris Stössel und drei Gleichgesinnte auf die Idee gekommen, die Installation von mehr Solaranlagen mit einem Verein zu unterstützen: «Wir waren uns bewusst, dass nicht alle das Geld haben, bei einer Sanierung das Dach mit Fotovoltaikanlagen auszurüsten. Zudem brauchte es auch Menschen, die bereit waren, für Solarstrom einen höheren Preis zu zahlen. Die Gemeinde hat unser Engagement mit offenen ­Armen empfangen und uns den Kontakt zum Verein Solarspar vermittelt.» Damit konnte solarbonstetten das nötige Know-how hereinholen. Die Gemeinde hat noch im selben Jahr ein Darlehen von 100000 Franken gesprochen, mit 15 Jahren Laufzeit, für die Unterstützung der Erstellung von Solaranlagen durch solarbonstetten. Bei der ersten Veranstaltung von solarbonstetten kamen 100 Personen, rund 40 wurden Vereinsmitglieder und diese bilden bis heute das Rückgrat des Vereins.

Bis heute hat solarbonstetten Möglichkeitsanalysen für 70 Dächer durchgeführt. Es konnten jedoch nur wenige Anlagen tatsächlich realisiert werden. «Wir haben mehrere aussichtsreiche Projekte, die in wir in den nächsten ­Jahren realisieren wollen», zeigte Doris Stössel positive Perspektiven auf und ergänzte: «Unser Ziel war es, aus Bonstetten die solarstärkste Gemeinde im Säuliamt zu machen. Wir sind jedoch noch nicht am Ziel, da wir erfreulicherweise im Bezirk sehr viel Konkurrenz haben.»

80 Prozent der Energie sollen im Säuliamt hergestellt werden

Auch der Bonstetter Gemeindepräsident Erwin Leuenberger liess es sich nicht nehmen, sich bei Solar Bonstetten für das Engagement zu bedanken: «Während meiner Berufslehre hat mein Allgemeinbildungslehrer gesagt, dass mit der Atomenergie das Stromproblem gelöst sei. Das hat sich als falsch erwiesen. Damals herrschte Aufbruchstimmung und es wurde klar, dass zukünftig viel mehr möglich sein wird. 1979 wurden für die Raumfahrt Solarzellen erfunden. 40 Jahre später sind sie Teil der Lösung für nachhaltige Energieproduktion.»

«John F. Kennedy hat einmal gesagt, Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst. Wenn Private Anstösse geben und mit dem Staat gemeinsame Sache machen, entsteht Sinnvolles. Denn Private agieren viel dynamischer und sind weniger schwerfällig als die öffentliche Hand. Solarbonstetten ist genau auf dem richtigen Weg. Um möglichst gute ­Voraussetzungen für ein nachhaltiges Bonstetten zu schaffen, hat die Gemeinde das Energiekonzept von Altgemeindepräsident Charles Höhn wieder aufgenommen und eine Energiekommission gegründet. Wir haben auch einen Beitrag von 25000 Franken eingestellt, um nachhaltige Energieprojekte zu unterstützen», schloss Erwin Leuenberger.

Mit Johannes Bartels überbrachte auch der Säuliämtler Standortförderer ein Grusswort: «Die 14 Säuliämtler Gemeinden haben sich entschieden, dass die Energieregion Knonauer Amt bis 2050 80 Prozent der benötigten Energie im Säuliamt herstellen will. Dafür braucht es Initiativen wie solarbonstetten. Ich gratuliere euch nicht, dass ihr solarbonstetten gegründet habt. Denn für mich ist es selbstverständlich, dass Menschen, die mit offenen Augen durch die Welt gehen, sich für Nachhaltigkeit engagieren. Ich gratuliere euch aber herzlich dazu, dass ihr durchgehalten habt und euch auch von Rückschlägen nicht habt demotivieren lassen.»

Eine Solaranlage als Geschenkidee

Zum Abschluss des Festaktes machte Roger Schuhmacher, der Finanzvorstand von solarbonstetten Werbung für das neuste Projekt: «Neu arbeiten wir neben Solarspar auch mit Solarify zusammen. Solarify verkauft einzelne Solarpanels und wir haben ein aktuelles Projekt in Bonstetten. Ein Panel kostet 710 Franken und der Ertrag der Panels wird über die gerechneten 35 Jahre Laufzeit ausbezahlt. Solarify rechnet damit, dass schlussendlich über 900 Franken ausbezahlt werden. Besonders empfehlen wir Solarify Bonstetten Eltern, Göttis und Gottis. Wer einem Kind ein Solarpanel schenkt, kann ihm zeigen, welches Modul ihm gehört und jährlich wird dem Kind ein Betrag überwiesen. Damit entsteht nicht nur eine Rendite, sondern auch eine tiefere Verbindung zur Nachhaltigkeit in der jüngeren ­Generation.» Wer seinen jährlichen Strombedarf mit Solarenergie decken will, benötigt rund fünf solcher Panels, mit einer jährlichen Durchschnittsleistung von 350 Kilowattstunden. Das Projekt Solarify Bonstetten ist noch nicht im Umsetzungsstadium angekommen, Solarpanels können aber bereits reserviert werden.

Infos: solarify.ch/Bonstetten