Kommunikations- und Krisenkonzepte werden überprüft

Gemeinde Obfelden leitet erste Massnahmen nach Ausfall der Wasserversorgung ein

Unscheinbar im Wald, aber äusserst wichtig für die Wasserversorgung: das Reservoir Isenberg. (Bild Dominik Stierli)

Vor nicht ganz zwei Wochen brach in Obfelden ein Teil der Wasserversorgung zusammen. Ursache dafür war wohl ein Blitzschlag in ein wichtiges Datenkabel, welches die verschiedenen Anlagen miteinander verbindet (siehe Front-Artikel). Die Situation konnte in der Nacht von Freitag auf Samstag stabilisiert werden. Allerdings bekundete man wegen des hohen Wasserverbrauchs Mühe, das ­Reservoir wieder ganz zu füllen. Am Samstagmorgen, 28. Juni, kam es dann nacheinander zum Ausfall der beiden Pumpen im Grundwasserpumpwerk Mettenholz. Dieser musste durch Techniker vor Ort behoben werden. «Der Auslöser dieses zweiten Vorfalls wird aktuell noch untersucht», schreibt die Gemeinde.

Löschreserve im Brandfall vorhanden

Während des Ausfalls kümmerte man sich auch um die Bauern im betroffenen Gebiet. Alle seien im Laufe des Freitags persönlich aufgesucht worden. Es habe dort keine Probleme gegeben. Es stellt sich auch die Frage, was Obfelden bei einem Brand unternommen hätte. Die Gemeinde bestätigt, dass auch das Hy­drantennetz betroffen gewesen war. Im Reservoir Isenberg ist aber eine sogenannte Löschreserve mit 200 Kubikmetern Wasser vorhanden. Im Falle eines Löscheinsatzes hätte diese ins Netz eingespeist werden können. Die Gemeinde hält fest: «Die Löschreserve entspricht dem Notfallkonzept der Gemeinde Obfelden, das durch den Kanton Zürich geprüft und bewilligt worden ist.»

Was am Freitag und Samstag hätte helfen sollen, waren die verschiedenen Aufrufe an die Bevölkerung, Wasser zu sparen. Diese blieben allerdings wirkungslos. Gemäss der Gemeinde seien am Samstag ganze 1,688 Millionen Liter verbraucht worden, am Sonntag nochmals mehr. Einige Bewohnende monierten auch, dass öffentliche Plätze weiterhin bewässert worden seien.

In einer Medienmitteilung schreibt die Gemeinde Obfelden von verschiedenen Massnahmen, welche eingeleitet worden sind. Zukünftig werden bei Fehlermeldungen alle Standorte überprüft, unabhängig woher die Meldung kam. Dazu soll jeweils nach einigen Stunden auch eine Nachkontrolle stattfinden. Weiter soll der Zustand der Anlagen detailliert erfasst werden. Auch wird die Aufrüstung durch eine dritte Pumpe in der Pumpstation Mettenholz geprüft. Das Konzept «Trinkwasserversorgung in Notlagen» soll überarbeitet werden. Die betroffenen Datenkabel sollen in Zukunft in Schutzrohren verlegt werden. Bereits früher hatte der Gemeinderat eine Erweiterung des Reservoirs Isenberg beschlossen. Dies aufgrund des steten Bevölkerungswachstums.

Nur einen Teil der Bevölkerung erreicht

Über den Vorfall hat die Gemeinde transparent über ihre Website, aber auch mit Aushängen im Dorf informiert. Über den digitalen Dorfplatz Crossiety konnte auch eine Meldung direkt auf die Smartphones der Benutzerinnen und Benutzer gesendet werden. Trotz allem habe man aber nur einen Teil der ­Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig ­informieren können. Daher werde man weitere Möglichkeiten prüfen. So werde eine Verwendung der Swissalert-App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz in Erwägung gezogen. Auch die Einrichtung eines WhatsApp-Kanals werde ­geprüft. Dazu kommen eine ­Einrichtung eines Krisenstabs innerhalb der  Gemeinde und die Ausarbeitung eines Kommunikationskonzepts für ­Ausnahmesituationen.

Unabhängig davon empfiehlt der Bund, dass pro Person neun Liter Wasser in den Notvorrat gehören. Auch Lebensmittelvorräte für rund eine Woche sollte man zu Hause lagern. Dazu kommen Verbrauchsgüter wie unter anderem Radio, Taschenlampe oder Batterien.

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