Bezirk Affoltern
11.11.2021

Aref Hassani: «Mit Engagement ein Vorbild für die Kinder sein»

«Sozialhilfeunabhängigkeit, wie bei Aref Hassani, gelingt bei vielen Klientinnen und Klienten erfolgreich», halten Michelle Högger (links) und Karin Krieg vom Asyl- und Migrationswesen des Sozialdiensts Bezirk Affoltern fest. (Bild zvg.)
Aref Hassani, der 33-jährige Migrant aus Afghanistan, ist seit sechs Jahren in der Schweiz und hat jetzt seine Lehre als Baupraktiker mit Berufsattest EBA. (Bild kb.)

«Sozialhilfeunabhängigkeit, wie bei Aref Hassani, gelingt bei vielen Klientinnen und Klienten erfolgreich», halten Michelle Högger (links) und Karin Krieg vom Asyl- und Migrationswesen des Sozialdiensts Bezirk Affoltern fest. (Bild zvg.)

«Sozialhilfeunabhängigkeit, wie bei Aref Hassani, gelingt bei vielen Klientinnen und Klienten erfolgreich», halten Michelle Högger (links) und Karin Krieg vom Asyl- und Migrationswesen des Sozialdiensts Bezirk Affoltern fest. (Bild zvg.)
Aref Hassani, der 33-jährige Migrant aus Afghanistan, ist seit sechs Jahren in der Schweiz und hat jetzt seine Lehre als Baupraktiker mit Berufsattest EBA. (Bild kb.)

Aref Hassani, der 33-jährige Migrant aus Afghanistan, ist seit sechs Jahren in der Schweiz und hat jetzt seine Lehre als Baupraktiker mit Berufsattest EBA. (Bild kb.)

Wie Integration gelingt, zeigt das Beispiel von Aref Hassani: Der 33-Jährige ist 2015 mit seiner Familie aus Afghanistan in die Schweiz gekommen und hat ­hier eine Ausbildung zum ­Baupraktiker EBA abgeschlossen. Jetzt ist er fester Mitarbeiter im ehemaligen Lehrbetrieb.

Von: Urs E. Kneubühl

Aref Hassani aus Hausen weiss anzupacken. Nicht nur in seinem Job als frischgebackener Baupraktiker, sondern auch als Mensch und Familienvater. Vor vier Monaten hat der 33-Jährige seine Baupraktiker-Ausbildung mit dem Eidgenössischen Berufsattest EBA erfolgreich abgeschlossen, und er ist stolz darauf. Zu Recht, denn als er vor sechs Jahren – nach vierzigtägiger Reise auf abenteuerlichen Wegen aus Afghanistan kommend – die Schweiz erreicht hatte, sprach er noch kein Deutsch.

«Sicherheit und eine Zukunft für unsere Kinder»

Gemeinsam mit Ehefrau Jumagol und vier Kindern – die älteste Tochter war gerade sechs Jahre alt – hatte er sein Heimatland am Hindukusch verlassen. Es gab vielfältige Fluchtgründe: Da war einmal die unberechenbare, dramatische Sicherheitslage mit Taliban-Überfällen und Dschihadisten-Angriffen. Das Dorf, in dem die Familie lebte, hatte keine Schule und der Weg, welche die Kinder dorthin hätten bewältigen müssen, war weit und gefährlich. Mit dem Rückgang der landwirtschaftlich nutzbaren Ressourcen des Landes während der Bürgerkriegsjahre und den gleichzeitig zunehmenden Importen landwirtschaftlicher Produkte kamen für den in seinem kleinen Dorf Landwirtschaft betreibenden Aref Hassani weitere Gründe dazu.

Und so entschlossen sich Aref und Jumagol Hassani zur Migration. «Uns war eine glückliche Zukunft für unsere Kinder sehr wichtig», erklärt Aref und fügt an: «Deshalb haben wir dieses Wagnis auf uns genommen.»

«Mit Fleiss und ohne Sozialhilfe»

Endlich in der Schweiz, freute sich die Familie primär darüber, in Sicherheit zu sein. Sehr dankbar für die Aufnahme seiner Familie, besuchte Aref Hassani zuerst einen vom Sozialdienst Bezirk Affoltern vermittelten Deutsch-Unterricht. Und nach den üblichen drei Monaten generellem Arbeitsverbot für Asylsuchende mit Ausweis N begann er – wiederum unterstützt vom Sozialdienst Bezirk Affoltern – Arbeit zu suchen. «Ich war mir bewusst, dass ich rasch die deutsche Sprache lernen und mich um eine Arbeitsstelle bemühen musste, um wenigstens etwas Sicherheit für eine Aufenthaltsperspektive zu haben. Ausserdem wollte ich mit Engagement und Fleiss baldmöglichst auf eigenen Beinen stehen und damit für unsere Kinder ein Vorbild sein.» Karin Krieg, Sozialarbeiterin FH im Asyl- und Migrationswesen des Sozialdienstes Bezirk Affoltern bestätigt: «Wir stellen generell fest, dass die Bereitschaft zu Aus- und Weiterbildung und damit zur Anpassung an die beruflichen Anforderungen bei Geflüchteten sehr ausgeprägt und selbst bei formal geringer Gebildeten hoch ist. Zudem zeigen die Migranten eine grosse inhaltliche und räumliche Flexibilität im Hinblick auf mögliche Tätigkeiten.»

Hoffen auf B-Ausweis

Aref Hassani legte sich tatkräftig ins Zeug und schloss die Sprachschule nach einem Jahr mit Zertifikat ab. Sein Willen, für den Lebensunterhalt selber sorgen zu können, sowie die Unterstützung durch den Sozialdienst Bezirk ­Affoltern brachten ihm schliesslich auch einen Job ein. 2019 packte er, bekräftigt durch seine Sozialarbeiterin, eine Ausbildung zum Baupraktiker EBA bei der Zehnder Bau AG, Birmensdorf an.

Nach dem erfolgreichen Abschluss mit Berufsattest EBA ist Aref heute vom Lehrbetrieb fest angestellt, und seit drei Monaten braucht er die wirtschaftliche Sozialhilfe nicht mehr. Darauf ist er sehr stolz und genauso glücklich darüber: «Meine Freude, dass ich wieder selbst für meine Familie sorgen kann, ist sehr gross. Nun habe ich auch entsprechend grosse Hoffnungen, dass in einem Jahr mein jetziger F-Ausweis vom Ausweis B abgelöst wird.» Gleichsam stolz und freudig macht Jumagol und Aref auch die Entwicklung ihrer Kinder: Die älteste Tochter (12) wird nächstes Jahr ins Gymnasium wechseln und auch die anderen Kinder – vor zwei Monaten kam das jüngste dazu – sind gut integriert und eifern punkto Fleiss ihrem Vater nach.

Sozialdienst Bezirk Affoltern, Asyl- und Migrationswesen, Obfelderstrasse 41a, Affoltern, Telefon 044 762 45 45, E-Mail: asylwesen@sdaffoltern.ch, Web: www.sdaffoltern.ch.