Bezirk Affoltern
25.04.2022

Leben, arbeiten und Freizeit an geschichtsträchtiger Stätte

Westansicht des «Brauiparks». (Visualisierungen zvg.)
Der begrünte Innenbereich des «Brauiparks» mit viel Platz ist komplett verkehrsfrei gestaltet.
Architekt Erich Leutwyler ist mit der Baucontrolling AG Investor und Bauherr der Überbauung «Brauipark» in Affoltern. 
Die Birken bleiben stehen. (Bild Werner Schneiter)

Westansicht des «Brauiparks». (Visualisierungen zvg.)

Westansicht des «Brauiparks». (Visualisierungen zvg.)
Der begrünte Innenbereich des «Brauiparks» mit viel Platz ist komplett verkehrsfrei gestaltet.
Architekt Erich Leutwyler ist mit der Baucontrolling AG Investor und Bauherr der Überbauung «Brauipark» in Affoltern. 
Die Birken bleiben stehen. (Bild Werner Schneiter)

Der begrünte Innenbereich des «Brauiparks» mit viel Platz ist komplett verkehrsfrei gestaltet.

Westansicht des «Brauiparks». (Visualisierungen zvg.)
Der begrünte Innenbereich des «Brauiparks» mit viel Platz ist komplett verkehrsfrei gestaltet.
Architekt Erich Leutwyler ist mit der Baucontrolling AG Investor und Bauherr der Überbauung «Brauipark» in Affoltern. 
Die Birken bleiben stehen. (Bild Werner Schneiter)

Architekt Erich Leutwyler ist mit der Baucontrolling AG Investor und Bauherr der Überbauung «Brauipark» in Affoltern.

Leben, arbeiten und Freizeit an einem Ort: Das ist die Intention für die neue Überbauung «Brauipark» in Affoltern. Auf dem Areal einer ehemaligen Brauerei, das jahrzehntelang im Besitz der Familie Störi war, entstehen in einer Mischzone 144 Wohnungen und Gewerberaum für 100 Beschäftigte. Ende April erfolgt die Baueingabe.

Von: Werner Schneiter

Es ist eine geschichtsträchtige Stätte, die westlich an das Einkaufszentrum Coopark grenzt – mit einstigen Industrie- und Gewerbebetrieben. Neben ­einer Brauerei stand da auch eine – 1925 durch einen Brand zerstörte – Chemiefabrik, dann das Unternehmen der ­Familie Störi, die Verpackungsholz­wolle produzierte. Neben der Villa auf dem Hügel befand sich eine Weiheranlage. Im Zuge der Überbauung Coop Lindenmoos wurde ein Teil der Liegenschaften abgetreten und die ehemalige Holz­wolle-Fabrik zurückgebaut. Das Kellergewölbe der Villa, einst OVA-Kellerei, diente zuletzt als Vinothek. Derweil die wuchtigen Birken erhalten bleiben, wird die Villa der Erben Störi zurückgebaut.

Umsetzung einer zwölfjährigen Idee

Die Idee, das Areal zu entwickeln, ist nicht neu. «Ich beschäftige mich seit zwölf Jahren mit diesem Vorhaben – zusammen mit den Grundstückbesitzern, den Erben Störi», sagt Architekt Erich Leutwyler, der mit der Baucontrolling AG Investor und Bauherr ist. Nach einer Revision der Bau- und Zonenordnung, die 2016 in Rechtskraft erwuchs, galt für die Grundstücke der Status «Zentrumszone 4» mit hoher Mischnutzdichte und Gestaltungsplanpflicht. Damit war der Weg frei für drei neue, inzwischen rechtskräftige Teilgestaltungspläne – darunter jener für den «Brauipark».

Noch in dieser Woche werden dazu die Baugespanne sichtbar sein. Geplant sind drei etwa 25 Meter hohe Gebäudekörper, deren Tiefgarage über die Obfelderstrasse, aber auch über bestehende Fusswege erschlossen sind. Allerdings steht der sogenannte Langsamverkehr im Vordergrund – mit über 550 Velo­abstellplätzen, wovon 5 Prozent für Lasten­velos oder Kinderwagenanhänger. Nur logisch also, dass in der Überbauung auch eine Veloreparaturwerkstatt, ein E-Bike-Ausleihangebot, ein kostenloses ÖV-GA und ein Carsharing-Angebot zum Angebot gehören.

Wie in einem Quartier

Das Projekt umfasst 43 Eigentums- und 101 Mietwohnungen in der Grösse von zweieinhalb bis fünfeinhalb Zimmern, darunter zwei wie WGs benutzbare Clusterwohnungen. Auch Dach­terrassen sind Teil des Projekts. In den unteren Geschossen und im EG ist Raum für Gewerbebetriebe mit lokalem Handwerk vorgesehen, das von den Frequenzen der nahen Grossverteiler profitieren kann. Laut Erich Leutwyler wird im «Brauipark» Platz geschaffen für zirka 280 Bewohnerinnen und Bewohner sowie für 100 Beschäftigte.

Es handelt sich also um eine Mischzone, die im begrünten Innenbereich mit viel Platz völlig verkehrsfrei gestaltet wird. Absicht sei es ausserdem, den Bewohnern einen Tagesablauf ohne Fahrzeug zu ermöglichen und die Voraussetzungen für eine soziale Verwurzelung zu schaffen sowie den Quartiergedanken hochzuhalten, hält der ­Architekt fest. Dazu sollen auch gemeinsam nutzbare Infrastrukturen, Gärten und Räume, sowie ein Doppel-Kindergarten beitragen. Die Wohnfläche ­beträgt insgesamt 12000 Quadratmeter, die Gewerbefläche 4000 Quadratmeter. Erich Leutwyler ergänzt, dass der Bodenverbrauch bei der Überbauung «Braui­park» – auch dank verdichteter Bau­weise – statistisch zehnmal tiefer ist als im schweizerischen Durchschnitt.

Mittels Fotovoltaik wird ein Drittel des Stroms in der Überbauung selbst produziert. Damit können auch die ­Ladestationen versorgt werden. Ausserdem ist ein Anschluss an den Affoltemer Holzwärmeverbund geplant. Dem Umweltgedanken wird auch dadurch Rechnung getragen, dass ab 2. OG Schweizer Holz verwendet wird. Dabei ist geplant, auch Holz von der abzubrechenden Villa auf dem Hügel zu verwenden. «Insgesamt lassen sich damit 10 Prozent eines C02-Jahresverbrauchs der Stadt Affoltern binden», sagt Erich Leutwyler.

Ab dem 29. April 2022 sind die Bauprofile sichtbar; zu diesem Zeitpunkt erfolgt auch die Baueingabe. Im Idealfall kann Anfang 2023 mit dem Bau begonnen werden. So würde ein Bezug im Frühjahr 2026 erfolgen. Die Vermarktung erfolgt ab Sommer 2022.

Am Montag, 9. Mai, 18 Uhr, findet am Dachlisserweg 1 in Affoltern eine Informationsveranstaltung für Anwohnende und Interessierte statt – vor Ort. Informationen auch unter www.brauipark.ch