Bezirk Affoltern
02.05.2022

Ein Stadtpark für die Naherholung

Drei Weiher und dazwischen Hochstaudenried – das Areal Brauiweiher soll als Stadtpark zum Naherholungsgebiet für die Affoltemer Bevölkerung werden. Hinter Stadtrat Markus Gasser ist ein Begegnungsplatz vorgesehen. (Bild Thomas Stöckli)

Drei Weiher und dazwischen Hochstaudenried – das Areal Brauiweiher soll als Stadtpark zum Naherholungsgebiet für die Affoltemer Bevölkerung werden. Hinter Stadtrat Markus Gasser ist ein Begegnungsplatz vorgesehen. (Bild Thomas Stöckli)

Eine Sanierung war schon in den 1990er-Jahren geplant, eine Altlast hat dies allerdings ­verzögert. Jetzt soll das Areal Brauiweiher in Affoltern endlich zum Naherholungsgebiet aufgewertet werden.

Von: Thomas Stöckli

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Weiher zwischen Lindenbach und Dachlisserweg in Affoltern Eis gewonnen für die angrenzende Brauerei. ­Zwischenzeitlich aufgefüllt und dann wieder ausgebaggert, ging der Weiher 1993 an die Gemeinde Affoltern, welche ihn als kommunales Natur- und Landschaftsschutzobjekt unter Schutz ­stellte. So kommen heute etwa die geschützte gelbe Schwertlilie und der breitblättrige Rohrkolben vor, weiter drei gefährdete Heuschreckenarten, Zauneidechsen, ­Vögel und Fledermäuse.

Belasteter Standort ohne Sanierungsbedarf

Auf eine eigentlich schon geplante Aufwertung wurde in den 1990er-Jahren wegen einer Altlast vorerst verzichtet. Konkret geht es um Teerablagerungen und Mineralölverschmutzungen auf dem nördlichen Teil des Areals, mutmasslich aus der Herstellung von Erdölprodukten zwischen 1912 und 1925. Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) klassifizierte diese Altlast im Rahmen einer genaueren Untersuchung allerdings als belasteten Standort ohne Überwachungs- und ­Sanierungsbedarf.

Für die Aufwertung des Naturschutzgebiets bedeutet dies, dass die Altlast nicht vollständig entfernt werden muss, sondern nur dort, wo dies die Neugestaltung nötig macht. Für diese Variante hat sich der Stadtrat Affoltern nun auch entschlossen – auch aus Kostengründen: «Würden wir die gesamte Altlast rausnehmen, würde uns dies mindestens 3,6 Millionen kosten», so Markus Gasser, Stadtrat Bau und Infrastruktur. «Ohne zusätzlichen Nutzen», ergänzt er, «dafür mit erheblichen Prozess- und Kostenrisiken. Auch ist uns in der Nachaltigkeitsüberprüfung klar geworden, dass es keinen Sinn macht, schwach belasteten Boden mit grossem Aufwand bei uns herauszunehmen und in einer anderen Deponie wieder einzulagern.»

Anstelle eines einzigen grossen Weihers sieht die Neugestaltung deshalb drei kleinere Weiher à 400, 170 und 100 Quadratmeter im unbelasteten Teil des Areals vor, der mittelgrosse am Ostrand als Spielteich mit direktem Zugang zum Wasser. Beim grössten Teich in der südwestlichen Ecke soll zudem eine halb gedeckte Beobachtungsplattform entstehen. Erschlossen wird der zugängliche Teil des Stadtparks durch einen teilweise beschatteten Fussweg. Vorgesehen ist zudem ein Begegnungsplatz mit ­Tischen und Bänken, Trinkbrunnen und Spielgeräten. In der bestehenden Birkenallee entlang des Lindenbachs sind ­Hängematten zum Verweilen geplant. Mittelfristig sollen die alten und teils nicht mehr so vitalen Bäume durch ­klimarobustere Arten ersetzt werden.

Einzig entlang der Böschung an der nordöstlichen Grundstücksgrenze muss ein Teil des Oberbodens abgetragen werden, weil er stark mit Teerklumpen verschmutzt ist. Um die unwahrscheinliche Gefahr einer Belastung des Weiher- oder gar des Grundwassers zu vermeiden, ist vor dem grössten Teich zudem eine Lehmabdichtung geplant. Die Weiher werden von Regen- und Grundwasser gespeist.

Grosser Mehrwert für die Bevölkerung

Knapp 1,33 Mio. Franken kommen gemäss Voranschlag für den gesamten Neubau zusammen. Abzüglich des bereits bewilligten Projektierungskredits von rund 84000 Franken und der gebundenen Ausgaben von 331000 Franken für die Altlastensanierung stimmt die Gemeindeversammlung über 985000 Franken ab. Der grösste Brocken ist ­dabei mit 378000 Franken die Ausstattung, welcher sowohl die Beobachtungsplattform als auch die Möblierung umfasst. «Mit tragbaren Kosten erreichen wir so einen hohen Wert für die Bevölkerung», findet Gasser.

Sagt die Gemeindeversammlung am 20. Juni Ja zum Stadtpark Brauiweiher, soll die Realisierung noch im Herbst ­gestartet werden. Die Übergabe an die Bevölkerung könnte dann im Sommer 2023 erfolgen.