Bezirk Affoltern
08.09.2022

In künstlerischem Ausnahmezustand

Die Frachtkiste aus New York als «kleinstes Kunstmuseum Europas» an der Chilbi Aeugst. (Bilder zvg.)

Die Frachtkiste aus New York als «kleinstes Kunstmuseum Europas» an der Chilbi Aeugst. (Bilder zvg.)

Die Frachtkiste aus New York als «kleinstes Kunstmuseum Europas» an der Chilbi Aeugst. (Bilder zvg.)

Die Frachtkiste aus New York als «kleinstes Kunstmuseum Europas» an der Chilbi Aeugst. (Bilder zvg.)

Sie ist in Aeugst aufgewachsen und in New York zur anerkannten Künstlerin gereift. Nun ist Clarina Bezzola für ein umfangreiches Projekt zurückgekommen. Morgen Samstag dürfen ­Interessierte daran mitwirken.

Von: Thomas Stöckli

Hier eine Maske, in Totholz arrangiert, da ein Auge mit Schlangenkörper, welcher sich um einen Ast windet. Was hat es auf sich mit den mysteriösen Postkarten, die in den letzten Monaten an alle Haushalte in Aeugst gingen?

Anderthalb Jahre ist es nun her, seit Mike Stillhard, Gründer des Kunstraums KommBox in Aeugst, ein Projekt lanciert hat, das immer grössere Ausmasse ­annehmen sollte. Eine «Kunstbrücke» sollte es werden, mit Clarina Bezzola, die in Aeugst aufgewachsen und nach der Matur nach New York ausgewandert ist, wo sie sich einen Namen gemacht hat als Objekt- und Performance-Künstlerin. Auf die Anfrage vom 16. Dezember 2020 sagte die Künstlerin am 31. Januar 2021 zu, verbunden mit dem Wunsch, die einstige Heimat nach 30 Jahren neu zu entdecken und gemeinsam mit der Dorfbevölkerung etwas zu bewegen.

Doppelbelichtungen und 160 Objekte

Clarina Bezzola brachte ihren ­Lebens- und Kreativpartner Miles Pittmann ins Spiel, Initiant Mike Stillhard den Autor Helmut W. Rodenhausen, Sonja Furrer Schaad und Christina Gille, Co-Leiterinnen der KommBox, komplettieren das Projektteam. «Das Thema könnte nicht tiefgründiger sein», so Mike Stillhard, der die Aktivitäten koordiniert hat: «Es geht um die Auseinandersetzung mit seinem eigenen Ich.» Der Titel «Wer-ich-sein» versteht sich denn auch nicht nur als fremd klingende Frage, die drei Worte – das Wer, das Ich und das Sein – stehen jedes auch für sich.

Während neun Monaten haben sich Bezzola und Pittman fast ausschliesslich mit dem Projekt für Aeugst befasst, dazu gehörten auch Dutzende von Stunden Videokonferenzen über den grossen Teich. Im Januar kam die Künstlerin nach Aeugst, um im Dorf zu fotografieren. Die Filme nahm sie dann wieder mit, um sie in New York noch einmal zu belichten. Entstanden sind so Verschmelzungen von Ansichten, die teils sehr erstaunen. So formt sich aus einem mit Graffiti besprayten Lastwagen aus New York und zwei Jungbäumen in Aeugst zufällig die Illusion einer Plakatwand, dies just vor dem Elternhaus eines hiesigen Sprayers.

Einige dieser doppelbelichteten ­Bilder wurden dann mit Handlungsaufrufen auf der Rückseite an die Aeugster Haushalte gestreut. «Weisst du, wie es dir heute geht? Und deinem Gegenüber?», heisst es darauf etwa, oder: «Egal, wer nebenan wohnt, probe dein bestes Lächeln.» Die mysteriösen Botschaften sollten nicht zuletzt auch einen Spannungsbogen aufbauen. Insgesamt gingen vier Postkarten zum Projekt an sämtliche Haushalte.

Am 5. Mai landete dann eine Transportkiste aus New York mit über 160 eigens angefertigten Kunstwerken in Aeugst. Diverse Landwirte hatten ihr Land als Ausstellungsfläche zur Verfügung gestellt und so waren die Kunstwerke neun Tage später schon alle in die Aeugster Landschaft eingepflegt, in ­Wiesen, Wäldern, an Wegen oder bei ­Gebäuden. An der Chilbi wurden Aufnahmen der Werke als «Miniatur­museum» in der ursprünglichen Transportkiste arrangiert.

Masken-Workshop und -Demo

Beim nächsten Streich kann sich nun die Bevölkerung gestalterisch einbringen. Morgen Samstag laden Clarina ­Bezzola und Miles Pittman ein, zu den Fragen von Zeigen und Verstecken, Maskieren und Outen einen eigenen Bezug zu geben. So findet von 14 bis 17 Uhr ein Masken-Workshop für Erwachsene statt im Kulturraum des Schulhauses Gallenbüel. Ein Ziel könnte hier sein, das eigene Ich zum Ausdruck zu bringen, in Form einer demaskierenden Maske. Am 16. September ist dann eine Masken-­Demo vorgesehen, die ab 18.30 Uhr vom Bolet zur KommBox führt, wo Vernissage gefeiert wird und die Kunstschaffenden in ihr Projekt einführen.

Wer-ich-sein, Masken-Workshop morgen Samstag, 10. September, 14 bis 17 Uhr, Schulhaus Gallenbüel. Vernissage am 16. September, 19 Uhr, Ausstellung bis 8. Januar 2023 in der KommBox, Gemeindehaus Aeugst. Infos: www.aeugst-albis.ch/kommbox.

 

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