Abriss nun doch vor dem Neubau

Haus zum Seewadel: reges Interesse an der Projekt-Präsentation

Bei der Projekt-Präsentation von links: Architekt Lukas Bucher, «Seewadel»- Leiterin Verena Feller, Immobilienvorstand Herrmann Brütsch und Fabrizio Meo, Leiter Immobilienabteilung. (Bild Thomas Stöckli)

Bei der Projekt-Präsentation von links: Architekt Lukas Bucher, «Seewadel»- Leiterin Verena Feller, Immobilienvorstand Herrmann Brütsch und Fabrizio Meo, Leiter Immobilienabteilung. (Bild Thomas Stöckli)

Umstritten ist der Standort des Restaurants an der Rückseite. (Visualisierung zvg.)

Umstritten ist der Standort des Restaurants an der Rückseite. (Visualisierung zvg.)

Die Bewohner sollen nur einmal umziehen – das war ein Wunsch des Ideenwettbewerbs, welchen die Gemeinde Affoltern im Mai ausgeschrieben hat. Ein zu hohes Ziel, wie sich an der Projektpräsentation vom vergangenen Montagabend im Foyer des Hauses zum Seewadel zeigte: Keines der Architekturbüros konnte eine praktikable – das heisst, auch finanziell tragbare – Lösung präsentieren, wie ein Neubau unmittelbar neben dem bestehenden Haus errichtet werden kann. Die Bewohner werden also zweimal umziehen müssen. Allerdings müssen sie dafür nicht selber schauen, wie einige befürchteten. Eine Übergangslösung in der Nähe sei bereits in Abklärung, verrät Geschäftsleiterin Verena Feller.

Kostenpunkt: 22,5 Mio. Franken

Noch ist Zeit, denn der Baustart dürfte frühestens im Sommer 2020 erfolgen. Zuvor werde die Gemeindeversammlung Affoltern am 21. März 2018 über einen Projektierungskredit entscheiden, so Fabrizio Meo, Leiter der Affoltemer Immobilienabteilung. Bis Sommer 2019 wird dann am Projekt geschliffen. Umstritten ist etwa der Plan, das Restaurant auf der Gebäuderückseite zu platzieren. Zu schlecht besonnt und zu wenig belebt, finden kritische Stimmen. Im Herbst 2019 soll dann der Baukredit vors Volk. Nach aktuellem Wissensstand sollen es etwa 22,5 Mio. Franken sein. «Wir werden da aber noch genau über die Bücher gehen», so der Affoltemer Immobilienvorstand Herrmann Brütsch. Nimmt das Projekt auch diese Hürde, könnten im Sommer 2020 die Bagger vorfahren. Für Abriss und Neubau sind zwei Jahre vorgesehen. Keinen Einfluss hat das Bauprojekt auf das bestehende Bibliotheksgebäude. Einzig der Verbindungstrakt müsste weichen.

«Die Ambiance des heutigen ‹Seewadels› erhalten», nannte Hermann Brütsch als hohes Ziel: «Wir wollen einen freundlichen, einen warmen Bau.» Vom Projekt «Papillon» der blgp Architekten AG, Luzern, sei er begeistert. Der Projektname «Papillon» leitet sich vom Grundriss des Baukörpers ab mit einer Verjüngung zur Mitte hin. Das Untergeschoss ist in Massivbau vorgesehen, die weiteren Stockwerke in Holz. Als Vorteile dieses Baustoffs nennt Architekt Lukas Bucher Behaglichkeit und optimales Raumklima.

Flexibilität nach oben und unten

Erschlossen wird das künftige Alters- und Pflegeheim weiterhin von der Oberen Seewadelstrasse her, allerdings ebenerdig. An den Empfangsbereich schliessen sich Büros und Werkstatt an, während im hinteren Bereich, wo das Terrain drei Meter höher ist, Garderoben, Lager- und Technikräume eingeplant sind. Den grössten Teil des Stockwerks darüber nimmt das Restaurant ein, nach aktuellem Planungsstand gegen hinten ausgerichtet und dort mit ebenerdigem Ausgang zur Terrasse. Weiter sind hier ein grosser Andachtsraum sowie Büros und Arbeitszimmer vorgesehen. Die 60 Bewohnerzimmer mit grossen Fensterflächen und Sitzbank davor verteilen sich in Vierer-Einheiten auf drei Obergeschosse. «Das gibt uns Flexibilität», erklärt Verena Feller. Solche Einheiten könnten bei sinkendem Bedarf nach Pflegezimmern auch zu Wohnungen umgenutzt werden. Bei steigender Nachfrage bestehe zudem die Möglichkeit einer Aufstockung.

In der Projektausstellung bot sich den Interessierten Gelegenheit, ihre Wünsche und Anregungen auf Post-its einzubringen. So wurden etwa Tiefgaragen-Parkplätze gewünscht.

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