«Älter werden – kreativ und aktiv bleiben»

Dass Schaffenskraft und Kreativität auch ab 60 nicht erlahmen, dokumentiert die noch bis kommenden Freitag laufende Hobbyausstellung in Hausen eindrücklich: 16 Seniorinnen und Senioren zeigen im Gemeindesaal ihre Werke – eine grosse Vielfalt.

Irmy Hirzel mit den von ihr bemalten, handgefertigten Spanschachteln, in denen Braut-Utensilien gehortet werden.

Irmy Hirzel mit den von ihr bemalten, handgefertigten Spanschachteln, in denen Braut-Utensilien gehortet werden.

Dieter Schwickert zeigt an seinem Stand einen Calit-Stein aus dem Ural. (Bilder Werner Schneiter)

Dieter Schwickert zeigt an seinem Stand einen Calit-Stein aus dem Ural. (Bilder Werner Schneiter)

«Kreativität, Elan, Freude und Enthusiasmus ist auf allen Stufen gefordert – auch bei der Organisation», sagte der Hausemer Sozialvorstand Peter Reichmuth anlässlich der Vernissage vom vergangenen Samstag, die von der Formation «Puszta Pampa» musikalisch umrahmt wurde. Und damit hat er auch das Einrichten der Ausstellung gemeint – eine aufwändige Angelegenheit. Grund genug also, zum Auftakt nicht nur den Ausstellerinnen und Ausstellern eine Blume zu überreichen, sondern auch der Organisation aus dem Arbeitskreis Senioren Oberamt. Die Gemeinden Hausen, Rifferswil und Kappel unterstützen die alle drei Jahre stattfindende Seniorenausstellung mit einer Defizitgarantie. Diese musste allerdings noch nie in Anspruch genommen werden. Auch dank Unterstützung von zahlreichen Firmen, denen OK-Präsident Nik Egger dankte.

An der Ausstellung können sich Hobbykünstlerinnen und -künstler aus den drei Gemeinden ab 60 Jahren beteiligen. «Wir fragen die Leute jeweils schriftlich an», sagt Egger, für den die Kapazitätsgrenze aktuell mit 16 Ausstellern im Gemeindesaal erreicht ist.

Reichhaltig

Von Dekorationen aus Metall bis zu gewobenen Stoffen, von der Fotografie bis zu Klöppelarbeiten, von der Malerei auf Holz, vom Anisgewürz bis zum Mineralien-Schmuck: Der Gemeindesaal bietet derzeit eine Vielfalt an kreativem Schaffen der 60plus-Generation, die künstlerisches Flair aufweist. Zwei Beispiele seien hervorgehoben: Irmy Hirzel aus Herferswil zeigt Stoffhandwerk, Aquarelle und bemalte Spanschachteln. Die gelernte Schneiderin ist 83-jährig, immer noch vital und wohnt seit 42 Jahren im Säuliamt. Sie hat die Textilfachschule in St. Gallen besucht und hat in ihrem Kleider-Atelier Schnittmuster «für die ganze Welt» gemacht. Im Säuliamt hat sie dann mit Bauernmalerei begonnen – mit Landschaftsbildern und Bildern von Bauernhäusern, dazu handgemachte Spanschachteln bemalt. Sie gibt ihr Wissen immer noch in Kursen weiter. «Hunde, Malerei und Näherei – das ist mein Leben. Und das hält mich jung», sagt sie lachend und ist Beispiel für das Motto der Ausstellung: «Älter werden – kreativ und aktiv bleiben».

Je härter der Stein, desto schöner nach dem Schleifen

Kreativ und aktiv – das ist auch Dieter Schwickert aus Rifferswil, der ehemalige Leiter des (heute nicht mehr existierenden) Jugendsekretariats des Bezirks Affoltern. Er hat sich dem Schleifen von Steinen verschrieben und sich nach seiner Pensionierung eine Schleifmaschine angeschafft.

Steine beschafft er sich nicht nur beim Strahlen im Oberengadin, sondern auch im Ausland – unter anderem in Polen, auf der Kola-Halbinsel in Russland, an der Ostsee oder in Idar-Oberstein, Rheinland-Pfalz, einem Mekka der Steinschleiferei. Ausser Kristallen bearbeitet er jede Steinsorte. Steine werden mit einer Diamantsäge zerschnitten, dann geschliffen und schliesslich poliert. Je härter der Stein, desto schöner präsentiert er sich nach dem Schleifen. Eine grosse Auswahl dieses Mineralien-Schmucks präsentiert Dieter Schwickert an seinem Stand. Interessierte können ihre Steine während der Ausstellung schleifen lassen.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Bezirk Affoltern27.08.2026

Müller‑Mehrheit – und die Säuliamt‑Spezialitäten

Offizielle Namensdaten: Im Bezirk Affoltern dominieren die grossen Schweizer Klassiker
Maschwanden fällt aus der Reihe
Bezirk Affoltern27.08.2026

Maschwanden fällt aus der Reihe

Fortsetzung: «Müller-Mehrheit – und die Säuliamt-Spezialitäten»
Ungleiches Abstimmungsbudget? Schweizweit, so auch im Knonauer Amt, finden sich viele Plakate, die für eine Annahme der Neutralitätsinitiative werben, wie dieses hier in Affoltern. Solche für die Ernährungsinitiative sind eher selten zu sehen, we
Bezirk Affoltern27.08.2026

Neutralität und Ernährung im Fokus

Über diese zwei nationalen Abstimmungsvorlagen gilt es, am 27. September an der Urne zu befinden