Aemtler Bühne feierte Premiere
Fortsetzung von «‹Di luschtige Wiiber› von Mettmi starten durch»
Der Vorhang öffnete sich, und das Publikum befand sich sogleich mittendrin im Geschehen – in einem Geburtstagsfest, wo es bereits zu knistern begann. Die Spannung war spürbar, es bahnten sich Konflikte, aber auch amüsante Intrigen an. Die Gäste an der Premiere der Aemtler Bühne vom vergangenen Freitag wurden mit hineingerissen in die verwirrenden Ereignisse und Verführungen. Bunt, originell und mit viel Dynamik nahm die Geschichte ihren Lauf. Einerseits ging es um den Altrocker Elvis und zwei Frauen, die er erobern wollte, andererseits um zwei junge Verliebte, deren Beziehung von den Eltern nicht geduldet wurde.
Das Stück «Di luschtige Wiiber» ist eine Adaption des Klassikers «Die lustigen Weiber von Windsor» von Shakespeare. Peter Steiner führt zum dritten Mal die Regie für die Aemtler Bühne und hat das Werk umgeschrieben. Die Geschichte spielt in Mettmenstetten, mehrere Szenen sogar im «Rössli». Für den unheimlichen und zugleich erheiternden Schluss hat der Autor den Steinkreis auf dem Homberg ausgewählt. In den Dialogen auf der Bühne wird in origineller Weise Bezug genommen auf Aktualitäten aus dem Säuliamt, und mit lockeren, witzigen Bemerkungen ist für herzliche Lacher gesorgt. Elvis singt auch, natürlich Lieder seines Idols, und wird von einer kleinen Rockband unterstützt. Aber auch das Ensemble auf der Bühne ist musikalisch in Schwung. Es wird ausgelassen gerockt, getanzt und gesungen.
Eigentlich ist es bedauerlich, wie Elvis dreimal in die Falle tappt und ausgelacht wird. Doch die Handlung endet mit einem doppelten Happy End. Die zwei jungen Liebenden sind vereint, und die Dorfbevölkerung von Mettmi zeigt sich tolerant gegenüber dem eitlen Versager. «Nimms nicht so tragisch, Elvis», trösten sie ihn. «Jetzt gehen wir zu uns und machen eine Flasche Sekt auf.»
Direkt, natürlich und authentisch
Das Premierenpublikum war begeistert. «Wirklich unterhaltsam und amüsant. Das ist richtig wohltuend», war in den Pausengesprächen zu vernehmen. Oder: «Ich habe grossen Respekt vor dem, was diese Gruppe leistet. Der Aufwand in der Freizeit ist enorm.» Regisseur Peter Steiner war auch zufrieden. «Ich konnte mit einer sehr engagierten Truppe arbeiten. Die Zusammensetzung der Mitwirkenden ist ein spannender Mix von Menschen aus verschiedenen Generationen.» Die Herausforderung für ihn sei das Erschaffen der Geschichte gewesen. «Ich habe das Gerüst des etwas wilden Stückes von Shakespeare übernommen, und daraus ist ein grosses Ganzes für diese Gruppe in Mettmi entstanden.» Bezüglich der Spielenden war sein Anliegen, dass sie direkt, natürlich und authentisch auftreten. Dass dies den Schauspielerinnen und Schauspielern gelungen ist, bestätigte der fast nicht endende Applaus am Schluss der Aufführung.
Vreni Spinner, Präsidentin der Aemtler Bühne, spielt im Stück die Wirtin Hedi. «Nach 25 Jahren als Wirtin kann ich es nicht lassen.» Sie gab ihrer Freude Ausdruck, dass die Aufführungen auf der neuen Bühne im renovierten «Rösslisaal» stattfinden können. Ihre Schlussbotschaft an das Publikum und die Mitwirkenden auf und hinter der Bühne lautete: «Theater ist Teamarbeit. Das funktioniert nur, wenn wir uns aufeinander verlassen können.» Es sei eine intensive, manchmal hektische Zeit gewesen mit vielen Proben neben Familie und Beruf. «Aber diesen Einsatz leisten wir gerne für unser Publikum. Denn in der Zeit, in der wir leben, ist Lachen Medizin.»
Weitere Informationen und Tickets unter:www.aemtlerbuehne.ch








