Aeugster Auswanderer im Fernsehen
Priska und Michi Bauer verlegten 2022 ihren Lebensmittelpunkt nach Andalusien
In der Menschheitsgeschichte verliessen ganze Völker und viele Menschen ihre Heimat. Es war meist eine Bewegung von etwas weg, aus Leidensdruck. Immer gab und gibt es aber auch Menschen, die zu neuen Ufern aufbrechen, aus Neugier, aus Unternehmenslust, um bewusst und eigenverantwortlich ihr Leben neu zu gestalten. Dies ist eine freiwillige Bewegung auf etwas zu – und diese beinhaltet meist positive Energie. So auch das Auswandern von Priska und Michi Bauer aus Aeugst. Sie übersiedelten 2022 nach Andalusien und betreiben dort in einem Bergdorf das kleine Hotel Olive & Ivy. Sie entschieden sich für ein Ziel, einen Lebenstraum, den sie verwirklichen wollten. «Wir erfüllten uns den Traum von einem eigenen kleinen Hotel im Süden», erzählt Priska Bauer. «Wir sind gern Gastgeber und verwöhnen Gäste kulinarisch und mehr. Ich bin gerne kreativ und Malen ist meine Leidenschaft. Dies hatte in unserem Leben in der Schweiz leider keinen Platz gehabt. Mein Mann kann sich hier kulinarisch ausleben mit guten, lokalen und frischen Produkten. Dazu gehören Fisch, Wein, Avocados, Mangos, Oliven, Ziegenprodukte und vieles mehr.»
Neustart in Südspanien
Die Suche nach einem passenden Hotel verlief gut organisiert. Nach intensiver Suche in anderen Mittelmeerländern entschieden sie sich für Südspanien. Anfang Februar 2022, die Coronazeit hatte sie in ihrer Entscheidung zum Auswandern bestärkt, flogen sie nach Málaga. «Wir buchten eine Suite im kleinen Hotel Olive & Ivy. Es war Liebe auf den ersten Blick.»
Und nun kam die grosse Arbeit. Mit Unterstützung eines Auswanderungs-Consultants ging der Kauf der Immobilie in Spanien gut vonstatten, Steuerfallen oder andere Probleme konnten so vermieden werden. Zudem musste das Eigenheim in Aeugst verkauft werden. Möbel und Hausrat liessen sie durch ein Transportunternehmen nach Málaga bringen. Am 21. August 2022 verliessen sie die Schweiz mit dem Auto – der erste, grosse Schritt war geschafft. Sie konnten einen funktionierenden Betrieb übernehmen und der Vorbesitzer unterstützte sie in der ersten Zeit.
Motivation zum Aufbruch
«Wir durften vier Jahre im schönen Aeugst im Beckenhof zu Hause sein», erinnert sich Priska Bauer. Sie arbeitete als Innenarchitektin und CEO einer kleinen Büroeinrichtungsfirma, Michi Bauer als Buchhalter und Bierbrauer, «Eichhörnli-Bier», in Aeugst. «Aber das Wetter in der Schweiz entspricht nicht unseren Vorstellungen. Am liebsten hätten wir nur einen Monat Winter und den Rest Sonne. Dies haben wir nun erreicht, da wir immer im Januar für vier Wochen die Schweiz besuchen.»
Motiviert fürs Auswandern hat sie neben dem Wetter ihr Hotel-Projekt. «Das Besondere an unserem Konzept ist, dass sich unsere Gäste wie zu Hause fühlen können. Unser Ziel ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, wie wir sie selbst in den Ferien suchen. Dazu gehören ein köstliches Frühstück, ästhetisch gestaltete Einrichtung und Umgebung, angenehme Düfte sowie herzliche persönliche Betreuung unserer Gäste. Zudem gehören nützliche Tipps zu Ausflügen: Wanderungen, geheime Strände, gute Restaurants, kulturelle Attraktionen und Sportmöglichkeiten.»
Und nun leben Priska und Michi Bauer in einem Bergdorf in Andalusien, das etwa gleich gross wie Aeugst ist. Sie wurden von den Einwohnerinnen und Einwohnern herzlich aufgenommen. Hier leben Spanier, aber auch Menschen aus der ganzen Welt. «Viele Spanier aus unserem Dorf haben früher in Schaffhausen gearbeitet, sind wieder heimgekehrt und haben einen Bezug zur Schweiz, was es uns einfacher macht», so Priska Bauer.
Zukunftspläne und Zeitdruck
Gern möchten sie abends ab und zu ihre Gäste kulinarisch verwöhnen. Dazu brauchen sie mehr Raum, ihnen schwebt auch ein schöner Patio und ein weiteres Zimmer mit zwei privaten Dachterrassen vor. Und vor allem eine kleine, aber funktionale Gastroküche. Ein Nachbargrundstück haben sie bereits erworben. Und nun sehen sie sich vor zahlreichen Herausforderungen. Doch bevor gebaut werden kann, muss eine alte Ruine weichen. Der Zeitdruck ist enorm: Bis zur Sommersaison muss alles stehen.
«Wir freuen uns auf weitere erfolgreiche, spannende Jahre mit unseren interessanten Gästen. Für die Zukunft haben wir einige Pläne in petto wie Leadership-Retreats, kreative Workshops oder Wine-Tasting mit kulinarischer Begleitung», erzählt Priska Bauer begeistert. Dazu haben sie Ausdauer und Willen. Doch: «Es würde uns helfen, in der Schweiz ein bisschen bekannter zu werden.»
Geografisch liegt das Hotel idyllisch. Man sieht die Berge, deren Gipfel bis 2062 Meter hoch sind. In 25 Autominuten erreicht man das Meer, man kann es vom Hotel aus sehen. Die Sicht reicht an klaren Tagen bis zur Küste Marokkos. Die Gästebewertungen sprechen für sich. Hier ein Beispiel: «Entzückendes, kleines Guesthouse mit 5 Zimmern. Die Zimmer sind klein, modern eingerichtet und haben alles, was man benötigt. Die Gastgeber sind klasse, jederzeit ansprechbar und stehen mit Rat und Tat zur Seite.»
Und voll des Lobes heisst es noch weiter: «Besonders Michis Frühstück ist eine 12 von 10. Wir haben uns hier mehr als wohlgefühlt. Die Bewertung ‹aussergewöhnlich› trifft den Nagel auf den Kopf. Abseits des Massentourismus in einem Bergdorf gelegen, ideal für Wanderer. Gleichzeitig aber auch nur 20 Minuten vom Strand entfernt und so eine gute Base für alle Arten von Urlaub. Wir kommen gerne wieder.»
«Adieu Heimat – Schweizer wandern aus»
Auch in der 12. Staffel der 3+-Serie werden spannende Geschichten und aussergewöhnliche Lebenswege von Schweizerinnen und Schweizern im Ausland erzählt – in den Folgen 4 bis 6 Priska und Michi Bauer.
Ausstrahlungsdaten:
Folge 4: Montag, 2. Februar, 20.15 Uhr
Folge 5: Montag, 9. Februar, 20.15 Uhr
Folge 6: Montag, 16. Februar, 20.15 Uhr





