An der Mauer scheiden sich die Geister
Können Mittel aus dem Lotteriefonds nur dann erwartet werden, wenn bei der Revitalisierung der Klosterdomäne Kappel alle fünf Kernelemente berücksichtigt werden – also auch die Mauerergänzung? Ja, heisst es im Verein Kloster Kappel (VKK). Aber diese Mauer ist umstritten, wie eine Info-Veranstaltung zeigte.

Umfassende Informationen und die Konsequenzen aufzeigen, welche die im Mai lancierte, gegen den ergänzenden Mauerbau gerichtete Initiative «Ex muros» hätte: Das beabsichtigte der VKK mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Kappel – und stiess damit auf Interesse. Über 70 Interessierte fanden sich im Mühlesaal zur Info-Veranstaltung ein und beteiligten sich auch an einem Rundgang durchs Klosterareal.
Kantonsrat stellt Weichen
Das Revitalisierungs- und Erneuerungsprojekt fusst auf einem 2013 durchgeführten Architekturwettbewerb. Inzwischen steht der Masterplan, den auch der Zürcher Regierungsrat unterzeichnet hat. Er umfasst fünf Kernelemente: autofreie Innenzone, offener Zugang, neue Wohnungen auf dem Areal und eine Neuordnung der Landwirtschaft, die bereits in Angriff genommen worden ist – genauso wie die von der Landeskirche finanzierte neue Terrasse samt Erneuerung der Gärten und die Aufwertung des Kreuzgangs. Die Investitionen belaufen sich auf gesamthaft rund 20 Mio. Franken; 12,25 Mio. Franken erwartet man aus dem Lotteriefonds.
Dieses Hauptgesuch ist noch nicht eingereicht; voraussichtlich 2019/20 wird der Kantonsrat darüber befinden. Das ist der entscheidende Schritt. Würde die ergänzende Stampfbetonmauer aus dem Masterplan herausgenommen, könnte das nach Ansicht des VKK das Gesamtprojekt gefährden. Ihre Kosten sind mit 0,6 Mio. Franken vergleichsweise gering.
An der Info-Veranstaltung wurde auch von denkmalpflegerischer und politischer Seite die Wichtigkeit einer Gesamtsicht über das Projekt an gesichtsträchtiger Stätte betont. «Wir müssen jedes einzelne Element in einem Kontext sehen», sagte Roger Strub, der stellvertretende kantonale Denkmalpfleger.
Die Info-Teilnehmenden äusserten sich aber mehrheitlich kritisch zur Mauerergänzung, bezeichneten diese – auch im Bereich des Hauses am See – als «Fremdkörper» und machten Vorschläge, wie es ohne gehen könnte: zum Beispiel mit einer Verschiebung eines geplanten Neubaus die angestrebte Abgrenzung der Domäne von der Umgebung erreichen. Der VKK ist bereit, Anregungen entgegennehmen.
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