Architekt kauft «eigene» Wohnung in Mehrfamilienhaus in Knonau

Reges Interesse an betreibungsamtlicher Versteigerung in Hausen

Das Mehrfamilienhaus am Bolletweg in Knonau: Unter den Hammer kam die Wohnung im obersten Stock, samt Autoeinstellplätzen und Abstellräumen. Die Aufnahme entstand anlässlich eines öffentlichen Besichtigungstermins im September. (Archivbild Daniel
Das Mehrfamilienhaus am Bolletweg in Knonau: Unter den Hammer kam die Wohnung im obersten Stock, samt Autoeinstellplätzen und Abstellräumen. Die Aufnahme entstand anlässlich eines öffentlichen Besichtigungstermins im September. (Archivbild Daniel Vaia)

Die Versteigerung einer ungewöhnlichen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Knonau hat am Freitag in Hausen eher unerwartet geendet: Ersteigert wurde das Objekt vom Architekten des Gebäudes, Max Wyder. Er war der Einzige an der vom Betreibungsamt Hausen durchgeführten Grundpfandverwertung, der für die Wohnung und weitere Räumlichkeiten ein Gesamtgebot abgab: 1,25 Millionen Franken. Deutlich reger war zuvor auf die mit der Wohnung verbundenen Autoeinstellplätze und die Abstellräume geboten worden – letztlich aber vergeblich. Die Versteigerung dürfte die Gemeinde Knonau freuen: Sie kommt nun zu ausstehenden Grundstückgewinnsteuern in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken.

Wyders Gebot lag ganz knapp über dem von Christian Saladin, dem Leiter des Betreibungs- und Gemeindeammannamts Hausen, ausgerufenen Mindestgebot von 1247462.60 Franken. Der Architekt aus Sins (AG) ist damit der neue Besitzer der 5,5 Zimmer grossen Wohnung im obersten Stock des Gebäudes am Bolletweg 14. Im Preis inbegriffen sind zwei Autoeinstellplätze in der Tiefgarage und zwei Abstellräume. Aussergewöhnlich an dem Gebäude ist neben der Architektur und der äusseren Farbgebung auch das Energiekonzept. Die über Röhrenkollektoren auf dem Dach gewonnene Wärme wird unter dem Gebäude während Wochen und Monaten in einem Saisonalspeicher (Wasser) gespeichert.

Wie Max Wyder auf Anfrage erklärte, will er nun in einem ersten Schritt den Innenausbau der Wohnung fertigstellen. Diese befindet sich immer noch im Rohbau, obwohl das Gebäude schon vor einigen Jahren fertiggestellt wurde. Was danach mit der Wohnung geschieht, sei noch offen, so Wyder.

Ein nicht einfacher Ablauf

Die Grundpfandverwertung war vom Betreibungsamt Weggis-Greppen-Vitznau angestrebt worden, offenbar der Wohnregion des bisherigen Besitzers. Auf dem nun versteigerten Objekt lasteten drei grundpfandgesicherte Forderungen in der Höhe des erwähnten Mindestgebots.

Die grösste Forderung stammt von der Gemeinde Knonau. Sie machte gemäss Lastenverzeichnis ausstehende Grundstückgewinnsteuern von insgesamt 683000 Franken geltend; davon machen alleine die Verzugszinsen fast 95000 Franken aus.

Die Versteigerung im Gemeindesaal Weid in Hausen hatte rund zwei Dutzend Interessierte angelockt. Sie verlief phasenweise ungewöhnlich lebhaft, zumal zu Beginn seitens der Kaufwilligen verschiedene Fragen über den nicht einfachen Ablauf gestellt wurden. Denn aufgrund der Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken (VZG) mussten zunächst alle Teile separat (Wohnung, zwei Garagen, zwei Abstellräume) aufgerufen werden, erst danach konnte auf die Wohnung mit den anderen Räumlichkeiten als Ganzes geboten werden. Und gemäss VZG musste am Schluss jener Variante (Einzelteile versus Gesamtobjekt) der Vorzug gegeben werden, die mehr Geld einbrachte.

35000 Franken für Autoeinstellplatz

So kam zunächst die Wohnung alleine unter den Hammer, für die aber kein Gebot abgegeben wurde (betreibungsamtlicher Schätzpreis: 1,168 Millionen Franken). Bietergefechte, an denen sich Max Wyder nicht beteiligte, gab es dafür um die Garagen und die Abstellräume. Für die erste Garage erfolgte der Zuschlag bei 25000 Franken, für die zweite bei 35000, was gleichzeitig dem amtlichen Schätzpreis entsprach. Für die beiden Abstellräume wurden 7000 und 9000 Franken geboten (Schätzpreis: je 5000).

Letztlich erwiesen sich aber all diese Gebote als vergeblich. Denn Wyders Gebot für das «Gesamtpaket» (Wohnung, Autoeinstellplätze, Abstellräume) von 1,25 Millionen überstieg die Summe der Einzelversteigerungen bei Weitem.

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