Ottenbach: «WohnenPlus» mit der «guten Seele»

Projekt für betreutes Wohnen im Alter

Der Parkplatz des Restaurants Post: Dort könnte ein Standort für begleitetes Wohnen entstehen. (Bild zvg)
Der Parkplatz des Restaurants Post: Dort könnte ein Standort für begleitetes Wohnen entstehen. (Bild zvg)

Vor allem durch Verdichtung entsteht in Ottenbach viel Wohnraum mit Zweieinhalb- und Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen – auch für ältere Menschen. Das von einer grossen Projektgruppe begleitete Vorhaben WohnenPlus ist mehr als nur ein Angebot an Wohnraum, sondern beinhaltet Unterstützungsangebote im nicht pflegerischen Bereich.

Auch in Ottenbach wächst der Anteil an über 65-Jährigen; bis 2045 wird eine Zunahme von 53,5 Prozent prognostiziert, bei den 80-Jährigen um 25,6 Prozent. Möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben gilt natürlich nach wie vor und wird in Ottenbach laut Gemeinderat Ronald Alder, zuständig für Gesundheit und Soziales, auch durch die Spitex sichergestellt. Es gibt aber zunehmend Unterstützungsbedarf, der darüber hinausgeht. Das Projekt WohnenPlus fokussiert sich auf nicht pflegerische Unterstützungsangebote: unter anderem bei Administration, Alltagsorganisation, Digitalisierung, allgemeinen Dienstleistungen und Einkäufen. Hilfe könnte hier eine im Haus verantwortliche Ansprechperson sein, eine «gute Seele» im Anstellungsverhältnis. Damit wird Selbstständigkeit gefördert und der Überforderung begegnet, ohne dass die Betagten wegziehen müssen. Im vertrauten Umfeld hindernisfrei leben, Gemeinschaftsangebote und Begegnungsorte nutzen, die auch «Medizin» gegen Vereinsamung sind. «Dieses Wohnangebot soll also mehr können, als nur Wohnraum anbieten», so Ronald Alder. Er nennt das Wohnhaus «Hardware», die Unterstützung im Alltag die dazugehörende «Software».

Zwei mögliche Standorte

Mögliche Standorte, gemeindeeigene Parzellen, für das Modell WohnenPlus befinden sich beim Restaurant Post und in der Klosterwiese. Im Vordergrund stehen hindernisfreie, altersgerechte und preiswerte Eineinhalb-, Zweieinhalb- und Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen mit Garten und Begegnungsorten. Klar ist: Es sind ausschliesslich Wohnungen mit Zusatzleistungen. Und private Anbieter sollen nicht konkurrenziert werden. Gemäss neuem und erweitertem Richtwert bedarf es pro 1000 Einwohner 30 solcher Wohnungen für Personen ab 65 Jahren.

Gemäss Ronald Alder sind für dieses Jahr eine Machbarkeitsstudie, Potenzialstudien und ein Realisierungsmodell mit Trägerschaft und Finanzierung geplant. In den Jahren 2027 bis 2029 ist dann die Realisierung inklusive Projektwettbewerb vorgesehen, eventuell mit Gestaltungsplan. Der Einzug wird für 2030 prognostiziert.

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