Auf Augenhöhe kommunizieren und Lösungen finden
Martin Hunkeler (54), parteilos, bisher

Da ich bereits seit 2018 im Gemeinderat bin, konnte ich mir viel Wissen über die Funktionsweise einer Gemeinde aneignen und möchte dieses Wissen noch eine weitere Legislatur der Gemeinde zur Verfügung stellen. Ich sehe mich als umgängliche Person, die mit allen Arten von Menschenschlägen auf Augenhöhe kommunizieren und Lösungen finden kann. Ich denke, es ist auch etwas Positives, dass ich frei von Interessenskonflikten bin, da ich in der Gemeinde weder ein Gewerbe führe noch Verwandte etc. habe, ausgenommen meine eigene Familie natürlich.
Ich möchte die Eigenständigkeit der Gemeinde erhalten oder idealerweise noch stärken. Der Druck auf kleinere Gemeinden wie Kappel wird nicht weniger werden, und darauf gilt es, vorbereitet zu sein, mit intakten Strukturen und einer gut funktionierenden Verwaltung. Letzteres ist eine grosse Herausforderung, da es immer schwieriger wird, gute Verwaltungsmitarbeiter zu rekrutieren. Zielführend können diesbezüglich aber auch Kooperationen oder Auslagerungen sein.
Den sehe ich ganz klar bei den Angeboten und Strukturen für die ältere Bevölkerung. Obwohl wir ein relativ junges Dorf sind, leben auch bei uns immer mehr ältere Menschen. Um diesen zu ermöglichen, möglichst lange in ihrem Dorf bleiben zu können, bedarf es einiger Anstrengungen. Ein grosses Thema ist dabei natürlich das Wohnen im Alter. Nicht alles Notwendige dazu kann von der Gemeinde bereitgestellt werden, aber wir können hier bestimmt Unterstützung bieten und das Thema proaktiv adressieren.
Grundsätzlich muss man Änderungen gegenüber offen sein, denn sie werden sowieso immer wieder eintreffen. Meist sind solche Wünsche nach dem Erhalt von etwas daher langfristig kaum realistisch. Ich hoffe aber, dass die grobe Struktur der Bebauung sowie Wohnbevölkerung noch lange möglichst in der heutigen Ausprägung Bestand haben. Dies könnte sich mit dem aktuellen Generationenwechsel ziemlich stark verändern, und da müssen wir schauen, dass das zum Guten passiert.
Wie bei Frage 2 schon angesprochen, verhalten sich für mich Kooperationen und Autonomie nicht widersprüchlich zueinander. Im Gegenteil, Kooperationen können die Eigenständigkeit der Gemeinde sogar stärken oder gar erst ermöglichen. So wird auch Kappel immer wieder Kooperationen benötigen, um politisch unabhängig zu bleiben. Auch sind wir für vieles schlicht zu klein und darum auf Zusammenarbeit angewiesen. Nebst den offensichtlichen Aufgaben wie Abwasser, Sekundarschule etc. kann das auch Verwaltungsaufgaben betreffen.
Ich sehe mich als «Primus inter Pares» und somit allen Gemeinderatsmitgliedern gleichgestellt. Entsprechend mische ich mich möglichst nicht in die anderen Ressorts ein und lasse jedes Mitglied seine oder ihre Arbeiten weitestgehend selbstständig erledigen. Sich so mit seinen eigenen Ideen und Ansichten einbringen zu können, wirkt hoffentlich motivierend.
Wie bereits erwähnt, ist der Erhalt der politischen Unabhängigkeit eine grosse Herausforderung. Eine wichtige, wenn nicht gar die wichtigste, Voraussetzung zum Erhalt dieser Unabhängigkeit ist, dass wir immer wieder genügend Freiwillige finden, um die ganzen Milizämter zu besetzen. Ganz aktuell sehen wir das ja am Beispiel der Schulpflege. Die angedachte Revision der Besoldungsverordnung soll dazu einen Teil beitragen. Das ist als Ausdruck der Wertschätzung gedacht. Wegen des Geldes soll man ein solches Milizamt auch in Zukunft nicht machen.
Gewisse Anpassungen mussten wir von Gesetzes wegen machen (Kernzonenpläne, Mehrwertausgleich) oder wurden uns vom Souverän in Auftrag gegeben (Windkraftartikel). Bei dieser Gelegenheit haben wir auch gleich noch ein paar kleine Anpassungen von Artikeln gemacht, welche sich in der Praxis als unpraktisch erwiesen haben. Der eigentliche Mehrwert liegt aber bestimmt in den jetzt übersichtlichen und transparenten Kernzonenplänen. Als nächster Schritt läuft jetzt die öffentliche Auflage noch bis Ende März.


