Auf den Guinness-Rekord folgen mehrere Fernseh-Auftritte

Mit zwei Weltrekorden hievte sich Slotracing Mettmenstetten im letzten Herbst ins Guinness-Buch der Rekorde. Das hat dem Verein zu einem Auftritt bei mehreren Regional-Fernsehsendern verholfen.

Nach den Weltrekorden ein Tattoo auf dem Unterarm: Walti Maurer, Präsident von Slotracing Mettmenstetten, mit einem gelben Auto, das im Oktober im 24-Stunden-Rennen Mini-Z GT zum Einsatz kommt. (Bild Werner Schneiter)
Nach den Weltrekorden ein Tattoo auf dem Unterarm: Walti Maurer, Präsident von Slotracing Mettmenstetten, mit einem gelben Auto, das im Oktober im 24-Stunden-Rennen Mini-Z GT zum Einsatz kommt. (Bild Werner Schneiter)

«Schweiz vereint» heisst das neue Format, das jeweils Freitagabend um 21.30 Uhr von TeleZüri, Tele M1, TeleBärn, Tele 1, TVO und Watson ausgestrahlt wird. Die beiden Moderatoren Nico Franzoni und Marco Gurtner besuchen dabei aussergewöhnliche Schweizer Vereine. Ohne viel Vorbereitung versuchen sich die beiden Moderatoren im jeweiligen Metier – und sie stossen dabei immer wieder an ihre Grenzen, ohne jedoch den Humor zu verlieren, der sich wie ein roter Faden durch die Serie zieht. 

Anlässlich ihres Besuchs bei Slotracing Mettmenstetten erfuhren sie, dass sich die kleinen, elektrisch angetriebenen Flügelautos im Massstab 1:24 auf der 46,55 Meter langen Bahn per Handregler nicht so leicht steuern lassen. Das verlangt viel Training und Konzentration – und jahrelange Erfahrung, die in Mettmenstetten, beim ältesten Slotcar-Verein der Schweiz, vorhanden ist.

Nach den Rekorden ein Tattoo
Und der schaffte im Herbst vergangenen Jahres Aussergewöhnliches: Vier Fahrer legten innerhalb von 24 Stunden 1086,943 km zurück, womit sie den aus dem Jahr 1997 stammenden Weltrekord (644,07 km) geradezu pulverisierten. Den zweiten Weltrekord liessen die Vereinsmitglieder unmittelbar im Anschluss folgen: 16077 km in 378 Stunden, was knapp 345000 Runden ergibt. Das entspricht – gemessen am Massstab der kleinen Boliden – der Strecke zum Mond. «Nach diesen vierzehn Tagen waren wir völlig übermüdet», sagt Vereinspräsident Walti Maurer. Er und seine Mitglieder erhielten nach diesen Parforceleistungen viel Zuspruch – vor allem in den sozialen Medien, sogar aus ­Australien; dazu gabs eine sechsseitige Reportage in der «Autoillustrierten» Die Protagonisten haben nach den Rekorden mit schottischem Whisky angestossen. Walti Maurer hat sich am Arm auch ein Tattoo «Trip to the Moon» stechen lassen – eine unauslöschliche Erinnerung an diese «Verrücktheiten», wie er es nennt und als erforderlich erachtet hat, um in Medien Aufmerksamkeit zu erheischen. Ob das zu neuen Mitgliedern führt, wird sich zeigen, wenn die Pandemie überwunden ist und wieder Veranstaltungen mit viel Publikum durchgeführt werden können. In virusfreien Zeiten waren das jährlich bis zu 50 Anlässe.

Das Bestreben, den Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde zu erhalten, erforderte im Vorfeld der Rekorde einen immensen Aufwand. So musste die Bahn durch Fachleute millimetergenau vermessen werden, nach den Rekorden sämtliche Daten auf der Homepage bei Guinnessbuch hochgeladen und Zeugen benannt werden; erforderlich war ein 24-Stunden-Film, was sich als vorerst als (technisches) Problem erwies. Die ersten Anfragen aus Mettmenstetten liess man in London unbeantwortet. Eine Überweisung von 1000 Franken beschleunigte den Prozess schliesslich. «Geld spielt da offenbar eine wichtige Rolle», kritisiert Walti Maurer. Er hat die Bestätigung für den Eintrag noch nicht erhalten, zweifelt aber nicht, weil dazu sämtlich Kriterien erfüllt worden sind. «Bis spätestens im Herbst wird sie eintreffen», fügt der Clubpräsident bei.

Bei neuem Rekord nochmals antreten?
Slotracing Mettmenstetten muss natürlich damit rechnen, dass ihr 24-Stunden-Weltrekord angegriffen wird, möglicherweise von Teams aus Brasilien, den USA oder Tschechien, wie Maurer vermutet. In diesem Fall schliesst er nicht aus, nochmals anzutreten, um diesen Rekord zu brechen. «1250 km sind bei uns möglich, 1300 km aber nicht. Auch der aktuelle Rundenrekord von 1,28 Sekunden ist für uns ausser Reichweite. Hier liegt er bei 1,98 Sekunden», sagt er. Für eine Steigerung wären neue und eine grössere Anzahl Motoren nötig. Bei einem erneuten Rekordversuch würde Slotracing Mettmenstetten mit zwei Fahrern (möglicherweise Walti Maurer und seine Tochter Ellen) sowie drei ­Mechanikern antreten. Es ist nicht auszuschliessen, dass Slotracing Mettmenstetten mit einer weiteren «Verrücktheit» aufwartet: mit einer «Super ­endurance», einem Rennen ohne fixes Ende. Es dauert, bis einer aufgibt. Oder ein Rennen «vom Mond zurück zur Erde». Fix im Programm ist am Freitag, 1. Oktober, ein 24-Stunden-Rennen ­Mini-Z GT mit Autos im Massstab 1:27,5. 
Die Serie «Schweiz vereint» ist unter anderem auf TeleZüri abrufbar.

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