Aufwertung im Gebiet Filderen steht vor dem Abschluss
Die 10-monatige Bauzeit im Naturschutzgebiet Filderen neigt sich dem Ende zu. Lieferschwierigkeiten des Erdmaterials und das nasse Winterwetter haben die Aufwertungsarbeiten um ein halbes Jahr verzögert. Noch wird ein Zaun erstellt und angesät.

«Wir sind froh, dass wir nach dieser langen Bauzeit die Arbeiten abschliessen können», sagt Christoph Abegg von der kantonalen Baudirektion. Seit Mitte Juni des vergangenen Jahres setzt das kantonale Tiefbauamt ökologische Ersatzmassnahmen im Naturschutzgebiet Filderen um. Auf einer Fläche von knapp 23000 m² ergänzen diese die bereits realisierten Naturschutzmassnahmen im Gebiet Filderen, das als Hochwasser-Rückhaltebecken und Lärmschutzhügel gegen die Autobahn A4 dient.
Durch den Abtrag und Auftrag von Böden sind über die vergangenen zehn Monate drei Teilflächen für Magerwiesen entstanden, die mit einer reichen Samenmischung begrünt werden, um neuen Lebensraum für artenreiche wie gefährdete Pflanzen und Tiere zu schaffen. Abegg ergänzt: «Für die Natur stehen die Flächen ab sofort zur Verfügung. Die Besiedelung mit Pflanzen und Tieren dauert wohl noch einige Jahre. Je nach Entwicklungsstadium wird sich auch das Artenspektrum verändern.» Im Rahmen der Aufwertungsarbeiten hat der Kanton ferner eine Wildobstanlage mit sieben Hochstammbäumen und eine Hecke angepflanzt sowie einen neuen Weiher für Laubfrösche angelegt. Diese dürften sich allerdings (noch) im Winterschlaf befinden, da bislang noch keine aufgetaucht sind.
Keine Mehrkosten
Gegenwärtig errichten die Arbeiter einige niedrige Zäune entlang der neu gestalteten Teilflächen und gehen der Aussaat nach. Christoph Abegg rechnet damit, dass diese Arbeiten Ende März abgeschlossen sind. Eigentlich hätten die Aufwertungsarbeiten bereits Ende September fertig werden sollen. «Ein Teil der Ersatzmassnahmen bestand aus einer Aufschüttung mit Untergrundmaterial. Dieses Untergrundmaterial wurde von einer Baustelle bezogen, bei der es zu grösseren Verzögerungen kam», erklärt Abegg. «Dann hat auch noch die nasse Witterung im Dezember und Januar die Arbeiten verzögert.» Demgegenüber verliefen die Abtragungsarbeiten des Oberbodens und der Bau des Weihers im vergangenen Sommer/Frühherbst reibungslos. Während der gesamten Bauzeit waren für die Erdarbeiten meist zwei bis drei Arbeiter eines Zürcher Bauunternehmens im Einsatz. Landwirte pflanzten die Wildobstbäume und die Hecke, derweil das Saatgut und die Aussaat eine Aargauer Firma besorgte. Die Bevölkerung habe sich während der Bauzeit mehrheitlich korrekt verhalten. «Teils wurde die Umleitung für Velofahrer nicht beachtet», so Abegg. «Zu grösseren Problemen ist es jedoch nicht gekommen. Lastwagenfahrer und Fussgänger haben Rücksicht aufeinander genommen.»
Die längere Bauzeit schlägt sich nicht auf die Kosten nieder. Die ökologischen Ersatzmassnahmen belaufen sich auf rund 1.1 Millionen Franken. Zwei Drittel davon übernimmt der Kanton Zürich, ein Drittel geht zulasten des Bundesamts für Strassen (Astra).


