Bald ist die letzte Maschwander Kiesgrube aufgefüllt

In einigen Wochen wird die Wiederauffüllung der Kiesgrube im Ausserdorf in Maschwanden beendet sein. Nach dem Auffüllprozedere reduziert sich das immer wieder kritisierte Lastwagenverkehrsaufkommen durchs Dorf.

Bald ist die ehemalige Kiesgrube im Maschwander Ausserdorf vollständig aufgefüllt. Es entstehen Magerwiese, Tümpel und Kulturland – ein Eldorado für Störche und Schafe. Im Hintergrund der Hof der Arealbesitzer Marlene und Felix Leutert. (Bild
Bald ist die ehemalige Kiesgrube im Maschwander Ausserdorf vollständig aufgefüllt. Es entstehen Magerwiese, Tümpel und Kulturland – ein Eldorado für Störche und Schafe. Im Hintergrund der Hof der Arealbesitzer Marlene und Felix Leutert. (Bild Werner Schneiter)

Während Jahrzehnten stellte der Kiesabbau in der kleinsten Ämtler Gemeinde einen wichtigen Erwerbszweig dar – auch für die Gemeinde, die ihr eigenes Kieswerk betrieb. Es spülte viel Geld in die Kasse. «Goldgrube» nannte man das Werk auch. Bis Anfang der 90er-Jahre, als die Kiesvorkommen versiegten und die Anlage stillgelegt werden musste. Dann kam das im Ausserdorf liegende, dreieinhalb Hektar grosse Areal von Felix Leutert ins Spiel. Die Firma Risi erhielt die Abbaurechte. In den folgenden Jahren wurden dort rund 300000 Kubikmeter Wandkies abgetragen.

Magerwiese, Tümpel und Kulturland

Inzwischen ist fast auf dem ganzen Areal sauberer Aushub deponiert worden. «Die komplette Wiederauffüllung war ursprünglich für 2016 vorgesehen. Sie hat sich etwas verzögert – genau so wie seinerzeit in der Kiesgrube im Hinterdorf», sagt Gemeinderat Christian Gabathuler. Nach Aussagen von Risi-Vertreter Daniel Marty wird das Auffüllen der dritten Etappe in wenigen Wochen beendet sein. Dann kann auch der letzte Teil rekultiviert werden. Dies geschieht nach den im Gestaltungsplan fixierten Vorgaben. In der Regel müssen 15 Prozent einer Kiesabbaufläche, die mindestens 2 ha gross ist, als ökologische Ausgleichsfläche ausgeschieden werden. Laut Felix Leutert ist am Hang der rekultivierten Aushubdeponie eine Magerwiese geplant. Er weist eine Neigung von 20 Prozent auf und kann mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen bewirtschaftet werden. Auf der linken und rechten Seite sind Tümpel vorgesehen. Der untere, flache Teil ist für Kulturland reserviert.

Die Fachstelle Naturschutz des Kantons hat sich noch nicht mit der Angelegenheit beschäftigt. «Solche Dinge sind nur schwer planbar. Jahrelang läuft nichts – und dann gehts plötzlich schnell», sagt Hanspeter Tschanz, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachstelle. Er betont aber, dass die Kontrolle der Umsetzung von ökologischen Massnahmen im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liege.

Klar ist, dass sich nach vollzogener Wiederauffüllung der Aushubdeponie der Lastwagenverkehr durchs Dorf verringern und Tempo 30 realisiert werden soll. «Derzeit wird dazu das definitive Projekt ausgearbeitet. Danach folgt die öffentliche Auflage mit der Möglichkeit zu Einwendungen. Die Umsetzung ist für 2018 geplant», sagt Christian Gabathuler.

Kiesabbau in Knonau verzögert sich

Verzögerungen werden auch aus Knonau gemeldet – beim Kiesabbau. In einer vierten Etappe will die Risi AG im Äbnetwald 460000 Kubikmeter Kies abbauen, wovon 180000 Kubikmeter auf Knonauer Boden liegen. Die Bewilligung für die dazu notwendige Rodung von 1,1ha Wald ist vorhanden. Gleichwohl wird es noch einige Zeit dauern, ehe die ersten Lastwagen mit Kies aus diesem Areal beladen werden können. Denn gegen den geplanten Standort einer Sichtschutzhecke ist Einsprache erhoben worden. «Die Verhandlungen für eine Verlegung des Standortes laufen», hält Gemeinderätin Marianne Mühl fest.

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