Baustelle fertig – dank vieler helfender Hände
Am Sonntag fand auf dem Bauspielplatz in Affoltern das Robifest statt, mit Wetterglück und unter Mitwirkung von Familienclub, Familienzentrum, Jugendarbeit, Spielgruppe, Pfadi, Jubla und Handballclub.
Warum freut man sich, wenn man nicht getroffen hat? Wozu braucht man einen motorisierten Gartenstuhl? Und seit wann ist Hochstapelei erstrebenswert? Diese und weitere wichtige Fragen beantwortete das Robifest am vergangenen Sonntag. Rund 400 Kinder und Erwachsene liessen sich auf dem Bauspielplatz zeigen, wie Baustelle geht. Und vor allem: Was es alles zu tun gibt.
Um die Baustelle im Zeitplan zu behalten, mussten nämlich alle mitanpacken. Die bei Kindern beliebten und mit Spannung erwarteten Spieleposten hatten auch dieses Jahr wieder die eine und andere Überraschung parat, inklusive einiger Bau-Klischees.
So mussten zum Beispiel mit einer Bohrmaschine Löcher in den «Asphalt» gebohrt werden, ohne eine der darunterliegenden Strom-, Wasser-, Gas- oder Schoggicrèmeleitungen zu verletzen. Doch wenn die Baustelle eilt, hat man keine Zeit, Pläne zu studieren, also bohren auf gut Glück. Das Robifest-Publikum lernte: Manchmal freut man sich, gerade weil man nicht getroffen hat.
Ist es Spielen oder Arbeiten?
Dass Enten am liebsten schwimmend transportiert werden und dies mit einer Schubkarre nicht ganz einfach ist, führte der Gartenbau-Posten vor Augen. Neben etwas Glück ist also auch Geschicklichkeit immer wieder mal gefragt. Des Weiteren mussten die kleinen Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter am Seil hängend arbeiten, Zielgenauigkeit an den Tag legen, eine Bowlingkugel mit ruhiger Hand führen und Pylonen mit einem Schlauch von Unrat freihalten.
Auch der motorisierte Gartenstuhl war durchweg mit Arbeit verbunden, wenn auch sehr spielerisch. In einer sogenannten Motorgarette – ein Baustellen-Schüttgut-Transportgerät mit der ohrenbetäubenden Höchstgeschwindigkeit von etwa fünf Kilometern pro Stunde – sitzend, mussten von den Kindern im Vorbeifahren Bälle geworfen, Kugeln gerollt, Reifen übergestülpt werden, und als Schlussbouquet gabs ein Hochhaus zum Abreissen. Während die meisten Kinder zum ersten Mal eine solche Abrissbirne gesehen haben dürften, sah man den Erwachsenen das nostalgische Schwelgen in der eigenen Kindheit an, dieser rauen Zeit, als man Gebäude noch «wegdonnerte» und Abfalltrennung ein Fremdwort war.
Somit ist das Element «Abrissbirne» ein unwahres oder zumindest ein historisches Baustellen-Klischee. Ein anderes Vorurteil zeigte sich dafür umso bilderbuchmässiger: Einer arbeitet, der Rest sieht zu. Dieser Umstand war jedoch zu einem grossen Teil dem Wetter geschuldet, das, deutlich besser als angesagt, für ein sehr gut besuchtes Robifest sorgte.
Und warum soll nun die eingangs erwähnte Hochstapelei erstrebenswert sein? Das wissen diejenigen, die beim Harassenstapeln zugeschaut haben. Denn wer Harassen stapelt, kann schön von oben herab schauen und hat am nächsten Tag – im Gegensatz zu den Zuschauenden – keine Halsstarre.






