Bezirk Affoltern hat regional die höchste Leerwohnungsziffer
Mit durchschnittlich 0,78 Prozent leer stehenden Wohnungen liegt der Bezirk Affoltern über Horgen und Muri – doch die Unterschiede zwischen den Gemeinden sind gross

Im Bezirk Affoltern standen am 1. Juni 2026 durchschnittlich 0,78 Prozent der Wohnungen leer. Das ist deutlich mehr als in den angrenzenden Bezirken Horgen und Muri – und ein Mehrfaches der Werte in der Stadt Zürich und im Kanton Zug. Von einem entspannten Wohnungsmarkt kann dennoch keine Rede sein. Schweizweit ist die Leerwohnungsziffer erstmals seit Jahren unter 1 Prozent gefallen. Am Stichtag vom 1. Juni 2026 waren 45 493 Wohnungen unbesetzt, einschliesslich Einfamilienhäusern. Das entspricht 0,93 Prozent des gesamten Wohnungsbestands. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der leer stehenden Wohnungen um 2962 oder 6,1 Prozent. Der Rückgang setzt sich damit bereits seit 2021 fort, wie das Bundesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte.
Im Knonauer Amt liegt der Leerstand zwar ebenfalls unter dem Schweizer Mittel. Im regionalen Vergleich ist der Markt aber weniger eng. Der ungewichtete Durchschnitt der 14 Affoltemer Gemeinden beträgt 0,78 Prozent. Im Bezirk Horgen liegt er bei 0,58 Prozent, im Aargauer Bezirk Muri bei 0,64 Prozent. Die Stadt Zürich weist nur 0,11 Prozent leer stehende Wohnungen aus. Im Kanton Zug sind es rund 0,20 Prozent. Innerhalb des Bezirks Affoltern sind die Unterschiede erheblich. Aeugst verzeichnet mit 1,72 Prozent den höchsten Leerstand. Es folgen Obfelden mit 1,37 Prozent und Stallikon mit 1,31 Prozent. Auch Bonstetten mit 1,02 Prozent sowie Ottenbach mit genau 1 Prozent liegen über der Marke, die unter den derzeit knappen Marktverhältnissen vergleichsweise hoch ist.
Am wenigsten freie Wohnungen weisen Kappel und Hausen mit je 0,33 Prozent aus. In Wettswil beträgt die Quote 0,34 Prozent. Die Stadt Affoltern liegt mit 0,45 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Bezirksdurchschnitt. Ihre Quote entspricht damit eher jener mehrerer Horgner Gemeinden als den Werten von Aeugst, Obfelden oder Stallikon. Nur 5 der 14 Gemeinden im Bezirk erreichen eine Leerwohnungsziffer von mindestens 1 Prozent. Vier liegen unter 0,5 Prozent. Auch im Knonauer Amt bleibt freier Wohnraum damit knapp – nur eben weniger knapp als in den direkt angrenzenden Räumen.
Horgen und Zug besonders knapp
Im Bezirk Horgen zeigt sich ein noch engerer Markt, besonders entlang des Zürichsees und im Sihltal. Fünf der neun Gemeinden liegen unter 0,5 Prozent. Thalwil weist eine Quote von 0,24 Prozent aus, Kilchberg 0,27 Prozent und Oberrieden 0,30 Prozent. Über 1 Prozent kommen einzig Langnau am Albis mit 1,06 Prozent und Rüschlikon mit 1,03 Prozent. Noch tiefer liegen die Werte im Kanton Zug. Das Bundesamt für Statistik weist für Zug mit 0,20 Prozent die schweizweit tiefste kantonale Leerwohnungsziffer aus. In den elf Zuger Gemeinden des Datensatzes reichen die Quoten von 0,09 Prozent in Neuheim bis 0,32 Prozent in Risch. Selbst dieser Höchstwert liegt leicht unter den tiefsten Quoten im Bezirk Affoltern.
Auch der Aargauer Bezirk Muri liegt im Durchschnitt unter dem Knonauer Amt. 10 der 19 Gemeinden weisen weniger als 0,5 Prozent Leerstand aus. In Rottenschwil stand im Datensatz keine Wohnung leer. Der Bezirksdurchschnitt wird durch einzelne Gemeinden mit höheren Werten angehoben: Geltwil kommt auf 2,08 Prozent, Bünzen auf 1,77 Prozent.
Zürich als Ausnahme
In sechs der sieben Schweizer Grossregionen sank die Leerwohnungsziffer gegenüber dem Vorjahr. Eine Ausnahme war die Grossregion Zürich: Hier stieg sie leicht um 0,04 Prozentpunkte auf 0,52 Prozent. Der regionale Durchschnitt verdeckt jedoch die erheblichen Unterschiede innerhalb des Gebiets: Während in der Stadt Zürich nur 0,11 Prozent der Wohnungen leer stehen und der Kanton Zug bei rund 0,20 Prozent liegt, weisen mehrere Gemeinden im Bezirk Affoltern Quoten von mehr als 1 Prozent aus. Die Zahlen zeigen, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt bereits über kurze Distanzen deutlich unterscheiden kann.
Die Bezirksauswertung beruht auf dem ungewichteten Durchschnitt der kommunalen Leerwohnungsziffern aus dem BFS-Datensatz. Sie zeigt damit die durchschnittliche Lage in den Gemeinden. Wie viele Wohnungen tatsächlich leer stehen, lässt sich daraus nicht direkt ableiten: Dafür müssten auch die unterschiedlich grossen Wohnungsbestände der einzelnen Gemeinden berücksichtigt werden.


