Bisherige treten wieder an

Die Ausgangslage im Knonauer Amt vor den Kantonsratswahlen.

Zwei Sitze für die SVP, je einer für die SP, FDP, EVP und GLP – so ist das Knonauer Amt aktuell im Kantonsrat vertreten. Und grosse Veränderungen sind auch nach den Wahlen vom 24. März nicht zu erwarten – insbesondere nicht um die ersten vier Sitze: Die drei wählerstärksten Parteien konnten vor vier Jahren zulegen auf über 32% (SVP), respektive über 18% (SP und FDP) Stimmenanteil. Enger dürfte es um die weiteren beiden Mandate werden, um die sich drei Parteien streiten: Die EVP steigerte sich 2014 im Bezirk auf 8,7% und überholte damit sowohl die Grünliberalen (8,2%) als auch die Grünen (7,0%).

Von den sechs amtierenden Kantonsräten treten alle wieder an. Mit Ronald Alder (GLP, seit August 2017, für Hans Wiesner), Hannah Pfalzgraf (SP, seit Januar 2018, für Moritz Spillmann) und Hans Finsler (SVP, seit September 2018, für Susanne Leuenberger) ist die Hälfte allerdings noch nicht die ganze Legislatur dabei. Die Liste der SVP wird angeführt von Martin Haab. Bei ihm stellt sich weniger die Frage, ob er die Wahl in den Kantonsrat schafft, als, ob er noch diese Legislatur in den Nationalrat nachrückt. Als zweiter Bisheriger hat Bezirksparteipräsident Finsler gute Karten, auf Listenplatz drei folgt Marc Bochsler, Wettswil.

Auf der Liste der SP ist Felix Fürer, Affoltern, Nummer zwei hinter der Bisherigen Hannah Pfalzgraf. SP-Bezirkspräsident Roger Schmutz aus Wettswil belegt den letzten Listenplatz. Spitzenkandidat der FDP ist der Bisherige Olivier Hofmann, gefolgt von Arianne Moser, Gemeinderätin Bonstetten, und Bezirksparteipräsident Alain Schwald, Wettswil.

Unterstützung der Wiederwahl von Daniel Sommer, heisst die Devise bei der EVP. Dafür hat sich unter anderen auch der Affoltemer Pfarrer Werner Schneebeli einspannen lassen. Die Grünliberalen setzen auf ihren Bisherigen Ronald Alder, der sich mit fünf eigenen und zehn mitunterzeichneten Vorstössen innert anderthalb Jahren aktiv eingebracht hat – sowie auf die bekannten Namen von alt Kantonsrat Hans Wiesner und Journalist Salomon Schneider auf den beiden letzten Listenplätzen.

Den Sitz, den sie vor vier Jahren verloren haben, zurückgewinnen, das wollen die Grünen. Als Spitzenkandidat schicken sie Thomas Schweizer, Verkehrsplaner aus Hedingen, ins Rennen. Bezirksparteipräsident Stefan Gribi ist als Nummer drei auf der Liste. Nur Nebenrollen dürften den weiteren Parteien bleiben. Die CVP brachte es vor vier Jahren auf 3,8%, die EDU auf 2,2%.

Gewählt sind nicht unbedingt diejenigen Kandidaten, die am meisten Stimmen erhalten. Im zweistufigen Zuteilungsverfahren nach Pukelsheim werden im ersten Schritt die 180 Mandate gemäss kantonsweitem Stimmenanteil an diejenigen Parteien zugeteilt, die in wenigstens einem Wahlkreis mindestens 5% der Stimmen errungen haben. Danach werden die Mandate jeder Partei so auf die einzelnen Wahlkreise verteilt, dass jeder die ihm zustehenden Sitze – fürs Knonauer Amt sind dies sechs – erhält. So kann es sein, dass ein Kandidat zwar mehr Stimmen auf sich vereint als sein direkter Gegner, diesem aber trotzdem den Vortritt lassen muss.

Während die Parteien, die aktuell im Kantonsrat vertreten sind, ihre Listennummer bereits kennen – ausschlaggebend dafür ist die Parteistärke im Kantonsrat – mussten sich die kleineren Gruppierungen bis heute Freitagmittag gedulden. Ihre Listennummern werden unter Aufsicht von Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Innern, zugelost.

Der «Anzeiger» wird den Bezirksparteien in den kommenden Wochen Gelegenheit geben, ihre Kandidierenden auf den «Forum»-Seiten kurz vorzustellen.

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