Blumen als Spiegel der Schweiz

Florist Wädi Grimmer mit poetischer 1.-August-Rede in Knonau

Zur guten Stimmung trugen nicht nur Blumen und Tischdekoration bei, insbesondere die Alphorngruppe Echo vom Röhrliberg und die Fyrabig Musig vermittelten fröhliche Feststimmung.

Zur guten Stimmung trugen nicht nur Blumen und Tischdekoration bei, insbesondere die Alphorngruppe Echo vom Röhrliberg und die Fyrabig Musig vermittelten fröhliche Feststimmung.

Florist und Festredner Wädi Grimmer brachte Blumen (in Vasen, rechts) mit, von denen die Festbesucher eine auswählen und nach Hause mitnehmen durften. Eine nachhaltige Rede!

Florist und Festredner Wädi Grimmer brachte Blumen (in Vasen, rechts) mit, von denen die Festbesucher eine auswählen und nach Hause mitnehmen durften. Eine nachhaltige Rede!

An den acht Tischen verbrachten rund 150 Personen eine gemütliche, traditionelle Nationalfeier. (Bilder Regula Zellweger)

An den acht Tischen verbrachten rund 150 Personen eine gemütliche, traditionelle Nationalfeier. (Bilder Regula Zellweger)

Ein chinesisches Sprichwort sagt: «Wer Blumen liebt, hat auch Fantasie.» Dass dies stimmt, bewies Florist Wädi Grimmer mit seiner Rede zum Nationalfeiertag in Knonau. Er bemühte nicht die Klischees, die am 1. August schweizweit von den Rednerbühnen tönen. Er hielt sich an den Blumenhändlerslogan «Sags mit Blumen». Er verglich die Schweiz, die Geburtstag feierte, mit den Eigenschaften der Blumen – die aber in ihrer Schönheit und Vielfältigkeit oft zu wenig positive Aufmerksamkeit bekommen würden.

«Gemeinsam feiern hat in Knonau Tradition», betonte Gemeinderätin Brigitta Trinkler in ihrer Begrüssung. Sie dankte der Kulturkommission für die Organisation, dem Feldschützenverein Knonau für die Festwirtschaft, der Alphorngruppe Echo vom Röhrliberg und der Fyrabig Musig für die musikalische Umrahmung sowie der Bevölkerung für ihr zahlreiches Erscheinen. Rund 150 Personen sassen an den acht langen Tischen auf dem Stampfiplatz. Die Kinder spielten vergnügt miteinander und kümmerten sich wenig um die Feierlichkeit des Anlasses – wie hoffentlich überall in der Schweiz.

Blumen als Sinnbild für Freiheit und Vielfalt

Wädi Grimmer wurde in diesem Jahr zum Kirchenpflegepräsidenten gewählt. Bekannt ist er vor allem als Inhaber des Knonauer Blumengeschäfts Kraut und Rosen GmbH. Als Bauernsohn wuchs er in dritter Generation in Knonau auf und führt seit 1959 das beliebte Floristikunternehmen.

Zu Beginn seiner Rede machte er deutlich, dass Blumen den Menschen durchs ganze Leben begleiten und besondere Momente bereichern. «Blumen beginnen klein und brauchen Licht, Wasser und den passenden Boden», erklärte er. Daraus entwickelte er eindrückliche Parallelen zur Schweiz: «Blumen brauchen Freiheit, denn niemand kann eine Blume zwingen, schneller zu wachsen.»

Er betonte die Vielfältigkeit der Blumen und deren Einzigartigkeit in Farbe, Form und Raumanspruch. Vielfältigkeit und Einzigartigkeit gelten auch für die Schweiz: Kantone, Sprachregionen, Traditionen. «Niemand muss gleich sein wie der andere. Es gilt, respektvoll und konstruktiv mit Andersartigkeit umzugehen, denn Vielfalt stärkt.»

Respektvolles, engagiertes Miteinander

Blumen leben auch in einem sinnvollen Nebeneinander und Miteinander. In der Natur hängt alles zusammen. Und hier zog er die Parallele zu Knonau, wo sich viele Menschen – oft auch in freiwilligem Einsatz – engagieren. Er betont, wie dies auch den Zusammenhalt einer Gemeinde festige, beispielsweise durch Vereine, Feuerwehr und sozial engagierte Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen. «Dies bildet das stabile Fundament eines Dorfes.»

Auch die Bescheidenheit der Blumen sei vorbildlich, sagte Grimmer. Ohne sich in den Vordergrund zu drängen, trügen sie zur Schönheit der Welt bei. Damit verband er Werte wie Anstand, Verlässlichkeit und gegenseitige Unterstützung.

«Blumen erinnern auch an die Endlichkeit, was uns dankbar sein lässt für das, was aktuell ist.»

Der Florist fragte: «Welche Schweiz wollen wir unseren Enkelkindern übergeben?» Dies sei nicht allein Aufgabe von Politik und Wissenschaft, sondern von jedem Einzelnen. Auch ihm sei die beängstigende geopolitische Lage bewusst. Dennoch schloss er mit einer zuversichtlichen Botschaft: «Auch nach dem härtesten Winter und der verheerendsten Trockenheit, nach Erdrutschen und Überschwemmungen – so wie die Blumen im Frühling erwachen – kommt auch die Natur immer wieder zum Leben.»

Eine Blume als Botschaft für den Heimweg

Zum Abschluss seiner Rede liess Wädi Grimmer seine Worte sichtbar werden. Blumen seien Sinnbilder für Geduld, Vielfalt, Einzigartigkeit und Schönheit. Diese Werte gelte es – wie einen Garten – sorgsam zu pflegen und an kommende Generationen weiterzugeben. Als bleibende Erinnerung lud er die Besucherinnen und Besucher ein, sich aus den bereitgestellten Vasen eine Blume auszusuchen und mit nach Hause zu nehmen – als kleines Symbol für das, was die Schweiz ausmacht.

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