«Höchste Zürcherin» überrascht mit Alphorn-Einlage
1.-August-Feier in Mettmenstetten mit Kantonsratspräsidentin Rogenmoser
Was die Mettmenstetterinnen und Mettmenstetter schon immer gewusst haben, ist jetzt durch die «höchste Zürcherin» quasi amtlich bestätigt worden: Mettmenstettens Festplatz «Paradis» ist nicht nur der am schönsten gelegene Festplatz im Säuliamt, «sondern im ganzen Kanton Zürich». Das sagte (augenzwinkernd) Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser anlässlich der 1.-August-Feier am Samstag in Mettmenstetten.
Vor ihrer Rede hatte die gebürtige Walliserin Rogenmoser die Festgemeinde mit einer Alphorn-Einlage überrascht – und zwar auf einem selbst hergestellten Alphorn.
Der als «Eisbrecher» gedachte Showteil erreichte sein Ziel, erst recht, als Rogenmoser zu Beginn der Rede ihre auf erst wenigen Übungsstunden basierenden musikalischen Fähigkeiten relativierte: «Ich kann mir lebhaft vorstellen, was Sie gedacht haben: Hoffentlich spricht die Frau dann besser, als sie Alphorn spielt.»
Niemand müsse befürchten, dass sie jetzt eine politische Rede halte, beruhigte Rogenmoser die weit über 100 Gäste weiter. Schliesslich gebe es «kein apolitischeres Amt als das einer Kantonsratspräsidentin». Es gebiete, sich mit seinen politischen Meinungen zurückzuhalten.
Was folgte, war – selbstverständlich – eine durchaus politische Ansprache, die sich aber nicht auf einzelne politische Meinungen bezog, sondern auf das politische System der Schweiz. Und dafür hatte die SVP-Politikerin viel Lob übrig.
«Privileg, hier geboren zu sein»
«Es gibt wohl kein anderes Land, in dem das Volk so viel Mitsprecherecht hat», so Rogenmoser. Nirgendwo sonst verfügten die Bürgerinnen und Bürger über so viel Freiheit, Selbstbestimmung, Sicherheit und Wohlstand wie in der Schweiz. Leider sei es aber gerade Mode, sich für sein Land zu schämen. Sie frage sich in diesem Zusammenhang: «Wo sind wir falsch abgebogen? Wieso genieren sich die Leute plötzlich, sich als Patriot zu bekennen?» Sie selber verstehe unter dem Begriff, dass man sich des «unglaublichen Privilegs bewusst» ist, hier geboren zu sein – und «dankbar zu sein für alles, was wir diesem Land und seinen Institutionen zu verdanken haben». Zum Schluss forderte die Kantonsratspräsidentin dazu auf, komplexe, unverständliche Entscheide im Parlament nicht einfach hinzunehmen, sondern bei einzelnen Kantonsrätinnen und Kantonsräten nachzufragen. Wie man als Politikerin/Politiker nahbar wird, demonstrierte Rogenmoser nach ihrer Rede gleich selber: Sie forderte Alt und Jung auf, sich an ihrem Alphorn zu versuchen – was vor allem bei den Kindern und Jugendlichen (aber nicht nur) auf grosses Echo stiess. Als kleines Dankeschön durfte die «höchste Zürcherin» von Peter Junker, Präsident des Verschönerungsvereins, ein Kistli mit regionalen Spezialitäten in Empfang nehmen. Auf das sonst weitherum sichtbare traditionelle Mettmenstetter Höhenfeuer musste diesmal wegen der anhaltenden Trockenheit beziehungsweise wegen des allgemeinen Feuer- und Feuerwerksverbots verzichtet wurden.
Unverändert blieben an der vom Verschönerungs- und dem Turnverein organisierten Feier das kulinarische Angebot (Fleisch vom Gasgrill und Süsses), die musikalische Unterhaltung (Hopfemandli Örgeler aus Cham) und der gemeinsam gesungene Schweizerpsalm. Und auch das ab Tonband gespielte, 13-minütige Glockengeläut der Kirche Mettmenstetten fehlte nicht.








