Neue Stimme an Aeugster Feier
Erste Festrede der neuen Gemeindepräsidentin Gisèle Stoller Laubi
An einem warmen Sommerabend versammelte sich das Dorf auf dem Bolet zu Musik und geselligem Beisammensein. Gemeindepräsidentin Gisèle Stoller Laubi hielt dabei ihre erste Ansprache zum Nationalfeiertag. Auf das traditionelle Höhenfeuer musste wegen der anhaltenden Trockenheit verzichtet werden.
Trotz der sommerlichen Hitze fanden sich am Samstagabend über 150 Einwohnerinnen und Einwohner mit Familien und Freunden auf dem Bolet beim Schützenhaus ein, wo Aeugst den Nationalfeiertag in gewohnt herzlicher Atmosphäre feierte.
Der Musikverein Harmonie Affoltern a.A. gestaltete das Platzkonzert, während Roland Erichsen, der seit 28 Jahren in Aeugst lebt, den Abend mit seinem Alphorn musikalisch begleitete.
Um 20.15 Uhr läuteten die Kirchenglocken, und Gisèle Stoller Laubi trat ans Rednerpult. Statt eines Gastredners hielt die neue Gemeindepräsidentin ihre erste Festansprache selbst. Sie dankte allen Helfenden und stellte ihre Rede unter den Wahlspruch: «Unus pro omnibus – omnes pro uno – einer für alle, alle für einen.» Diese Haltung stecke auch heute noch in der Bevölkerung und dürfe ruhig wieder stärker gelebt werden, sagte sie.
Einziger Wermutstropfen war die Trockenheit. Wegen des Feuer- und Feuerwerksverbots fiel auch das Höhenfeuer aus – eine Enttäuschung vor allem für die jüngsten Gäste. Stoller Laubi appellierte eindringlich, die Vorschriften einzuhalten.
Im Gespräch mit dem «Anzeiger» blickte die Gemeindepräsidentin auf ihre bevorstehende Amtszeit. Zunächst gelte es, die vier neuen Gemeinderäte gut einzubinden und gemeinsame Legislaturziele zu erarbeiten. Herausforderungen seien unter anderem der Geburtenrückgang mit Folgen für die kleine Schule. Mittelfristig wolle die Gemeinde das Angebot für Wohnen im Alter ausbauen, den Werkhof verlegen und den Jugendraum vergrössern.
Roland Erichsen brachte die Bedeutung des Abends auf den Punkt: «Ich finde es schön, dass man den 1. August mit der Gemeinde feiert. Dann wird einem wieder bewusst, wie privilegiert wir sind, in einer Demokratie zu leben, in der alles noch funktioniert.» Auch Sandeep Kakkani, der vor drei Jahren nach Aeugst gezogen ist, betonte die Werte der Schweiz und die Chancen, die das Land biete.
Die Feuerwehr Aeugst führte die Festwirtschaft und sorgte neben der Verpflegung auch für die Brandsicherheit. Begleitet von der Harmonie, sangen die Anwesenden gemeinsam den Schweizerpsalm und liessen den Sommerabend anschliessend gemütlich ausklingen.






