Ein Hoch auf den Mut und die gemeinnützige Tätigkeit
In Hedingen sprachen Beat Schmid und Nicole Doppler zum 1. August
Die Gemeinde Hedingen verzichtete an ihrer Bundesfeier am Hedinger Weiher auf die Einladung politischer Schwergewichte aus Bern oder Zürich. Stattdessen setzten die Verantwortlichen auf eine bekannte lokale Stimme, um die Bedeutung der Dorfgemeinschaft und des Ehrenamts in den Fokus zu rücken; musikalisch begleitet vom Musikverein Hedingen und bewirtet durch die Mitglieder des Turnvereins.
Nach der Eröffnung durch den Musikverein trat Nicole Doppler ans Mikrofon, seit 30 Tagen neue Gemeindepräsidentin. Das sei eine neue, interessante Perspektive, auch wenn sie schon seit acht Jahren im Gemeinderat wirke und mit der Familie seit 16 Jahren im Dorf lebe. In ihrer Ansprache bezeichnete Doppler die gemeinnützige Tätigkeit als das eigentliche Fundament von Gemeinde, Kanton und Staat. Sie nutzte den Moment für einen kurzen Rückblick, um den Mut ihrer Vorgänger im Gemeinderat und der Stimmberechtigten zu würdigen. Ohne deren damalige Entscheide hätten sich prägende Unternehmen und Arbeitgeber wie das Schmiedewerk Stoos, die Ernst Schweizer AG, die Dr. W. Kolb AG oder die Zingg Transporte AG wohl kaum in Hedingen niedergelassen. Auch die vor zehn Jahren realisierte Einheitsgemeinde – der Zusammenschluss von politischer Gemeinde und Schulwesen – sei ein solcher Schritt gewesen. «Gute Entscheidungen brauchen Zeit und Mut», so Doppler. Rhetorisch fragte sie das Publikum, ob die Schweiz nicht genau hier beginne: nicht in den politischen Zentren, sondern dort, wo Menschen im Alltag Verantwortung übernehmen und füreinander einstünden.
Pointierte Vergleiche zum Vereinsleben
Als Hauptredner folgte Beat Schmid, der sich als «Urhedinger» bezeichnete. Mit seiner Familie lebt er im Elternhaus, ist im Dorf bestens vernetzt und arbeitet in der Region in seinem Lehrberuf als Lastwagenmechaniker; der Betrieb hat kürzlich zwei der erfolgreichsten Lehrabgänger im Kanton ausgebildet. Er war acht Jahre Mitglied der Schulpflege, in der Feuerwehr aktiv und präsidierte das OK des Dorffestes, das 2025 nach zehnjährigem Unterbruch wieder stattfand. Obwohl die Reden gemäss Doppler nicht abgesprochen waren, ergänzte Schmid die Worte der Gemeindepräsidentin. Schmid brach eine Lanze für die Freiwilligenarbeit und betonte die tragende Rolle der Dorfvereine für das soziale Zusammenleben. Er zog dabei Vergleiche zur zunehmend digitalisierten, unpersönlichen Welt, in der jeder nur für sich schaut. Er sagte, kein Spotify könne den Musikverein ersetzen, kein Lieferdienst wie Uber Eats das persönliche Engagement der Mitglieder des Turnvereins bei Anlässen wie diesen und kein Callcenter den Sicherheitsdienst, den die Feuerwehr biete.
Der gemütliche Ausklang der Feier am Weiher war in diesem Jahr von den äusseren Bedingungen geprägt. Wegen der anhaltenden Trockenheit verzichtete die Gemeinde vollständig auf das traditionelle Höhenfeuer und auf jegliches Feuerwerk. Als stimmungsvoller Ersatz fand stattdessen ein Lampionumzug statt, bei dem aus Sicherheitsgründen konsequent auf moderne LED-Leuchten gesetzt wurde.










