Bonstetten: Kurze Rede, viel Sinn

Schnell abgehandelter offizieller Teil der Gemeindeversammlung und viele Verdankungen

Gemeindepräsidentin Arianne Moser (in der Mitte) verdankte die abtretenden Behördenmitglieder (von links: Thomas Fischer, Monika Wild, Eduard Boxler und von rechts: Andres Bachofner, Isabella Tamas, die als Präsidentin der Primarschulpflege zurüc
Gemeindepräsidentin Arianne Moser (in der Mitte) verdankte die abtretenden Behördenmitglieder (von links: Thomas Fischer, Monika Wild, Eduard Boxler und von rechts: Andres Bachofner, Isabella Tamas, die als Präsidentin der Primarschulpflege zurücktritt, ihr jedoch als Mitglied erhalten bleibt, und Sandra Müller). (Bild Claudia Eugster)

Hitzefrei nahmen sich wohl viele der stimmberechtigten Bonstetterinnen und Bonstetter am vergangenen Dienstag, 23. Juni. Gerade einmal 56 Tapfere erschienen zur Gemeindeversammlung. Dabei war der Gemeindesaal gut gekühlt, und weil nur ein Traktandum abgehandelt werden musste, war auch ein Ende abzusehen.

Die Jahresrechnung 2025 wurde denn auch ohne Gegenstimmen genehmigt. Weitere Programmpunkte waren Hinweise auf die kommenden Veranstaltungen und die Verdankung der abtretenden Behördenmitglieder.

Danach ging es zu einem gemütlichen Apéro nebenan ins Restaurant Löwen. Ein Novum – die Gemeinde möchte so einmal ein anderes örtliches Gewerbe unterstützen. Na dann, Prost!

Genehmigung der Jahresrechnung

Punkt 20 Uhr legte Gemeindepräsidentin Arianne Moser los und begrüsste die anwesende Stimmbevölkerung. Bei nur einem Traktandum merkte sie schmunzelnd zur Auflockerung an, dass diesmal vermutlich «ausnahmsweise» niemand eine veränderte Reihenfolge wünschen werde, was zu allgemeiner Erheiterung führte. Dann erklärte sie die Gemeindeversammlung für formal eröffnet. Dann waltete sie beim einzigen Traktandum Jahresrechnung 2025 auch gleich ihres Amtes als Finanzvorsteherin und erklärte die Zahlen der Jahresrechnung und wie diese zustande gekommen sind.

Die Erfolgsrechnung zeige aus betrieblicher Tätigkeit ein Ergebnis von 3.75 Millionen Franken, beim betrieblichen Aufwand 31.7 Millionen und beim betrieblichen Ertrag rund 35.5 Millionen. Das Ergebnis aus der Finanzierung ist 722000 Franken, was zusammen ein Jahresergebnis von 4.473 Millionen Franken ergibt. Das sei rund fünf Millionen besser als budgetiert, erklärte Arianne Moser. Die Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen belaufen sich auf rund 11 Millionen und jene im Finanzvermögen auf 113000 Franken. Insgesamt kann eine Bilanzsumme von 88.2 Millionen Franken ausgewiesen werden und neu beläuft sich der Bilanzüberschuss auf 63.3 Millionen. Hauptgründe dafür, dass die Jahresrechnung deutlich besser ausfällt als budgetiert, seien höhere Steuereinnahmen und ebenfalls über dem Budget liegende Einnahmen aus der Grundstückgewinnsteuer. Markant zugenommen haben Ausgaben im Bereich Gesundheit. Hier könne die Gemeinde jedoch kurzfristig nichts selbst beeinflussen, denn der Grund sei, so Arianne Moser, dass der Anteil der Bewohnenden in Pflegeheimen um ein Drittel zugenommen habe, was sich in 0.5 Millionen Franken Mehrkosten niederschlage. Erfreulich ist hingegen eine Abnahme im Bereich der Bildung, welche zurückzuführen sei auf die rückläufige Anzahl Kinder.

Die Gemeinde stehe gesamthaft gut da, denn sie habe kein aufgenommenes Fremdkapital und einen Selbstfinanzierungsgrad von 71 Prozent, obwohl im letzten Jahr sehr viel investiert worden sei, so Arianne Moser. Bonstetten verfügt insgesamt über ein Eigenkapital von 76 Millionen Franken, dies aber grösstenteils gebunden in Liegenschaften und Infrastruktur, und über ein Nettovermögen von 14.5 Millionen Franken.

Besonderes Augenmerk sei noch gelegt auf den Abwasserhaushalt, der einen Gewinn von 133000 Franken machte und über ein Vermögen von 3.4 Millionen verfügt, denn auch hier stehen grosse Investitionen an und man sei froh, dass im «Kässeli» dafür etwas vorhanden sei, so Arianne Moser.

Der Gemeinderat beantragte der Gemeindeversammlung die Genehmigung der Jahresrechnung 2025. Von der RPK gab es keine Ergänzungen, stattdessen die Empfehlung zur Annahme, was die anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Bonstetten dann durch Handheben besiegelten.

«Bonfire» in Bonstetten am 31. Juli

Vor Abschluss des offiziellen Teils wies Arianne Moser noch auf die kommenden Veranstaltungen hin. Da steht als Nächstes die 1.-August-Feier am 31. Juli ab 18 Uhr auf dem Hof der Familie Weiss an, dann die Dorfchilbi am letzten Augustwochenende und nebst anderem natürlich der wichtigste Termin, die Gemeindeversammlung am 2. Dezember 2026.

Bei der diesjährigen 1.-August-Feier werde, wie die Kulturkommission im Gespräch nach dem Anlass verriet, die Feuerskulptur (siehe Bild) des Künstlerkollektivs Pialeto, welche extra für die Gemeinde hergestellt worden sei, angezündet. An der Tavolata vom 7. Juni 2026 wurde das Kunstwerk mit guten Wünschen der Bonstetterinnen und Bonstetter bestückt. Diese mussten jedoch, da es momentan vor dem Gemeindesaal ausgestellt ist, abgenommen werden. Für das «Bonfire» (übersetzt «Freudenfeuer») am 31. Juli in Bonstetten werden die Holzbrettchen mit den guten Wünschen dann wieder angebracht, damit die Funken übersprühen und die Wünsche in Erfüllung gehen.

Verdankung der Behördenmitglieder

Nach dem offiziellen Teil, der um 20.30 Uhr zu Ende ging, wurden die abtretenden Behördenmitglieder, die an der Urne von der Stimmbevölkerung gewählt worden waren, verdankt und verabschiedet. Angefangen mit Andres Bachofner, der zwei Jahre im Gemeinderat als Vorsteher Sicherheit und Soziales wirkte. Dann Isabella Tamas, welche nach vier Jahren als Präsidentin der Primarschulpflege zurücktritt, der Schulpflege jedoch als Mitglied erhalten bleibt. Weiter Sandra Müller, die das Ressort Finanzen in der Schulpflege betreute. Auch der Präsident der RPK, Thomas Fischer, musste nach vier Jahren verabschiedet werden − insgesamt war er zwölf Jahre Mitglied der RPK. Und auch der ebenfalls seit vier Jahren als Vizepräsident wirkende Eduard Boxler tritt zurück. Er war ebenfalls zwölf Jahre Mitglied. Und schliesslich musste auch Monika Wild als Mitglied der RPK nach vier Jahren verabschiedet werden. Thomas Fischer dankte ihr für das Engagement und meinte, sie habe die RPK ein wenig weiblicher gemacht.

Abschliessend sprach Arianne Moser ihren Dank aus: «Im Gemeinderat sind wir ein Team, wo nicht ‹toll ein anderer machts› ist, sondern ein Team, das wirklich miteinander probiert, für Bonstetten Sachen zu bewegen, in der Überzeugung, dadurch das Leben der Einwohnenden positiv zu beeinflussen.» Es mache Freude, mit so einem Team zu arbeiten, in dem alle mitziehen und sich moralisch, aber auch mit Taten unterstützen würden. «Wo jeder seinen Job macht und niemand den anderen hängen lässt, das erzeugt einfach einen guten ‹Groove›.» Auch bei den Mitgliedern der Geschäftsleitung, den Bereichsleitenden und den motivierten und einsatzbereiten Mitarbeitenden der Verwaltung bedankte sie sich herzlich.

Dann ging es zum Apéro nebenan ins Restaurant Löwen. Inzwischen war auch die Aussentemperatur angenehm.

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