Budget mit einer «roten Null»

Keine grossen Wellen warf die Gemeindeversammmlung in Hedingen. Das Budget 2022 mit fast vollständig ausgeglichenen Zahlen und die Beibehaltung des bisherigen Steuerfusses auf 105 Prozent wurden einstimmig gutgeheissen..

Gemeinderätin Nicole Doppler konnte der Gemeinde ein ausgeglichenes Budget 2022 präsentieren. (Bild Stefan Schneiter)
Gemeinderätin Nicole Doppler konnte der Gemeinde ein ausgeglichenes Budget 2022 präsentieren. (Bild Stefan Schneiter)

In den Zeiten der Corona-Pandemie zu budgetieren, sei schwierig, erklärte Finanzvorsteherin Nicole Doppler den 58 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstagabend. Vor zwei Jahren sei man von schlimmsten Finanzszenarien ausgegangen. Das Budget 2021 habe einen Verlust von über 700000 Franken kalkuliert. Heute aber sähen die Zahlen für Hedingen nicht mehr ganz so düster aus. «Ich freue mich, dass wir fürs Budget 2022 eine rote Null schreiben dürfen», konnte die Hedinger Finanzvorsteherin vermelden.

Das Budget weist bei einem Aufwand von 21,303 Millionen und einem vorgesehenen Ertrag von 21,263 Millionen einen minimen Aufwandüberschuss von gerade mal 40000 Franken aus. In der allgemeinen Verwaltung wird mit 400000 Franken höheren Ausgaben gerechnet. Die Gründe sind höhere Lohnkosten sowie die Erhöhung der Anzahl Gemeinderatssitze von fünf auf sieben. In der Bildung sind dagegen gegenüber dem Vorjahresbudget um 370000 Franken geringere Ausgaben vorgesehen. Dies ist auf den Rückgang sowohl der Oberstufen- wie der Sonderschüler zurückzuführen. Im Verkehr ist mit Mehrausgaben von 260000 Franken zu rechnen, vor allem wegen Zusatzaufwendungen für den öffentlichen Verkehr. Im Steuerbereich rechnet Nicole Doppler mit rund 800000 Franken höheren Einnahmen. «Im Budget 2021 gingen wir von einem schlechten Szenario aus. Doch nun sieht es besser aus, vor allem dank der Grundstückgewinnsteuer.» Die Unsicherheit sei aber nach wie vor gross, die Planbarkeit schwierig, so Doppler. Ein grosses Fragezeichen bestehe insbesondere bei der Entwicklung der Steuerkraft. Dafür sei bei den Sozialkosten nicht mit einem befürchteten massiven Anstieg zu rechnen, dank der Massnahmen, welche Bund und Kanton im Rahmen der Corona-Politik ergriffen hätten und welche die Gemeinden weitgehend von Mehrkosten verschone.

Nettoinvestitionen sind in Hedingen für 2,42 Millionen Franken geplant. Die wichtigsten Posten sind in diesem Bereich neben dem allgemeinen Strassenunterhalt, die Gesamtsanierung der Haldenstrasse sowie das Trottoir Frohmoosstrasse und der Neubau der ARA Zwillikon.

Gemäss dem Finanzplan 2022-2025 geht Hedingen von einer in den kommenden Jahren stetig leicht steigenden Steuerkraft pro Einwohner aus, nachdem noch für 2021 wegen der Corona-Pandemie mit einem Einbruch gerechnet worden war. Als Fazit ihrer Ausführungen kam Finanzvorsteherin Doppler zum Schluss, dass es für eine Änderung des Steuerfusses von aktuell 105 Prozent derzeit keinen Anlass gebe. Das sahen auch die 58 Stimmberechtigten so. Sowohl das Budget wie auch die Beibehaltung des aktuellen Steuerfusses hiessen sie ohne Gegenstimme gut.

Wie es mit der Zentrumsplanung weitergeht

Gemeinderat Claude Hafner informierte anschliessend die Gemeinde zum Stand der Zentrumsplanung. Der Gemeinderat hat drei Planungsbüros mit der Planung zur Neugestaltung des Dorfzentrum beauftragt. Ein Beurteilungsgremium – bestehend aus Grundstückseigentümern, Architekten, Verkehrsplanern, Landschaftsarchitekten, Wasserbauingenieuren, Raumplanern und Gemeinderäten – hat die drei Planungsvarianten begutachtet. Mit allen betroffenen Eigentümern wurden danach die Pläne diskutiert. Das Beurteilungsgremium wird bis Januar 2022 einen Schlussbericht zuhanden des Gemeinderat vorlegen. Die Eigentümer werden anschliessend über den Schlussbericht informiert, danach im ersten Halbjahr auch die Gesamtbevölkerung. «Damit haben wir eine gute Grundvoraussetzung geschaffen für die künftige Entwicklung unseres Dorfzentrums», ist Claude Hafner überzeugt. Den Zeithorizont für die Entwicklung des Gemeindezentrums veranschlagt Hafner auf «10 bis 40 Jahre». Man sei nicht unter Zeitdruck, doch sei man sich bewusst, dass noch viel Arbeit bevorstehe – insbesondere Überzeugungsarbeit bei den Grundstückeigentümern, von denen einige unmittelbar betroffen sein werden.

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