«Wir müssen die Saison unbedingt verlängern»
Wie eine Interessengemeinschaft das Maschwandner Naturbad retten will
Es ist auch ausserhalb der Saison immer wieder Thema, unter anderem an Gemeindeversammlungen. Das Maschwandner Naturbad bewegt die Gemüter. Immer wieder ging aus engagierten Voten hervor, wie sehr der Bevölkerung die Badi am Herzen liegt – auch wenn klar ist, dass die künftige Finanzierung bei Weitem nicht gesichert ist. Sie wird nämlich generationenübergreifend nicht nur zum chlorfreien Schwimmen genutzt, sondern auch als Treffpunkt.
Die Bedeutung des Naturbades in der kleinsten Ämtler Gemeinde widerspiegelt sich auch in einer Umfrage. Über 90 Prozent aus rund 450 Antworten, die auch von ausserhalb des Dorfes stammen, erachten das Naturbad als eine wichtige Einrichtung. In diesen heissen Sommermonaten war es besonders begehrt.
So verzeichnete man an einem Sonntag etwa 450 Eintritte, an Werktagen regelmässig zwischen 100 und 200, auch während der Ferienzeit. «Die Gäste – unter ihnen viele Familien mit Kindern – schätzen es, dass auch in der Spitzenzeit kein Gedränge herrscht», sagt IG-Präsidentin Ursula Wittwer, die seit bald drei Jahren auch als Badewache fungiert und da von einem «wunderschönen Arbeitsplatz» spricht. Sie freut sich über die grosse Resonanz und den Rückhalt aus der Bevölkerung, die in sozialen Medien zum Ausdruck kommen. Allein der Whatsapp-Channel hat immer mehr Follower, bis heute weit über 200.
Vollmond-Schwimmen und Jassturnier
Das Maschwandner Naturbad zählt inzwischen viele Stammgäste, auch aus benachbarten Kantonen. So treffen sich zum Beispiel Pensionierte zum Schwimmen und zum Kaffee in der Beiz, die rund 80 Plätze zählt. Dort werden auch Mittagsmenüs serviert. «Wir haben eine gute Küche und wöchentlich zwei Spezial-Menüs», so Ursula Wittwer. Sie weiss natürlich, dass Wetter und auch die Wasserqualität Risikofaktoren darstellen. Aber sie und ihre weiteren 15 IG-Mitglieder sind bestrebt, das Angebot in der Badi zu erweitern: einerseits mit Anlässen wie dem Vollmond-Schwimmen, Jassturnieren, Fondue-Zelt oder mit einem DJ. Anderseits wird nun versucht, die rund viereinhalb Monate dauernde Badesaison auszuweiten – mit Aktivitäten ausserhalb des Schwimmbeckens, zum Beispiel mit Angeboten in den Bereichen Yoga, Pilates oder Bootcamp-Training und anderem. «Wir müssen die Saison unbedingt verlängern», hält Ursula Wittwer fest.
Jetzt hofft sie erst einmal auf das Crowdfunding auf lokalhelden.ch, das während dreier Monate läuft. Ist es erfolgreich und lassen sich Investoren finden, können wir damit die dringendsten Unterhaltsarbeiten mit einem Investitionsplan etappenweise finanzieren. «Im Becken müssen die Folien dringend ersetzt werden. Sie sind undicht und bewirken Wasserverlust», sagt die IG-Präsidentin. Auch Reinigungskosten müssen gestemmt werden können. «Wir setzen alles daran, damit wir das Naturbad nächstes Jahr zum Saisonauftakt öffnen können. Muss einmal geschlossen werden, wird es nachher schwierig», fügt sie bei und gibt gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck, dass sich bis Ende November 2026 eine fixe Trägerschaft formiert.






