Bürgerliche verzichten auf eine Kampfwahl

Affoltern: Für das Stadt- und das Primarschulpflegepräsidium gibt es nur je eine Kandidatin

Nach dem überraschenden Wahlausgang vom Sonntag, 8. März, haben die bürgerlichen Parteien angekündigt, weder in eine Kampfwahl ums Stadtpräsidium zu ziehen noch den Anspruch auf das Schulpräsidium aufrechtzuerhalten.

Wie berichtet, hatte die amtierende Stadtpräsidentin Eveline Fenner (EVP) 1161 Stimmen erhalten, für das absolute Mehr wären 1228 Stimmen notwendig gewesen. Zahlreiche Stimmen gingen an andere Stadträte, allen voran an Pascal Santi (FDP), der 482 Voten erhielt. Gewählt wurde Fenner aber in den Stadtrat.

Nicht besetzt wurde auch das Primarschulpräsidium. Zwei der drei Kandidierenden wurden zwar in den Stadtrat gewählt, Galina Bruder (SP) und Franz Wipfli (Die Mitte), aber nicht ins Präsidium. Laut Auskunft der Stadtkanzlei läuft seitdem eine zehntägige Frist für die Vorbereitung des zweiten Wahlgangs, der für den 14. Juni anberaumt ist. Diese endet morgen Mittwoch, 18. März, um 11.30 Uhr. Bis dahin könnten sich Personen aus dem Kreis des neu gewählten Stadtrats melden und für das Amt des Stadtpräsidenten oder des Primarschulpräsidenten kandidieren. Für Eveline Fenner gilt, dass sie sich nicht neu anmelden muss. Ähnlich gelagert ist das Prozedere für den zweiten Wahlgang beim Primarschulpräsidium.

Nun haben sich zu diesen Fragen die bürgerlichen Parteien, SVP, FDP, Die Mitte, zusammen mit Gewerbeverein und Arbeitgeberverband zu Wort gemeldet. Das bürgerliche Komitee für die Stadtratswahlen habe die aussergewöhnliche Ausgangslage nach dem ersten Wahlgang zusammen mit den Gewählten analysiert. «Dass die amtierende Stadtpräsidentin die Wahl ins Präsidium nicht geschafft hat, war für alle eine Überraschung, denn ihr Amt wurde seitens des 4er-Tickets nie angegriffen. Dass die Wahl des Präsidiums der Primarschule bei drei dafür Kandidierenden nicht auf Anhieb gelingen konnte, war hingegen absehbar», heisst es in der Medienmitteilung.

Dass man weder in eine Kampfwahl ums Stadtpräsidium ziehen noch den Anspruch auf das Schulpräsidium aufrechterhalten wolle, wird mit dem Arbeitsaufwand für das Stadtpräsidium erklärt. Für keinen der bürgerlichen Neugewählten sei das Pensum eines Stadtpräsidiums mit der aktuellen beruflichen Tätigkeit kompatibel. Deshalb habe man schon in der Wahlkampagne bewusst das Stadtpräsidium nicht angegriffen. Die Bürgerlichen zeigen sich überzeugt, dass die von ihnen angestrebte Trendwende in der Stadt aus den einzelnen Ressorts heraus bewirkt werden könne, weshalb sie sich im Interesse der Stadt auf die Arbeit in den Abteilungen konzentrieren wollen.

Eveline Fenner wird somit von den Bürgerlichen unterstützt. Franz Wipfli verzichtet auf eine erneute Kandidatur fürs Primarschulpräsidium, «um einen kräfteverschleissenden Wahlkampf zu vermeiden und Galina Bruder den Weg zu ihrem Wunschressort nicht zu versperren», heisst es weiter. Und: «Damit steht einer guten und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den beiden Lagern im neuen Stadtrat nichts mehr im Wege.»

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