Traditionsfirma setzt auf neues Zentrum in Hedingen

Die Ernst Schweizer AG unterstützt die Zentrumsplanung in Hedingen

Auf dem Areal der Firma Schweizer in Hedingen ist ein bunter Firmen-Mix entstanden: (von links) Rolf Käser (Carrosserie Baldinger AG), Samuel Schweizer und Marc Bremgartner (Ernst Schweizer AG), Walter Holaus (Hivoduct AG), Jürg Huber und Gediminas
Auf dem Areal der Firma Schweizer in Hedingen ist ein bunter Firmen-Mix entstanden: (von links) Rolf Käser (Carrosserie Baldinger AG), Samuel Schweizer und Marc Bremgartner (Ernst Schweizer AG), Walter Holaus (Hivoduct AG), Jürg Huber und Gediminas Tutkus (Geilinger AG). (Bild zvg)

Die Zentrumsplanung von Hedingen nimmt Fahrt auf – und ein zentraler Akteur stellt sich klar dahinter: die Ernst Schweizer AG. Das Traditionsunternehmen, seit Jahrzehnten im Dorf verankert, sieht in der Entwicklung eine Chance, das Zentrum aufzuwerten und gleichzeitig das eigene Areal neu auszurichten. Diese Transformation ist bereits sichtbar. Seit Anfang 2024 hat sich die Firma strategisch neu aufgestellt und konzentriert sich heute auf drei Geschäftsbereiche: Fenstersysteme, Briefkästen und Paketboxen sowie Solarsysteme. Der Verkauf des Fassadengeschäfts an die Geilinger AG sei ein wichtiger Schritt gewesen, heisst es. Damit habe man ein komplexes Projektgeschäft ausgelagert und gleichzeitig Kontinuität für Kunden und Mitarbeitende gewährleistet.

Die Folgen dieser Neuausrichtung sind auch auf dem Areal spürbar. Frei gewordene Flächen wurden neu genutzt: So sind Teile heute an externe Firmen vermietet, darunter das Start-up Hivoduct sowie die Carrosserie Baldinger. Auch die Geilinger AG ist weiterhin vor Ort präsent. Insgesamt beschäftigt die Ernst Schweizer AG rund 350 Mitarbeitende, etwa 260 davon in Hedingen. Hinzu kommen rund 65 Arbeitsplätze bei neu angesiedelten Firmen. Am Standort wolle man festhalten, betont Samuel Schweizer, Vorsitzender der Geschäftsleitung: «Hedingen bleibt für uns als Hauptsitz ein wichtiger Standort, an dem wir langfristig festhalten.»

Verkehr nimmt trotz Entwicklung ab

Ein zentraler Punkt in der Diskussion ist der Verkehr – und hier zeichnet das Unternehmen ein differenziertes Bild. Trotz neuer Nutzungen liege die Verkehrsbelastung heute unter dem Niveau von vor 2020. Als Gründe nennt Schweizer unter anderem den Wegfall des transportintensiven Fassadengeschäfts sowie veränderte Arbeitsweisen. Homeoffice habe sich etabliert und reduziere die Pendlerströme spürbar. Zudem sei die Logistik für den Solarsystem-Bereich teilweise ins österreichische Satteins verlagert worden, was Hedingen zusätzlich entlaste. Ergänzend setze man weiterhin auf Parkplatzbewirtschaftung und die Förderung des öffentlichen Verkehrs.

Im Zuge der Zentrumsplanung plant das Unternehmen nun einen weiteren Schritt: Ein Teil des Areals – konkret der Parkplatz gegenüber dem Bahnhof – soll künftig für Wohn- und Gewerbenutzung geöffnet werden. Dafür wird derzeit der private Gestaltungsplan revidiert. Damit wolle man einen Beitrag zu einem lebendigen Dorfzentrum leisten. Parallel prüft die firmeneigene Pensionskasse einen Neubau auf dem sogenannten Juventus-Areal.

Neue Strasse als Schlüsselprojekt

Auch bei der Verkehrsführung bringt sich die Ernst Schweizer AG in die Diskussion ein. Die geplante neue Strasse entlang der Bahnlinie vom Kreisel zum Bahnhof wird vom Unternehmen unterstützt. «Die Strasse hat zum Ziel, ein autoberuhigtes Dorfzentrum zu ermöglichen», so Samuel Schweizer. Für die Firma selbst wäre sie gar nicht nötig, betont Schweizer: «Unser Firmenareal ist bereits heute gut erschlossen und alles entspricht den Normen.»

Andere Varianten, etwa eine Zufahrt von Norden entlang der Bahnlinie, sind laut Kanton derzeit nicht realisierbar. Gleichzeitig denkt das Unternehmen langfristig: Im Rahmen der Gestaltungsplan-Revision soll ein interner Erschliessungskorridor freigehalten werden, um künftige Optionen offenzuhalten. «Grundsätzlich ist es uns egal, aus welcher Himmelsrichtung unser Areal erschlossen wird», hält Schweizer fest. Tatsache sei aber auch, dass rund Dreiviertel des Verkehrs von der Hauptstrasse zum Bahnhof nicht auf die Firma Schweizer zurückgeführt werden könne. «Viele Leute fahren einfach gerne mit dem Auto zum Bahnhof», so Schweizer. Pro Stunde würden im Schnitt nur etwa ein bis zwei Lastwagen von der Firma durch das Dorfzentrum fahren.

«Gemeinsam das Zentrum gestalten»

Insgesamt spricht sich die Ernst Schweizer AG klar für eine abgestimmte Entwicklung aus. Wachstum müsse nicht automatisch mehr Verkehr bedeuten, wird argumentiert. Vielmehr könne eine gezielte Weiterentwicklung helfen, nachhaltige Lösungen zu fördern.

Samuel Schweizer betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: «Wir sind fest davon überzeugt, dass eine enge Abstimmung zwischen Gemeinde, Bevölkerung und lokalen Unternehmen der richtige Weg ist, um Hedingen zukunftsfähig zu machen.»

Das Unternehmen will diesen Prozess aktiv begleiten – «mit dem Anspruch, unser Areal verantwortungsvoll weiterzuentwickeln und gleichzeitig einen positiven Beitrag zu einem attraktiven Dorfzentrum zu leisten».

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