Das Beste kam zum Schluss
Manchmal läufts an der Fasnacht wie an den Olympischen Spielen. Aussenseiter heimsen die Erfolge ein. Am diesjährigen Umzug der Fasnachtsgesellschaft Uerzlikon war es der letzte Wagen der «Hausemer Bauglünggis», die den Umbau des Hausemer Postplatzes auf die Schippe nahmen.

Da staunte insbesondere das Hausemer Publikum an der Route des Fasnachtsumzugs am letzten Sonntag durchs Oberamt. «Hausemer Bauglünggis» nahmen den von Pannen und Fehlplanung begleiteten Umbau des Hausemer Postplatzes auf die Schippe – und das gleich mit einem mehrteiligen Tross, der das Gebastel in der Hausemer City ziemlich realitätsnah und deshalb umso ätzender persiflierte.
Eine nachgemeldete Wagenbaugruppe, die es nicht mehr auf die Umzugsliste schaffte, bestehend aus echten Baufachleuten und Fasnächtlern, denen das Gebastel und vor allem das Umgebaue von gerade eben erst mit Steuergeld Fertiggestelltem ziemlich auf den Senkel geht.
Den Nerv der Publikumsjury getroffen
Es war das einzige Sujet, das sich kritisch mit einem lokalen Vorkommnis auseinandersetzte. Entstanden waren die Wagenbauten erst in der Fasnachtswoche, als die Initianten sahen, dass der Hausemer Postplatz nicht auf der Umzugsliste stand.
Mit dem Thema trafen die «Hausemer Bauglünggis» ganz offensichtlich den Nerv der Publikumsjury, die jeweils mit ihrer Stimme den beliebtesten Wagen kürt. Ganz im Sinne der Fasnacht, die einst im Mittelalter vom Fussvolk ins Leben gerufen wurde, um sich über die damals unantastbare Kirchenobrigkeit lustig zu machen.


