Das Mettmenstetter «Rössli» trabt weiter

Trotz der durch das Coronavirus bedingten Verzögerung ist der Wille ungebrochen, die Zukunft des Mettmenstetter Gasthofs «Rössli» zu sichern. Rund zwei Drittel des erforderlichen ­Genossenschaftskapitals sind erreicht. Nun stehen Gespräche mit weiteren Investoren an.

Das Mettmenstetter «Rössli» - ein Treffpunkt auch für eine gesellige Jassrunde. (Bild Werner Schneiter)
Das Mettmenstetter «Rössli» - ein Treffpunkt auch für eine gesellige Jassrunde. (Bild Werner Schneiter)

Rund 150 Interessierte erschienen am 28. Oktober 2019 zu einer Info-Veranstaltung im «Rössli», bei einer weiteren am 2. März 2020 waren es rund 60 – einschliesslich eines NZZ-Redaktors, der den Bemühungen um den Erhalt des traditionsreichen Lokals eine ganze ­Seite widmete. Und am Samstag vor ­Ostern erschien ein Fernsehbeitrag auf Tele 1. Das zeigt, dass der Gaststätte – auch dank der kulturellen Anlässe und anderer Events – überregionale Bedeutung zukommt.

Gespräche mit grösseren Investoren

Die Finanzierung einer Erneuerung des traditionsreichen Hauses erfolgte bisher allerdings vorwiegend aus der Region. Vom erforderlichen Genossenschaftskapital von 2 Mio. Franken sind bis dato etwa 65 Prozent zusammengekommen. Genossenschaftsscheine können ab 5000 Franken gezeichnet werden. Aus bekannten Gründen ist die Zeichnungsfrist nun nochmals verlängert worden. «Auf ein Ende der Frist wollen wir uns im Genossenschaftsvorstand nicht festlegen und nun in den nächsten Wochen Gespräche führen mit weiteren Investoren», sagt Miro Hegnauer, der in der Genossenschaft für Kommunikation zuständig ist. Hoffnung schöpft er aus vielen Gesprächen mit Restaurantgästen und anderen, die mit Nachdruck die Wichtigkeit des Vorhabens betonen und sich nicht vorstellen können, dass sich die Türen dereinst für immer schliessen. «Die Geschichte hat auch eine emotionale Note. Darauf wird auch Wirtin Vreni Spinner immer wieder angesprochen. Sogar Künstler sind bereit zu Benefizveranstaltungen – die wird es geben, sobald das wieder möglich ist», so Hegnauer.

Das Baugesuch ist inzwischen eingereicht, nachdem sich unter anderen auch die Denkmalpflege eingeschaltet hatte. Der Genossenschaftsvorstand ist überzeugt, dass die von der Gemeinde Mettmenstetten zu erwartende Baubewilligung der restlichen Finanzierung neuen Schub verleihen kann. Diese wird in diesem Monat erwartet. «Das Verfahren ist auf Kurs», sagte Mike Weber, der das Bauprojekt leitet. Und Genossenschaftspräsident Markus Tschan glaubt sogar, dass mit dem «Rössli»-Umbau im nächsten Winter gestartet werden kann.

Kein Risiko für Mitglieder

Was passiert, wenn das Vorhaben ins Stocken gerät oder sich am Ende gar nicht umsetzen lässt? «Wir haben über Alternativen diskutiert. Sollte die Gastrobranche in den nächsten zwei Jahren weiter darben, so müssen wir uns gemeinsam mit Genossenschafterinnen und Genossenschaftern überlegen, ob sich das Vorhaben zwischenzeitlich allein mit einem Mix an Wohnungen und Gewerbe finanzieren lässt. Da sind wir vorbereitet», sagt Miro Hegnauer – in der Hoffnung, dass diese Alternative aus Abschied und Traktanden fällt. Im Internetbeitrag betont Priska Wyser, Leiterin Ressort Finanzen, dass Genossenschafterinnen und Genossenschafter kein Risiko eingehen. Sie sagt: «Die Sanierung und der Umbau werden erst gestartet, wenn die Finanzierung sichergestellt werden konnte. Ist dies nicht der Fall, so werden die einbezahlten Genossenschaftsanteile 1:1 zurückerstattet.»

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