Das Säuliamt bleibt eine Boomregion

Wachstum dank attraktiver Lage zwischen zwei Wirtschaftszentren

ZKB-Immobilienexperte Jörn Schellenberg (links), im «Central» willkommen geheissen von Thomas Naef, Präsident des Arbeitgeberverbandes. (Bild -ter.)
ZKB-Immobilienexperte Jörn Schellenberg (links), im «Central» willkommen geheissen von Thomas Naef, Präsident des Arbeitgeberverbandes. (Bild -ter.)

Das Säuliamt wächst weiter und belegt seit den letzten 15 Jahren nach den Bezirken Bülach und Dielsdorf Platz drei. Die Eigenheimpreise legen zwar weiter zu, aber die Finanzierungskosten blieben attraktiv.

Jörn Schellenberg, Teamleiter GIS-Analysen bei der ZKB, referierte beim Arbeitgeberverband des Bezirks im «Central» in Affoltern über die Entwicklung der Immobiliensituation im Kanton und im Bezirk Affoltern. Wichtigster Indikator ist die Preisentwicklung, die ungebrochen nach oben zeigt – und in gewissen Regionen in astronomische Höhen schnellt, etwa in Gstaad, Verbier, St. Moritz oder Davos. «Seit 2017 kocht das auf», so der Experte. Im Kanton Zürich ist es das Band Zürich Richtung Luzern und die Zürichsee-Region. Dazu zählt auch das Säuliamt, wo in Wettswil 13300 Franken und in Hedingen 12000 Franken pro Quadratmeter für Stockwerkeigentum gelten, in der Stadt und in vielen Seegemeinden – vor allem an der «Pfnüselküste» – deutlich über 20000 Franken.

Eigenheimbesitz lohnt sich wieder, aber ...

Im Vergleich zur Miete lohne sich Eigenheimbesitz dank attraktiver Finanzierungskosten (Hypothekarzins-Entwicklung) wieder, so Schellenberg unter dem Hinweis auf die Wohnkostendifferenz zwischen Miete und Eigentum. Zwischen 1981 und 2010 bewegte sich das Säuliamt über dem kantonalen Durchschnitt und hat in den letzten zehn Jahren 17 Prozent an Einwohnerinnen und Einwohnern zugelegt. Es ist also weiterhin eine Boomregion auf der Sonnenseite des Albis, die kantonsweit den dritten Platz belegt und attraktiv zwischen den Wirtschaftszentren Zürich und Zug liegt. Die Attraktivität ergebe sich auch durch gute ÖV-Anbindungen und die schnelle Erreichbarkeit der Zentren. Im Säuliamt wachsen insbesondere die grösseren Gemeinden – auch der Bezirkshauptort, wo mit dem Bau des «Brauiparks» allein 113 Miet- und 43 Stockwerkeigentumswohnungen entstehen. Grössere Projekte gibt es auch in Mettmenstetten, Hedingen und Obfelden. Eine grosse Steigerung bei der Nachfrage nach Wohneigentum sei während der Pandemie entstanden.

Mit Blick auf die Kosten werde der «Traum Einfamilienhaus» aber immer mehr zur Rarität, besonders in der Stadt Zürich und in deren Agglomeration. Viele Einfamilienhäuser seien in die Jahre gekommen und mit ihnen ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Das führe zu mehr Abbruch statt Neubau. EFH-Verkäufer profitierten von enormer Wertsteigerung, in erster Linie beim Landwert. Wird die Liegenschaft an einen Investor veräussert, so erstelle dieser an gleicher Stelle oft ein Mehrfamilienhaus. Im Säuliamt werde jedoch mehr gebaut als abgerissen, hier werde man noch fündig, sagt Schellenberg.

Mit dem Wegfall des Eigenmietwerts (Abstimmung im September 2025) können Hypothekarzinsen und Sanierungskosten ab 1. Januar 2029 in der Steuererklärung nicht mehr abgezogen werden. «Davon profitiert ein Grossteil. Wer sanieren will, soll das noch bis Ende 2028 tun», so Jörn Schnellenberg. Durch die Neuregelung werden in nächster Zeit Handwerker gefragt sein. «Preisunterschiede zwischen neuen bzw. sanierten Immobilien und alten Objekten werden steigen. Der Wert eines Neubaus legt später zu», sagt der Experte.

Leerwohnungsziffer bleibt sehr tief

Kantonsweit beträgt die Leerwohnungsziffer 0,5 Prozent, im Bezirk Affoltern auch unter 1 Prozent. Im Kanton steht gerade mal jede 200. Wohnung leer. Das hat zur Folge, dass immer weniger umgezogen wird, vor allem Junge wechseln nicht mehr so häufig die Wohnung. «Auch wenn wir die Bautätigkeit ankurbeln, bleibt das Wohnungsangebot knapp», sagt Schellenberg. Laut Prognosen entstehen im Kanton Zürich 2026 8400 neue Wohnungen, im kommenden Jahr 9000, dies bei einer Nettozuwanderung (Schweiz) von 65000 bzw. 70000 Personen (ohne Statuswechsel von S). Schellenberg spricht von heterogenem Wachstum beim Wohnungsbestand. Die Bautätigkeit zieht bei leichtem Rückgang der Zuwanderung wieder leicht an. Der Experte prognostiziert ein Mietwachstum von 2,5 und ein Eigenheimwachstum von 3,5 Prozent im Kanton Zürich. Der Referenzzinssatz bleibt in der Schweiz 2026 und 2027 bei 1,25 Prozent. Die Angebotsmieten steigen nicht mehr so stark.

Infos unter: www.zkb.ch/immobilienpublikationen

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