«Das Spital ist auf sehr, sehr gutem Weg»

Generalversammlung des Spitals Affoltern mit Wiederwahl des Verwaltungsrats

Psychiatrie, Altersmedizin und Palliative Care sind die zentralen Pfeiler des Spitals Affoltern. Im Bild ein Zimmer der Delir Unit, der Spezialabteilung für verwirrte Patientinnen und Patienten. (Bild zvg / Spital Affoltern)
Psychiatrie, Altersmedizin und Palliative Care sind die zentralen Pfeiler des Spitals Affoltern. Im Bild ein Zimmer der Delir Unit, der Spezialabteilung für verwirrte Patientinnen und Patienten. (Bild zvg / Spital Affoltern)

Geschäftsleitung und Verwaltungsrat des Spitals für den Bezirk Affoltern können ihren Weg fortsetzen: An der Generalversammlung am Donnerstag in Affoltern haben die Vertreterinnen und Vertreter der 14 am Spital beteiligten Gemeinden des Bezirks Affoltern alle Traktanden einstimmig gutgeheissen, darunter die Jahresrechnung 2025. Darüber hinaus wurde der Verwaltungsrat für zwei weitere Jahre wiedergewählt.

Wie bereits gemeldet, erzielte das Spital 2025 einen Gewinn von 2.2 Millionen Franken («Anzeiger» vom 6. März 2026). Dies, nachdem man in Affoltern jahrelang rote Zahlen geschrieben hatte. Zum guten Ergebnis beigetragen haben vor allem die Bereiche Psychiatrie (+18 %) und Akutgeriatrie (+7,6 %). Psychiatrie und Altersmedizin bilden zusammen mit der Palliative Care die drei Hauptpfeiler des Spitals; dazu kommen noch der Notfall und die ambulante Medizin. Laut Spital-Finanzchef Alexander Soland konnten «fast überall überdurchschnittliche Ergebnisse» erzielt werden.

Trotz deutlich mehr Patientinnen und Patienten (total über 2400 stationäre Austritte und 22 500 ambulante Konsultationen) stiegen die Ausgaben fürs Personal lediglich um 1,1 Prozent. Unter dem Strich belief sich der Betriebsaufwand (ohne Abschreibungen) auf 58.6 Millionen Franken. Grösster Ausgabeposten waren die Löhne mit 44.8 Millionen Franken; das Spital beschäftigt rund 550 Personen und zählt damit zu den grössten Arbeitgebern in der Region. Der Betriebsertrag stieg auf 63.5 Millionen Franken (+6,0%).

Die EBITDAR-Marge belief sich unter dem Strich auf 9,3 Prozent (EBITDAR = Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Amortisation und Restrukturierungskosten). Das Spital liegt damit nach eigenem Bekunden nahe am empfohlenen Benchmark von 10 Prozent.

Wie die Rechnung 2025 wurden auch die Entschädigung des siebenköpfigen Verwaltungsrats (160000 Franken) und der zehnköpfigen Geschäftsleitung (2.48 Mio. Franken) von den Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern einstimmig gutgeheissen; mittlerweile besteht die Geschäftsleitung noch aus sieben Personen. Einstimmig wurde auch der Verwaltungsrat für zwei weitere Jahre wiedergewählt. Es sind dies: Stefan Gyseler, Hausen (Präsident); Thomas Giudici, Basel; Ronald Alder, Ottenbach; Dominique Wegener, Bonstetten; Rebekka Gemperle, Küsnacht; Erwin Höfliger, Affoltern; Mike Arezza, Rombach.

«Auf sehr, sehr gutem Weg»

Für die seit dem 1. Januar dieses Jahres als CEO amtierende Irene Christen hat das Spital mit seinen Schwerpunkten (Psychiatrie, Altersmedizin, Palliative Care) einen «sehr, sehr guten Weg eingeschlagen». Bekanntlich werde der Anteil der Personen über 65 Jahre in den nächsten Jahren in der Schweiz massiv ansteigen, von derzeit 1.6 Millionen auf 2.2 Millionen (2040). In dieser Phase dürfte die Zahl pflegebedürftiger Personen um rund 50 Prozent zunehmen, von 320 000 auf 480 000 Personen (überproportionaler Anstieg wegen höherer Lebenserwartung).

Laut Christen sollen im laufenden Jahr unter anderem die Onkologie, die Gastroenterologie und das ambulante Palliativangebot ausgebaut werden. Zudem will man die Notfall-Abdeckung über das Wochenende erweitern. Damit man dafür auch die notwendigen Fachkräfte findet, legt das Spital grossen Wert auf zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gemäss einer im Januar unter den Mitarbeitenden durchgeführten Umfrage (Rücklaufquote 58 %), liegt die Zufriedenheit bei 4,8 Punkten (Maximum 6,0 Punkte); 88 Prozent vergaben eine Note zwischen «ok», «zufrieden» und «sehr zufrieden», lediglich 12 Prozent antworteten mit «sehr unzufrieden», «unzufrieden» oder «es könnte besser sein». Für Christen ein «gutes Resultat», das man aber weiter verbessern wolle.

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